SV Byfang-Spieler trafen sich nach 45 Jahren wieder

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Kräftig aufgemischt haben diese sportlichen Herren das Wilhelm-Haneke-Stadion am Hinsbecker Berg am vergangenen Samstag. Die Ex-B-Jugendspieler des SV Byfang 1919 hatten sich 45 Jahre lang nicht gesehen - entsprechend groß war die Wiedersehensfreude.
 
Das tolle Mannschaftsgefühl von damals hat sich beim Treffen der ehemaligen SV Byfang-Spieler gleich wieder eingestellt.
Essen: Wilhelm-Haneke-Stadion |

Runde Geburtstage sind Anlässe, an denen der Mensch schnell mal sentimental wird. So ergeht es auch Arno Pannenbäcker an seinem 60. Geburtstag. Er erinnert sich an seine Jugend, an die Saison 1968/69, als er für den SV Byfang 1919 in der B-Jugend Fußball spielte. In einer Mannschaft, die nicht aus Mitspielern sondern aus Freunden bestand. Und als ihn sein ehemaliger Mannschaftskamerad Walter Richter anruft und zu seinem Geburtstag gratuliert, ist schnell die Idee geboren: Die B-Jugend von damals muss sich mal wieder treffen.

Nur: Binnen der vergangenen 45 Jahre ist viel passiert. Den SV Byfang 1919 gibt es schon lange nicht mehr. Heute existiert nach zwei Fusionen nur noch die SG Kupferdreh-Byfang. Auch die Freunde von damals haben sich in diesem Zeitraum aus den Augen verloren und sind nun in ganz Deutschland verteilt.
Doch Walter Richter beginnt zu recherchieren und macht tatsächlich alle ehemaligen Mitspieler sowie Trainer und Betreuer ausfindig. „Das war ein Haufen Arbeit“, berichtet Richter. Zwar leben viele ehemalige Mitstreiter noch in Essen, andere macht er aber in Bayern, Hessen und Schleswig-Holstein ausfindig und vereinbart ein Treffen.

„Es ist sofort wie früher“

Am vergangenen Wochenende istdie ehemalige B-Jugend des SV Byfang1919 dann tatsächlich wieder vereint. Teilweise hat man sich jahrzehntelang nicht gesehen. Man erkennt sich aber wieder und liegt sich in den Armen. „Unser Juan hat sogar noch immer seinen spanischen Akzent, obwohl er jetzt seit 50 Jahren hier lebt“, lacht Arno Schreier.„Es ist sofort wie früher.“ Pannenbäcker ergänzt: „Wir hatten damals auch so ein tolles Mannschaftsgefühl, das habe ich so danach nie mehr erlebt. Ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass wir mal Streit gehabt hätten.“ Auch nicht neben dem Platz. Zwar meint Richter zunächst: „Kupferdreh war ein Nest. Außer der Kirche und Fußball gab’s doch nichts.“ Doch nach kurzer Zeit kehrt auch die Erinnerung an das Tanzstudio in der Poststraße und das Hotel Mellwig zurück. „Discofox gegen Rock’n Roll hieß es damals“, berichtet Lutz Gauer.
Doch nicht alles ist so wie früher. Gerd Kugland ist bereits vor 30 Jahren gestorben. Seine ehemaligen Mitspieler gedenken seiner mit einem Extra-Trikot.

Der hagere Linksaußen ist nun etwas fülliger

Ansonsten aber ist die ehemalige B-Jugend mehr oder minder bei bester Gesundheit. Aber klar: Der einst so hagere Linksaußen ist etwas fülliger geworden und auch sportlich stößt der eine oder andere an seine Grenzen. So nimmt Walter Richter an dem extra organisierten Elfmeterschießen, für das sich Ex-Profi Oliver Adler zur Verfügung gestellt hat, nicht teil - die Hüfte. Auch der ehemalige Torjäger Udo Freistühler muss nach dem ersten Schuss passen und flucht: „Als wenn mir jemand mit dem Messer in den Oberschenkel gestochen hätte.“
Doch im Vordergrund stehen ohnehin andere Sachen.Geschichten von früher, wie der Besuch beim befreundeten Verein Holsatia Elmshorn in Schleswig-Holstein. „Das war damals was ganz Besonderes“, erklärt Richter. „Heute ist es normal, dass die Jugendmannschaften nach Spanien fahren.“ Nicht der einzige Unterschied. „Der ganze Fußball hat sich verändert“, erklärt Pannenbäcker. „Alleine das System, wir haben damals mit Libero gespielt.“ Auch die Trainingsphilosophie ist mittlerweile eine andere. „Heute wird alles mit dem Ball gemacht“, stellt Freistühler fest und blickt auf den Grashügel im Stadion am Hinsbecker Berg. „Wir sind stattdessen immer da hochgejagt worden.“

Die alten Geschichten nahmen kein Ende

Nach dem Elfmeterschießen führt eine Fahrradtour um den Baldeneysee, ehe man den Abend bei einem gemeinsamen Abendessen ausklingen lässt. Jemand hat die alten „Bierzeitungen“, die früher zu jeder Weihnachtsfeier erstellt wurden, gesammelt und mitgebracht. Dazu hat Walter Richter aus Fotos von früher eine Foto-Show erstellt, sodass sich der Abend bei dem einen oder anderen Bierchen noch länger hinzieht. Am Tag danach berichtet Richter begeistert: „Der Tag war sensationell. Wetter super, alle gut drauf und die alten Geschichten nahmen einfach kein Ende.
Wir haben uns gefühlt als wenn wir uns gestern erst getrennt hätten.“
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