Vor Ort Vertrauen aufbauen: Ursula Schürks ist neu an Bord des GSE-Arztmobils

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Täglich tourt das blaue Arztmobil der GSE durch Essen, parkt unter anderem vor dem Sozialzentrum an der Maxstraße und öffnet Menschen ohne festen Wohnsitz, Suchtkranken, Straßenkindern und anderen sozial schwächer gestellten Personen die Tür zu einer medizinischen Grundversorgung vor Ort. Unbürokratisch und ohne Umschweife.

Arbeiten auf engstem Raum unter reduzierten Bedingungen - das liegt nicht jedem. Ursula Schürks war als Ärztin bereits an vielen Orten der Welt, wo es nicht gerade „gemütlich“ war.

Aufgewachsen ist sie in Essen-Schönebeck, Abitur machte sie an der BMV-Schule in Holsterhausen. Das Medizinstudium absolvierte sie in Bochum und Hamburg sowie teilweise in Portugal und Brasilien. Ihre ärztliche Tätigkeit begann mit der chirurgischen Facharztausbildung. Im Anschluss daran studierte sie „Humanitäre Hilfe“ an der Ruhr-Universität Bochum und absolvierte die Facharztausbildung zur Anästhesistin. Mit diesen Kenntnissen wechselte sie in die Palliativmedizin und war weiterhin auch zeitweise im Ausland tätig (Peru, Tansania, Liberia). Im Rahmen der Flüchtlingsströme engagierte sie sich in diversen Einrichtungen in NRW und - mit einem Team der „Ärzte der Welt - Belgien“ - in Camps in Griechenland.
Nach dem unerwarteten Tod des bisherigen „Flying Doctors“ im Arztmobil der GSE, Dr. Hans-Jürgen Pielsticker, kam dann der Ruf aus Essen: Es war für sie keine Frage, sich gemeinsam mit der Medizinischen Fachangestellten Steffi Löhr ans Steuer zu setzen und Dr. Pielstickers Aufgaben zu übernehmen. „Nach wie vor bin ich sehr zufrieden mit meiner Entscheidung“, blickt Ursula Schürks auf ihre ersten Wochen bei der GSE zurück.

Arztmobil wird in "Headquarters" täglich neu bestückt

In den „Headquarters“ an der Grabenstraße wird das Arztmobil täglich neu mit Medikamenten, Verbandsmaterialien und medizinischen Instrumenten bestückt.
Die Patienten, größtenteils männlich, haben aus vielfältigen Gründen Hemmungen, eine reguläre Arztpraxis aufzusuchen. Das Arztmobil bietet daher ein niederschwelliges Angebot zur Gewährleistung der Grundversorgung, wobei das Spektrum der zu behandelnden Krankheiten breit ist: Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Asthma/ chronische Bronchitis, Kopf- oder Magenschmerzen, Hauterkrankungen, Schlafstörungen, neurologische und psychiatrische Probleme, aktuell witterungsbedingt häufig auch Erkältungen und Schäden an den Händen durch ausgetrocknete Haut. Bestehen Wunden, Hautinfektionen oder Spritzenabszesse, ist die Heilung durch die Lebensumstände und bereits bestehende gesundheitliche Einschränkungen häufig verzögert und erfordert eine langwierige Behandlung. „Wir leisten diese medizinische Grundversorgung“, erklärt Ursula Schürks.

„Vertrauen“ ist dabei ein wichtiges Stichwort. Was das Team Pielsticker/ Löhr in den vergangenen acht Jahren aufgebaut hat, ist eine solide Basis, auf die Ursula Schürks zurückgreifen kann. Mit Steffi Löhr ist nach wie vor eine wichtige Konstante vor Ort. „Im Moment merken wir, dass sich viele wieder an uns herantasten und erneut Vertrauen aufbauen“, sind sich beide einig. „Es muss sich in der Szene ja auch erst herumsprechen, dass wir jetzt wieder regelmäßig im Einsatz sind.“
Das soziale Netzwerk in Essen sieht Ursula Schürks positiv: „Ich bin erstaunt, wie viele Angebote einem in Essen als Wohnungsloser zur Verfügung stehen. Sowohl im Hinblick auf Beratung als auch durch Angebote wie zum Beispiel die Wohnheime der GSE oder Notschlafplätze.“

Arbeiten auf engstem Raum. Wie klappt’s da im Zwischenmenschlichen? „Es ist alles sehr unkompliziert und passt gut.“, resümiert Schürks die ersten Wochen an Bord des GSE-Arztmobils mit Steffi Löhr. „Es ist ein Arbeitsplatz, an den ich jeden Tag gerne zurückkehre.“
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