Ferienbetreuung im Essener Norden: Jugendhilfe sucht Lösung

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Essen: Bürgerpark | Eine Mutter zweier Grundschulkinder berichtet:

Gestern war Elternabend, danach noch zur Bank Geld abheben und zur Tankstelle - somit startklar.

Heute früh eher aufgestanden, damit alle um 7.25 Uhr los können. Mein Mann muss zur Arbeit, die Kinder zur Schule und ich quäle mich durch den morgendlichen Berufsverkehr vom Essener Norden in den Essener Süden, denn:

Heute ist Anmeldung für die Ferienbetreuung im Bürgerpark in den Herbstferien



von 07.00 – 18.00 Uhr in der Schürmannstraße, steht in dem Flyer, den ich von meiner Nachbarin bekommen habe.

Punkt 8.00 Uhr bin ich da, Parkplatz direkt vor der Tür. Das kommt mir schon etwas merkwürdig vor. Kein großer Andrang? Als ich aussteige sehe ich bereits ein Schild an der Glastür.

„Die Plätze für das Herbstferien-Programm sind ausgebucht.“



Ich gehe trotzdem zur 2. Etage hoch. Tatsächlich, man sagt mir, dass alle Plätze bereits vergeben sind. Ich hätte schon um 6.20 Uhr kommen müssen, natürlich vorher noch einen Parkplatz erkämpfen und mich dann in der Schlange einreihen müssen!

100 Plätze in 45 Minuten vergeben?

Auf die Warteliste setzen lassen macht keinen Sinn, denn mit einer kurzfristigen Zusage können wir nicht planen. Wir benötigen auf alle Fälle eine zuverlässige Betreuung in den Ferien, denn wir sind beide berufstätig und haben auch keine Möglichkeit, eventuell noch Urlaub beim Arbeitgeber nehmen zu können. Auch Großeltern stehen nicht zur Verfügung.

Ich bin entsetzt, dann enttäuscht, dann auch etwas wütend.
Ich finde das Anmeldeverfahren unsozial und ungerecht.

Als ich gehe kommen noch zwei Mütter, lesen das Schild an der Tür und gehen wieder. Ich weiß nicht, wie viele Mütter und Väter oder auch Großeltern im Laufe des Tages noch kommen werden. Anmeldung sollte ja schließlich bis 18.00 Uhr möglich sein.

Vielleicht sind sie mit Bus und Bahn gekommen, mit kleineren Geschwisterkindern unterwegs, manche haben sich vielleicht sogar Urlaub oder Gleitzeitstunden genommen, nehmen eine Stunde Fahrzeit in Kauf usw.

Hätte ich geahnt, dass 8.00 Uhr zu spät ist, hätte ich auch den flüchtig bekannten Eltern der Klassenkameradin eine Vollmacht und Geld mitgegeben, die haben es geschafft, einen Platz für die Kinder zu bekommen.

Oder wir hätten die Kinder eine Stunde eher wecken und sich danach alleine fertig machen lassen sollen, bis sie zur Schule losgehen können, denn die Schule öffnet erst um 7.45 Uhr regulär - außer für Ganztagskinder mit Frühbetreuung ab 7.00 Uhr.

Tja, als Eltern sind wir in den letzten Jahren in Essen schon einiges gewohnt. Jetzt müssen wir uns um Plan B kümmern. Da müssen die Kinder wieder von uns morgens früh mit dem Auto gefahren werden, denn die geplante Fahrgemeinschaft entfällt ja nun auch.

Meine beiden Kinder werden schrecklich traurig sein und mir tut es leid, dass sie nicht die Ferientage mit der besten Freundin/dem besten Freund verbringen können.

Schöne Ferien!
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1 Kommentar
Sabine Pfeffer aus Essen-Süd | 08.10.2013 | 14:47  
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