Wenn Karneval - dann mit den Gänsereitern! Große und kleine Jecken kommen in Freisenbruch wieder auf ihre Kosten

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Das amtierende Kaiserpaar Volker I. und Marion I. freuen sich auf die kommenden Veranstaltungen.
 
Wilhelm Hagmeyer, 1. Vorsitzender der Gänsereiter.
Essen: Freisenbruch | Wenn die fünfte Jahreszeit langsam auf ihren feierlichen Höhepunkt zusteuert, laufen auch die Vorbereitungen des Gänsereiter-Clubs Freisenbruch für seine zahlreichen Veranstaltungen auf Hochtouren. In diesem Jahr freuen sich die Gänsereiter, für die kleinen Freisenbrucher sogar eine waschechte Premiere präsentieren zu dürfen: Der vergangenen Samstag stand ganz im Zeichen des Kinderkarnevals.Und das ist natürlich noch lange nicht alles…

VON JULIA COLMSEE

„Von der Resonanz auf unseren Kinderkarneval waren wir ehrlich gesagt auch etwas überrascht - wirklich toll!“, freut sich Wilhelm Hagmeyer, 1. Vorsitzender des Gänsereiter-Clubs Freisenbruch, einige Tage zuvor im Gespräch mit dem Kurier. „Wir wollten gerne eine Veranstaltung speziell für Kinder anbieten - am besten in unserem Vereinslokal ‚Haus Springob‘. Ganz wichtig: der Eintritt für die Kinder sollte nichts kosten… Angemeldet haben sich 100 Gäste - wir sind gespannt!“ Mit von der Partie war natürlich auch der Kinderkönig der Gänsereiter Finn I.
Am kommenden Samstag, 25. Februar, folgt dann bereits das nächste Highlight: der große Bürgerball. Ein buntes, karnevalistisches Programm erwartet die Gäste ab 19 Uhr im Haus Springob an der Bochumer Landstraße 333. Neben dem Kaiserpaar der Gänsereiter Volker I. und Marion I. stehen einige spannende Showacts auf dem Programm. Eine Spitzen-Playback-Show präsentiert beispielsweise die Steeler Showtanzgruppe und auch Kay Schneller, besser bekannt als die „goldene Stimme aus Freisenbruch“ darf natürlich nicht fehlen. Als besonderen Stargast freuen sich die Gänsereiter Franky Fox - bekannt aus Funk und Fernsehen - begrüßen zu dürfen. Er präsentiert Karnevals- und Partyhits, Popsongs und Rocknummern. Einige Überraschungsgäste sind ebenfalls geplant - die aber an dieser Stelle noch nicht verraten werden! Fest steht: Nach dem Programm gibt es noch jede Menge Musik und Tanz! „Bis zum Abwinken“, verrät Wilhelm Hagmeyer.
Und was wäre eine Karnevalssession ohne das Gänsereiten? Das steht ganz traditionell am Karnevalssonntag (25. Februar) auf dem Programm. Um 14 Uhr geht es auf dem Festplatz an der Alleestraße los und natürlich - darauf sei an dieser Stelle noch einmal hingewiesen - handelt sich bei den Reittrophäen um künstliche Gänse.
Das Gänsereiten geht auf eine sehr alte Tradition zurück. Angeblich führten spanische Soldaten vor beinah 400 Jahren diesen Brauch in Wattenscheid ein. Im 30-jährigen Krieg besetzten sie Wattenscheid von zirka 1623-1629. Während der langen Wintermonate machte sich bei den Söldnern bald Langeweile breit. Sie kamen auf die merkwürdigsten Ideen, um sich die Zeit zu vertreiben; so stahlen sie den Wattenscheider Bauern die Gänse und hingen sie an ein zwischen zwei Bäumen gespanntes Seil. Im schnellen Galopp ritten sie nun auf die lebende Gans zu und versuchten, ihren Kopf mit der Hand abzureißen. Auf eine bereits 90-jährige Geschichte konnten die Freisenbrucher Gänsereiter im vergangenen Jahr zurückblicken. Eine lange Zeit des Bestehens in der die Gänsereiter zu einem festen Bestandteil Freisenbruchs geworden sind. Doch die Anfänge waren nicht leicht - Oktober 1926 war es - die Zeit der großen Arbeitslosigkeit und Depressionen in Deutschland - die Menschen auf der Suche nach positiven Aspekten in ihrem Leben… Eine Handvoll Männer fanden für sich und Ihre Familien eine ideale Lösung: Sie gründeten den Gänsereiter-Club Freisenbruch. Kameradschaft, Frohsinn und Aufrechterhaltung von Tradition und Brauchtum der Väter schrieb man sich auf die Fahnen - bis heute Werte, die dem Verein überaus wichtig sind!
Im Anschluss an das eigentliche Gänsereiten steht ein Festumzug durch Freisenbruch auf dem Programm. Er startet um zirka 16 Uhr und führt von der Alleestraße über die Bochumer Landstraße bis zur Kreuzung Freisenbruchstraße und wieder zurück. Neben den Gänsereitern hoch zu Ross und auf den Festwagen werden außerdem zahlreiche befreundete Vereine teilnehmen, wie der BSV Freisenbruch, der Gänsereiter-Club Höntrop, der Gänsereiterclub Sevinghausen, die Landjugend Bochum-Stiepel und viele mehr. Außerdem dürfen sich die Zuschauer auf insgesamt zehn Motivwagen freuen.
Für Autofahrer wichtig: die Bochumer Landstraße wird ab 13 Uhr in beiden Richtungen gesperrt -die Alleestraße ab zirka 13.45 Uhr. Außerdem besteht am Karnevalssonntag in der Zeit von 12 bis 19 Uhr in der gesamten Alleestraße und auf der Bochumer Landstraße (Kreuzung Rodenseel- bis Freisenbruchstraße) ein absolutes Halteverbot.
Und auch ein besonderer Sicherheitshinweis ist den Gänsereitern wichtig: Stadt und Polizei werden den Umzug besonders absichern und unter anderem Fahrzeuge an den Zufahrten zum Umzug platzieren. Die Polizei appelliert außerdem an alle Besucher, keine großen Taschen oder Rucksäcke mitzubringen. „Das ist heute ja leider auch wichtig“, fasst Wilhelm Hagmeyer zusammen.
Am Abend ab 20.11 Uhr findet auf dem Krönungsball die traditionelle Inthronisierung des Königspaares in der Gaststätte Luttropp an der Rodenseelstraße 207 statt. Einlass ist ab 19 Uhr - der Eintritt ist frei.
Wieder in der Vereinsgaststätte Haus Springob wird die Bacchusbeerdigung begangen. Ab 20.11 Uhr heißt es „Antreten zum letzten Geleit des verstorbenen Bacchus mit Gänsereiterkardinal Gregor Kaiser“ - der Eintritt ist frei.
Und auch wenn die Karnevalszeit dann erst einmal beendet ist - die Gänsereiter sind natürlich auch die restliche Zeit des Jahres nicht untätig. „Wir haben uns in den vergangenen Jahren ganz bewusst geöffnet und beteiligen uns sehr engagiert an den verschiedensten Aktivitäten und Festen des Stadtteils - bei der Aufstellung des Maibaums sind wir zum Beispiel auf jeden Fall auch wieder dabei“, erklärt Wilhelm Hagmeyer.
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 20.02.2017 | 22:34  
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