Weltweite Kulturbotschafter: 25 Jahre STUDIO an der Korumhöhe in Leithe

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So voll ist es selten auf der kleinen Bühne - am Sonntag fand sich das komplette Team mit Schirmherrr Prof. Dr. Oliver Scheytt (sitzend, links) zum Jubiläumsfoto ein. Foto: Studio-Bühne Essen/Frank Vinken (Foto: Foto: Studio-Bühne Essen/Frank Vinken)
Essen: Studio-Bühne Essen |

Russland, Kanada, USA... Für die engagierten Amateurschauspieler der Stduio-Bühne Essen, Korumhöhe 11, ist kein Weg zu weit und keine Bühne ungeeignet, um die Freude am Schauspiel in die Welt zu tragen. Seit nunmehr 25 Jahren erhalten sie die ehemalige Schubert-Grundschule in Leithe mit viel Enthusiasmus und vor allem viel Eigenkapital. Das Standort-Jubiläum wurde am Sonntag mit viel Prominenz und einer nicht alltäglichen Premiere gefeiert.

Gegründet wurde die Studio-Bühne Essen (SBE) bereits im August 1951. Gründungsvater ist Siegfried Plewa, der bis 2013 die Geschicke des kleinen Theaters leitete, ein weltweites Netzwerk aufbaute und noch heute regelmäßig in seinem Studio anzutreffen ist. Dafür gab‘s minutenlangen Applaus im alten Schulgebäude.
Plewas Nachfolger Michael Steinhorst eröffnete nicht nur den Festakt, sondern begeisterte mit einer emotionalen, stellenweise auch kritischen, vor allem aber einer unterhaltsamen Rede. Am 26. April 1990 wurde die alte Schule offiziell als Studio-Bühne Essen eröffnet. 1990, ein ereignisreiches Jahr u.a. mit dem Fall der Berliner Mauer. Und auch der 26. April ist ein geschichtsträchtiger Tag, nämlich u.a. der Geburtstag von Alfried Krupp und der Tauftag des großen William Shakespeare. 300 Produktionen, Projekte, Inszenierungen, Gastspiele, Formate und Angebote, 3.500 Veranstaltungen, 270.000 Zuschauer und 400 Akteure vor, auf und hinter der Bühne, das sind die beeindruckenden Zahlen aus „25 Jahren Studio an der Korumhöhe“.
Gegen Ende seines Grußwortes zauberte Steinhorst einen Hut hervor. „Den haben viele von ihnen auf“, lachte er. Denn u.a. waren der Oberbürgermeisterkandidat der CDU, Thomas Kufen, Bürgermeister Franz-Josef Britz, MdB Dirk Heidenblut, Bezirksbürgermeister Gerd Hampel (beide SPD), Dezernent Bomheuer und viele Vertreter aus Ratsfraktion oder Bezirksvertretung der Einladung gefolgt. „Sie haben den Hut auf, wir ihn in der Hand“, lachte Steinhorst und drehte die Kopfbedeckung um. Spenden wolle er nicht sammeln, wohl aber für Ideen werben, wie man das Haus erhalten könne.

Kulturstätte erhalten!


Denn: Rosigen Zeiten sieht das Ensemble nicht entgegen. Das Gebäude wurde durch ein 120.000 Euro-Gutachten als „Schrottimmobilie“ eingestuft. Und dass, obwohl private Gelder der Familie Plewa und vieler Akteure, Freunde und Förderer ins Haus geflossen sind.
Hörte man sich an diesem Sonntag um, kam die große Mehrheit der geladenen Gäste zu dem Fazit, dass das kleine Theater ein wichtiger Pfeiler in der Essener Kulturlandschaft sei und man eine langfristige Lösung für den Erhalt dieser Kulturstätte anstreben müsse.
„Das Studio muss im Bezirk VII erhalten bleiben“, forderte auch Bezirksbürgermeister Gerd Hampel und versprach, sich umgehend persönlich für eine rasche Lösung einzusetzen.
Prominenter Unterstützer ist dabei auch der ehemalige Kulturdzernent der Stadt Essen und Geschäftsführer der Ruhr.2010 GmbH, Prof. Dr. Oliver Scheytt. Der hatte nicht nur die Schirmherrschaft übers Standort-Jubiläum gerne übernommen, sondern lobte neben der überragenden Qualität des Hauses und dem Engagement jedes Einzelnen vor allem den Horizont, den die Akteure über Jahrzehnte bewiesen haben. „Wir hatten 2010 viele tolle Projekte, doch das internationale Schultheaterprojekt ‚Schluchten voller Schnee‘ mit dem Mädchen Gymnasium Essen-Borbeck und einer Schule aus Nischnij Nowgorod im Rahmen von ‚TWINS2010‘ ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Die langjährige Partnerschaft der Studio-Bühne zu Russland hat nicht nur da gezeigt, dass die Studio-Bühne ein wichtiger Kulturbotschafter weit über die Stadtgrenzen hinaus ist.“ Dass man nicht abschätzend von einem Amateurtheater schätzen soll, unterstrich Scheytt ebenfalls. „Ich habe einige Leute getroffen, die Inszenierungen in diesem Haus besser fanden, als im Grillo!“
Mit einer bunten Revue ließ dann auch noch das Ensemble die letzten Jahrzehnte äußerst unterhaltsam wieder auferstehen und machte allen Gästen Lust auf noch mehr Drama, Wahnsinn und Kinderlachen, eben Theater hautnah!

Der Theatermacher im Studio


Am Abend feierte dann Thomas Bernhards „Der Theatermacher“ eine berauschende Premiere und dass, obwohl der Verlag die Rechte eigentlich nicht an Amateurtheater vergibt.
Wer den Theatermacher live erleben möchte, hat am 30. April, 9., 10., 13., 30. oder 31. Mai noch einmal Gelegenheit. Karten kann man unter 0201-55 46 01 reservieren.
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