Wie die Steckdose nach Altenessen kam: 29. Jahreskalender des Lesebuchkreises Altenessen

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Notzeiten: Familie in einer Notunterkunft in Altenessen in den 30er Jahren
 
Italienische "Gastarbeiter" wurden in den 60er Jahren in der Zeche Carl untergebracht.
"Vergangenes aus dem Stadtteil": Der nunmehr 29. Jahreskalender des Lesebuchkreises Altenessen bietet wieder einmal neben vielen historischen und neuen Fotos jede Menge interessanten Lesestoff zur Geschichte des Stadtteils.

Das waren Zeiten, als Ausflügler in Scharen über den Kahnteich im Altenessener Kaiser- Wilhelm-Park ruderten: Dies beschreibt Autor Andreas Doczekala in seinem Kalender-Beitrag zum 120. Geburtstag des Parks. Die Texte im Kalender werden von den Teilnehmern des Lesebuchkreises geschrieben und decken auch diesmal eine große Bandbreite ab, so dass für jeden Geschmack etwas dabei ist.
Spannend schildert etwa Christoph Wilmer in seinem Text zum Altenessener Elektrizitätswerk, wie 1884 den Altenessenern ein neues Licht aufging, als man - lange vor der Stadt Essen und den übrigen Stadtteilen - auf das "hochmoderne Medium Strom" umstellte! Die Altenessener Historie war im Laufe von 160 Jahren durch Zuwanderung geprägt. Und so ist die Zuwanderungsgeschichte des Stadtteils ein Thema des Juli-Beitrags mit dem Titel: Altenessen - ein Ort mit Migrationshintergrund. "Das Foto dazu ist ein Volltreffer", freut sich der Historiker Christoph Wilmer, der seit 1992 den Lesebuchkreis Altenessen betreut. Dieses zeigt fröhlich lachende, italienische "Gastarbeiter", die in den 60er Jahren eine neues Zuhause in der Zeche Carl fanden.

Steckrübenwinter, Kokerei Anna und mehr


Themen der übrigen Beiträge sind: Notzeiten im Steckrübenwinter 1916, die Krupp'sche Probestrecke, das kurze Dasein der Pfarrgemeinde St. Ewaldi, die Kokerei Anna, in der sich Bahnbrechendes in Sachen Deutscher Kokereitechnik ereignete, einer der vielen Zulieferbetreibe, ohne die der Bergbau Altenessen nicht so erfolgreich gewesen wäre, die Planung an der Nordstraße (Bruno Ferber), Erinnerungen an die Hülsenmbruchstraße (Heinrich Steinbrecher) und die Reformation (Harald Junior). Thomas Stauders gibt zudem einen Rückblick auf die 150-jährige Geschichte der Brauerei aus Sicht der Familie.

Die Anfänge des Kalenders gehen auf Gründung des Essener Kulturbüros zurück. Christoph Wilmer berichtet: "Mit 'KulUr' wollte die Stadt Essen Kultur in die Stadtteile bringen und Büros in den Stadtbezirken etablieren. Mitte der Achtziger war die Zeit des Mottos 'Grabe, wo du stehst' im Sinne von 'suche deine Geschichte' und das haben auch die Menschen in Altenessen getan." Im Laufe der Jahre gab es zwei Veränderungen im Kalender-Layout: die Abbildungen wurden farbig und man ging dazu über, auf jeder Kalenderseite zwei Fotos abzudrucken - ein historisches sowie als Pendant dazu eine Aufnahme aus heutiger Zeit. Wilmer: "Wir verfügen über ein eigenes Fotoarchiv mit über 3.000 historischen Aufnahmen, sind jedoch immer auf der Suche nach weiterem Material."

Zum Kalender:

Der Jahreskalender 2017 des Lesebuchkreises Altenessen ist beim Einzelhandel in der Innenstadt sowie in Altenessen zum Preis von sechs Euro erhältlich. Der Lesebuchkreis Altensessen, der von der Volkshochschule Essen sowie vom Kulturbüro der Stadt Essen unterstützt wird, trifft sich 14-tägig, montags ab 18 UIhr an der Altenessener Straße 196 (ehemalige Bahnhofschule). Gäste stets willkommen. Infos unter Telefon 0201/324416.
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