Eingetütet - Galerist am Folkwang Museum steckt Kunst in die Tüte

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Freuen sich über jede Menge Kunst in Tüten (v.l.): Robin Horsch, Kerstin Müller Schiel, Angela Ronge und Torsten Obrist von der gleichnamigen Galerie.
Essen: Galerie Obrist |

Die Kunst in Tüten - für Robin Horsch kein Problem. Seit Jahren schon lässt der Essener Künstler seine Werke, sofern das Format dies zulässt, von Galerist Torsten Obrist in die Tüte stecken und nach Besitzerwechsel von verwunderten Galeriebesuchern und eingefleischten Wundertüten-Fans wieder herausnehmen. Ob dies dann unterm Baum oder sofort geschieht bleibt da jedem selbst überlassen.

Vor 14 Jahren startete Torsten Obrist seine Wundertüten-Aktion und wollte damit „Kunst im erschwinglichen Segment“ anbieten. Schwellenängste sollten genommen werden und auch weniger kunstaffine Menschen ihren Weg in eine Galerie finden.
Im Laufe der Jahre wurde die Aktion zum „Dauerbrenner“ und viele Kunstsammler gesellten sich zur Wundertütengemeinde hinzu und spekulieren bis heute auf bestimmte Tüten angefüllt mit Kunst ihrer Lieblingsmaler, -fotografen oder -zeichner.
Skulpturen einzutüten, fällt aufgrund von Gewicht und Format dann doch eher schwer ...
Dennoch stellt sich Robin Horsch immer wieder gern der Herausforderung, seine Kunst in der Tüte verschwinden zu lassen: „Ich finde die Idee sehr gut, Kunst für Einsteiger anzubieten“, erklärt Horsch, der in diesem Jahr Collagen beisteuert. Im Laufe der Jahre hat er feststellen können, dass die Aktion keineswegs zu unterschätzen ist: „Wer sich bei der Wundertüte Mühe gegeben hatte, für den lief es auch weiter gut.“
In diesem Jahr landen Tüten zum Thema „Borderline“ in der Obrist‘schen Wühlkiste an der Kahrstraße. Das kann sich einerseits auf die künstlerische Praxis, andererseits aber auch auf psychologische Motive beziehen.

Etwas Tüte - viel Wunder


Fast zwanzig Künstler der Galerie haben jeweils 20 Tüten mit Originalen ihrer Kunstwerke befüllt. Was sich in den namentlich bezeichneten Tüten befindet - ob Malerei, Skulptur, Foto, Objekt oder Multiple - erfährt der Käufer dann erst beim Auspacken. Erstmalig gibt es in diesem Jahr übrigens „Best of“-­Tüten, die Werke aus den vergangenen 14 Jahren beinhalten. Sogenannte „Wildcards“ runden das Angebot ab und beinhalten quasi „die Katze im Sack“ bzw. „in der Tüte“ - was bei Robin Horsch künstlerisch betrachtet sogar durchaus möglich sein kann.
„Es gibt sogar Fanclubs, die haben es auf bestimmte Tüten abgesehen und nach drei Minuten sind diese dann weg ...“ Obrist und Horsch wollen auch schon von Tütenparties und Tauschclub-Aktionen gehört haben.
Fakt ist: Die Tüte macht neugierig - und fördert zudem die Kunst in der Region. Und sie passt zum bevorstehenden Fest. Was will man also mehr? Etwas Tüte und ganz viel Wunder.
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