Essener Rotary-Clubs und Caritas leisten nachhaltige Flüchtlingshilfe

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Gemeinsam wollen sie Flüchtlinge unterstützen: (v.l.) Claas Jörges, Julia Marcus, Björn Enno Hermans und Rudi Löffelsend (alle Caritas), Henner Mahlstedt (Rotary Club Essen-Hellweg), Klaus Peter (Rotary Club Essen), Veronika Lühl (Rotary Club Essen Centennial), Bernhard Hörsgen (Rotary Club Essen Baldeney) und Alexander Pramschüfer (Rotary Club Essen-Ruhr).

Wenn sechs Essener Rotary Clubs gemeinsam Flüchtlinge unterstützen, dann soll es keine kurzfristige Hilfe, sondern ein nachhaltiges Projekt sein. Dazu braucht es den entsprechenden Partner und dessen Organisationsstruktur. Gefunden haben die Rotarier ihn im Verein Caritas-Flüchtlingshilfe Essen e.V. In den beiden großen Themen Sprache und Freizeit werden in mindestens fünfjähriger Zusammenarbeit Projekte geschultert.

Dass sie bei "einem der größten Probleme seit der Wiedervereinigung", so Henner Mahlstedt vom Rotary Club Essen-Hellweg, helfen wollten, stand für die Clubmitglieder außer Frage. Um das aber effizient zu tun, braucht es bestehende Strukturen, "denn die können wir nicht aufbauen", sagt Veronika Lühl, Präsidentin Rotary Club Essen Centennial. Zwar unterstützen die Rotarier nicht nur mit Geld, sondern arbeiten unter ihrem Motto "Hands on" auch aktiv mit. Sinnvollerweise geschieht dies aber innerhalb einer Organisation, die im Rahmen der Flüchtlingshilfe schon viel Erfahrung gesammelt hat.

Die Clubs möchten vor allem dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche in das Leben in Essen integriert werden. Dazu braucht es Sprachkenntnisse. Sprachkurse organisiert die Caritas-Flüchtlingshilfe seit August - in unterschiedlichen Lernstufen. Als eine Weiterführung Ende letzten Jahres auf der Kippe stand, sorgten die Rotarier kurzentschlossen mit Geldmitteln dafür, dass die Arbeit weiter gehen konnte.

Der zweite wesentliche Bereich, in dem die Zusammenarbeit jetzt angegangen wird, ist das Freizeitangebot, mit dem junge Flüchtlinge in den Stadtteil integriert werden sollen - ganz einfach über das örtliche Jugendzentrum.
Dass das nicht so einfach ist, wissen die Träger der Jugendzentren allerdings, weil ihre Angebote in Richtung Flüchtlinge oft nicht wahrgenommen wurden. Dass es in Gegenrichtung besser gelingen soll, dafür will jetzt Julia Marcus sorgen, deren Anstellung bei der Caritas durch die Rotarier ermöglicht wird.

Der seit 2014 bestehende Verein Caritas-Flüchtlingshilfe bietet derzeit Sprachkurse für rund 100 Teilnehmer aus den vier Übergangswohnheimen Grimbergstraße, Raumerstraße, Langenberger Straße und Karl-Meyer-Straße an. Ein Erzählcafé, um die Sprachkenntnisse zu festigen, sowie Vorträge über das Leben in Deutschland ergänzen das Angebot.
Die Freizeitgestaltung richtet sich vor allem an die Gruppe der Elf- bis Achtzehnjährigen. "Die sind eher schwierig", weiß Claas Jörges (Caritas), weshalb sich viele Ehrenamtler auch lieber mit Kindern beschäftigen würden. Julia Marcus wird da nicht nur selber aktiv, sondern will auch Ehrenamtler gezielt für diese schwierige Gruppe akquirieren. "Hausaufgabenhilfe, Filme, Kochen", nennt sie als Stichworte für die künftige Arbeit, in der junge Flüchtlinge und junge Deutsche sich im Jugendzentrum kennenlernen sollen.
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