Wenn Medikamente gegen Hochdruck nicht helfen: der Blutdruck-Schrittmacher

Zum Universitätsklinikum gehört das Westdeutsche Herzzentrum Essen.
Das Westdeutsche Herzzentrum Essen führt ein neues Verfahren zur Therapie bei Bluthochdruck und Herzinsuffizienz ein. Herzchirurgen und Kardiologen behandeln Patienten mit Bluthochdruck, bei denen Medikamente nicht die erhoffte Wirkung gezeigt haben, nun mit einem Blutdruck-Schrittmacher - der sogenannten Barorezeptor-Stimulationstherapie. Das teilt das Uniklinikum mit.

Patienten mit Bluthochdruck sind einem hohen Lebensrisiko ausgesetzt und erleiden oft einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Nicht immer helfen Medikamente.
Bei der Barorezeptor-Stimulationstherapie implantieren Mediziner der Klinik für Kardiologie sowie der Klinik für Thorax- und Kardiovaskuläre Chirurgie den Patienten ein System, das mit einem Herz-Schrittmacher vergleichbar ist. Der Blutdruck-Schrittmacher sendet elektrische Signale an Zellen einer besonderen Struktur der Halsschlagadern, den Barorezeptoren, die ihrerseits mit den Bereichen des Gehirns in Verbindung stehen, welche für die Regulation des Blutdrucks und Kreislaufs verantwortlich sind.

Gehirn verarbeitet Signale


Das Gehirn verarbeitet diese Signale und erzeugt dann eine Senkung des Blutdrucks. „Die Therapie ist zwar nicht für jeden Patienten geeignet. Bei medikamentös nicht zu kontrollierenden Blutdruckwerten ist die Barorezeptor-Stimulationstherapie jedoch geeignet“, erläutert Prof. Raimund Erbel, Direktor der Klinik für Kardiologie.

Dr. Wilko Weißenberger, Oberarzt der Klinik Thorax- und kardiovaskuläre Chirurgie, der diese Eingriff durchführt, überzeugt die operative Einfachheit: „Die Implantation des Systems dauert weniger als eine Stunde. Einen Tag später können die Patienten zumeist die Klinik wieder verlassen.“


Operation wird auch in Essen durchgeführt


Die Blutdruck-Schrittmacher biete weitere Vorteile: er nutz körpereigene Regelkreisläufe, seistufenlos regulierbar und könne bei Bedarf ausgeschaltet werden. Erste Langzeitergebnisse zeigen, so die Experten, eine erfolgreiche Blutdruckminimierung von durchschnittlich 30mmHg systolisch. „Viele Patienten können mit der Reduzierung auch die Medikamente verringern. Die Kosten des neuen Verfahrens werden daher von einer Vielzahl der Krankenkassen übernommen“, so der Kardiologe Dr. Nico Reinsch.

Das neue Therapieverfahren wird von nur wenigen, spezialisierten Zentren in NRW eingesetzt.
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