„Die Jacobsallee ist ungeeignet“

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Ist auf der Fläche an der Jacobsallee genug Platz für Schulerweiterung und Flüchtlingsheim? Grafik: Archiv
 
Wäre hier am Rutherweg eine geeignete Alternativ-Fläche zur Wiese an der Jacobsallee? Foto: Henschke

Bezirksvertretung meldete Bedenken an und machte eigene Vorschläge für Flüchtlingsunterkünfte


Patrick Widmaier gab bei der Sitzung der Bezirksvertretung die Richtung vor: „Die Fläche an der Jacobsallee ist ungeeignet, die Integration an diesem Standort hat nie geklappt!“ Auf der Wiesenfläche Barkhovenallee / Jacobsallee in Heidhausen soll eine Unterkunft für Flüchtlinge mit rund 200 Plätzen geschaffen werden unter der Voraussetzung, dass die Planungen für den Bau einer Kita auf dem Grundstück weitergeführt werden.

Auch sollen bis zum 1. April abschließend alternative Flächen geprüft werden. Am Rutherweg stünde die Fläche eines Reiterhofes zur Verfügung. Irrtümlich wurde hier der „Neu-Huxholt-Hof“ genannt, direkt neben der angebotenen Fläche gelegen. Gemeint war wohl eher der Nachbar "Huxsoll-Hof", hier wäre etwas mehr Sorgfalt in der Benennung vorteilhaft gewesen. Patrick Widmaier brachte noch eine zweite Alternative ins Gespräch: „Wie steht es mit den Motorradparkplätzen oberhalb von Haus Scheppen?“
In Heidhausen müsste die Fläche aufgrund von Altlasten aufbereitet werden. Untersuchungen im Jahr 2003 hatten ergeben, dass die obersten 80 Zentimeter belastet sind. Die zuoberst liegenden 30 Zentimeter Lehmboden müssten abgetragen werden, darunter eine 50 Zentimeter dicke Schicht mit Überresten der vorherigen Bebauung, der Erschließungsstraße und ihrem Unterbau von der Fläche herunter genommen werden.

"Nord gegen Süd bringt uns nicht weiter"

Daniel Behmenburg bat darum, die Realität zu sehen: „Nord gegen Süd, Stadtteil gegen Stadtteil, BI gegen BI, das bringt uns nicht weiter. Schön, dass die Bemühungen an der Jacobsallee im Rat angekommen sind. Nutzen wir das Moratorium bis zum 1. April und prüfen die Alternativen.“
Anna Leipprand sah Fortschritte zur alten Vorlage, „auch der Bezirk IX leistet seinen Beitrag“, plädierte für kleinere Standorte: „Aber es gibt keine ideale Lösungen, wir müssen auch Kröten schlucken. Die Fläche an der Jacobsallee hat genug Platz für Schulerweiterung und Flüchtlingsheim.“
Hanslothar Kranz brachte die Fläche an der Barkovenallee ins Gespräch. Doch
Ronald Graf als Leiter des Amtes für Stadtplanung und Bauordnung teilte mit, dass aufgrund der Klage eines Nachbarn 2006 ein Vergleich geschlossen wurde, dort nie mehr Flüchtlingsunterkünfte zu bauen. Auch sei die dort mögliche Bebauung durch ein Schwesterheim aufgrund neuer Gesetze nicht mehr in Bebauung für Flüchtlinge umzuwidmen.

"Flüchtlinge sind Bereicherung"

Ulla Lötzer sprach den Integrationswilligen Mut zu: „Flüchtlinge sind nicht nur Belastung und Gefahr. Wir erleben sie ganz anders, sie sind zum Teil eine Bereicherung für den Stadtteil, bringen tolle Erfahrungen mit. Wir begrüßen die Überprüfung der Alternative zur Jacobsallee, eventuell könnte man dort auch Kita, Schule und Flüchtlingsheim verbinden. Zumindest mittelfristig sollte auch eine feste Bebauung des Volkswaldes angestoßen werden.“
Das sah Hans Joachim von Hesler-Wirtz genauso: „Nehmen Sie den Volkswald präventiv in den Bebauungsplan auf, fassen Sie das Thema jetzt schon an. Land und Bund müssen zukünftig darauf achten, dass nur noch Flüchtlinge mit Bleibeperspektive in die Kommunen überwiesen werden.“

Polizeieinsätze

Der Volkswald war auch Thema für Stefan Sülzer: „Der Austausch der Belegung über Nacht brachte Unfrieden. Danach gab es mehrere Polizeieinsätze. Stimmt das Gerücht, dass Problemfälle extra deswegen nach Heidhausen verlegt wurden, weil dort durch den Runden Tisch so viel Engagement vorliegt?“ Hartmut Peltz, Fachbereichsleiter des Amtes für Soziales und Wohnen, gab zu: „Hier ist die Kommunikation schief gelaufen. Das bedauern wir. Es gab Probleme mit einzelnen Tätern. Die Polizei geht massiv vor und die Asylverfahren der Täter werden vorgezogen. Eine absolute Minderheit, etwa zwei Dutzend. Von denen sind 15 Menschen aus Algerien, Tunesien und Marokko inzwischen nicht mehr da!“

Bedenken

Die Bezirksvertretung erhebt bei drei Enthaltungen Bedenken gegen die Fläche „Jacobsallee“ und beschloss mit neun Ja-Stimmen von CDU und FDP, einer Enthaltung der CDU und acht Gegenstimmen von SPD, Grünen und Linken, die zusätzliche Prüfung der Fläche oberhalb Haus Scheppen.
Die Bürgerinitiative Heidhausen zur "Rettung der Wiese an der Jacobsallee/ Barkhovenallee" überreichte Bezirksbürgermeister Dr. Michal Bonmann 1.200 Unterschriften gegen die Bebauung mit einer Flüchtlingsunterkunft.
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