Überruhr: 23-Jährige überfallen - junges Tätertrio übte vermutlich für künftige "Raubüberfälle"

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Am Samstag, 29. Oktober, bedrohten drei Jugendliche eine junge Frau (23) in Überruhr-Hinsel. Wie die Polizei berichtet, stellten sich ihr die Jugendlichen gegen 20.30 Uhr in den Weg, als die 23-Jährige gerade zur S-Bahnhaltestelle Holthausen an der Langenberger Straße lief.

Unter Vorhalt eines Messers, welches, wie sich später herausstellte, aus Plastik bestand, forderten sie Geld von der Frau. Gleichzeitig beleidigten sie die junge Frau mit sexuellen Sprüchen. Trotz der unmittelbaren Bedrohung aktivierte die beherzte Spaziergängerin ihr Handy, um den Notruf 110 der Polizei zu wählen. Einer des Trios, ein 13-jähriger Essener, entriss ihr gewaltsam das Handy und rannte in Richtung der S-Bahnhaltestelle davon. Offenbar hatte er die Entschlossenheit der jungen Dame unterschätzt, die ihm sofort nachrannte. Als er auf seiner Flucht stürzte, nahm sie ihm das Handy kurzerhand wieder ab.

Polizei hat die drei Räuber identifiziert

Aufgrund des augenscheinlich jugendlichen Alters übernahm die Ermittlungsgruppe Jugend des Essener Raubkommissariats, die Federführung in den Ermittlungen. Die Kriminalbeamten konnten noch vor dem letzten Wochenende (4. November) die Identitäten der flüchtigen Räuber (13, 13, 15) ermitteln. Darunter befand sich ein 15- Jähriger, der seit geraumer Zeit im Intensivtäterprogramm des Polizeipräsidiums Essen geführt wird. Vermutlich durch seine intensiven Erfahrungen in diesem Programm hielt sich der straferfahrene Jugendliche offenbar bei der Tatausführung deutlich zurück.

Tat als "Training" oder Mutprobe empfunden

Die Vernehmungen ergaben, dass der Überfall von den Jugendlichen als eine Art Training oder Mutprobe empfunden wurde. Ob auch die beiden 13-jährigen Räuber in das Intensivtäterprogramm aufgenommen werden müssen, wird nun geprüft. Das Jugendgericht wird sich mit dem Tatablauf in einem späteren Verfahren beschäftigen.
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Gottfried Czepluch aus Essen-Ruhr | 08.11.2016 | 14:44  
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