Dieter Landskrone: Brücke zwischen Patienten und Klinik

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Dieter Landskrone (Ombudsmann in den LVR-Kliniken Essen und Kreisvorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft). Foto: Kirstein

Wenn die Patienten der LVR-Kliniken Probleme mit Therapien, Streitigkeiten untereinander oder andere Beschwerden haben – wen rufen sie? Dieter Landskrone!

Dieter Landskrone ist Ombudsmann für psychisch Erkrankte in den Einrichtungen der LVR-Kliniken in Essen. Aber was ist das eigentlich? „Eine Ombudsperson kann man auch als Patientenfürsprecher bezeichnen. Ich betrachte mich also als Brückenbauer zwischen den Patienten und der Klinik“, erklärt er im Interview. Seine Aufgabe ist es, bei Beschwerden der Patienten deren Interessen gegenüber der Klinik zu vertreten und gemeinsam mit beiden Parteien zu einer Lösung zu kommen.
Der gebürtige Steelenser konnte einige Erfahrung in der Sozialarbeit sowie bei der Arbeit mit Menschen mit Behinderung sammeln und war unter anderem als Leiter des Seniorenreferats der Stadt Essen tätig, bis er 1997 in den Ruhestand ging. Als der Posten der Ombudsperson in den LVR-Kliniken einige Zeit vakant war, nahm Landskrone im November 2001 die ehrenamtliche Tätigkeit als „ganz neue Herausforderung“ an. Seitdem vertritt er die Patienten aller psychiatrischen, psychotherapeutischen, psychosomatischen und forensischen Einrichtungen des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) in Essen. Die Arbeit mit Patienten mit Diagnosen wie zum Beispiel Borderline oder Suchtverhalten und denen, die in der forensischen Psychiatrie untergebracht sind, erfordere Berufs- und Lebenserfahrung, sowie Menschenkenntnis, bemerkt der 72-Jährige.
Vor der Erzielung einer Einigung muss natürlich zuerst geklärt werden, ob das psychiatrische Krankheitsbild überhaupt eine Kommunikation mit dem Patienten erlaubt – das sei aber in der Regel der Fall. Dabei vertritt Dieter Landskrone Patienten mit unterschiedlichsten Diagnosen, darunter zum Beispiel Borderline-Syndrom und Suchtverhalten. Mit ihren Anliegen wenden sich die Patienten an die Ombudsperson. Diese füllt im Anschluss einen Beschwerdebogen aus und reicht ihn an die zuständige Stelle der Klinik ein. In einer Stellungnahme bewertet die Klinik die Berechtigung der Beschwerde und bietet den Patienten gegebenenfalls einen Lösungsvorschlag an. Manchmal finden auch Schlichtungsgespräche mit beiden Parteien statt, sofern die Umstände das erlauben. Selbst mit Patienten der forensischen Psychiatrie gehe es in den Gesprächen so gut wie immer friedlich zu, so Landskrone. Dabei habe er es mit unterschiedlichen Beschwerden zu tun.
Unter anderem fühlen sich manche Patienten von den behandelnden Ärzten nicht „verstanden“. Manche haben Streitigkeiten mit anderen Patienten, wobei im Schlichtungsgespräch darüber beraten werden könnte, welcher der Streitenden auf eine andere Station verlegt werden soll. Unter den häufigsten Beschwerden seitens der Patienten sei jedoch der Ausfall von Therapiesitzungen. Schuld daran sei ein Mangel an geschulten Springerkräften, die einen Ausfall von Pflegekräften – durch Krankheit, Urlaub, etc. – kompensieren könnten. Den Kliniken fehle es an finanziellen Mitteln, mit denen das Personal aufgestockt werden könnte. „Ich würde mir von Gesetzgeber und Kostenträgern wünschen, dass mehr Geld für Pflege, Psychiatrie und Psychotherapie zur Verfügung gestellt wird. So könnten mehr flexible Pflegekräfte eingestellt werden“, appelliert der Ombudsmann an die Politik. Durch eine Erhöhung der Pflegesätze könne eine konstantere Therapie und Betreuung für die Patienten der Kliniken ermöglicht werden, wodurch wiederum schnellere Therapieerfolge erzielt werden können.
Durch die Arbeit mit psychisch erkrankten Patienten bekommt Dieter Landskrone auch traurige Schicksale und Misserfolge der Therapien direkt mit. Dies könne auch für Außenstehende sehr belastend sein, jedoch dürfe man diese Schicksale nicht „mit nach Hause nehmen“ und nicht zu nah an sich heranlassen, berichtet er. Auf der anderen Seite erlebt der Patientenfürsprecher auch die Therapieerfolge seiner Schützlinge aus erster Hand mit: „Besonders Patienten in der forensischen Psychiatrie haben oft keinerlei soziale Kontakte mehr. Dabei zu helfen, auch für diese Menschen Lebensqualität und Normalität in ihrem Leben wiederherzustellen, ist Balsam für die Seele.“
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