Heckerschule bleibt! Schulpflegschaft schrieb dem OB einen Brief und hatte damit Erfolg

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Die Heckerschule bewegt vieles im Stadtteil. So „erfand“ sie das stimmungsvolle Fußballturnier aller vier Werdener Grundschulen, stets ein großes Event.

Die gute Nachricht zuerst:
Die Heckerschule bleibt erhalten! Schulleiterin Susanne Heidersdorf konnte am Dienstagmittag stolz verkünden: „Der Antrag auf Zusammenlegung der Fischlaker- und der Heckerschule wurde soeben zurückgezogen!
Ich bedanke mich ganz herzlich für das beeindruckende Engagement der Schulpflegschaft und der Elternschaft der Heckerschule! Wir freuen uns alle sehr über diese Entscheidung!“

Die engagierte Schulpflegschaft wollte alles versuchen, bis zur Wahl noch über die politische Schiene Einfl uss auf die Entscheidung über die Aufl ösung der Heckerschule zu nehmen.
Sie stellte die vielen Vorzüge der Heckerschule deutlich heraus, mahnte an, auch die positive Entwicklung der Anmeldezahlen zu berücksichtigen.


Offener Brief

Auch schrieb Ingo Frommhold, Vorsitzender der Schulpflegschaft der Heckerschule, einen „offenen Brief“ an den Oberbürgermeister Reinhard Paß. Das zeigte Wirkung!
Dieser Brief ist inhaltsgleich auch an Thomas Kufen und verschiedene Mitglieder des Schulausschusses gegangen:
„Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Paß,
zunächst danke ich Ihnen für unser freundliches Gespräch, das wir in unserem Stadtteil Werden führen konnten. Die Vorlage hat die Elternschaft in Werden stark verunsichert und nachhaltig verärgert. Daher sehe ich mich als Vorsitzender der Schulpflegschaft der Heckerschule veranlasst, mich an Sie zu
wenden. Wie Sie sich vorstellen können, irritiert und befremdet es uns Eltern extrem, von der Absicht einer sofortigen und endgültigen Auflösung der Heckerschule erst aus der Zeitung zu erfahren. Nicht einmal die von der Vorlage betroffenen Schulen waren informiert. Wir können und wollen also nicht recht glauben, dass die Stadt Essen nur in bester Absicht vorgeht und ausschließlich das Wohl unserer Schule im Blick hat.

Flexibel

Neben der Art und Weise der Informationserlangung beruht die Verärgerung der Elternschaft auf folgenden Gründen:
Die Heckerschule ist zwar in der Tat keine Offene Ganztagsschule. Sie bietet aber - und dies wird in der Beschlussvorlage ausgeblendet - eine sehr flexible Betreuung über den Förderverein, die den Zeitraum von täglich 7 bis 17 Uhr (freitags bis 16 Uhr) abdeckt. Die Eltern können so - ohne eine Verpfl ichtung wie bei der OGS eingehen zu müssen - auch an weniger als vier oder fünf Tagen ihr Kind betreut lassen. Dies ist weiterhin so gewünscht, und ich habe in den vergangenen Tagen sehr viele Rückmeldungen der Eltern erhalten, die eine OGS-Betreuung ablehnen.


Betreuungsangebot

Zudem sind zahlreiche Eltern auf die Frühbetreuung angewiesen und haben ihr Kind gerade nicht an der Fischlaker Schule angemeldet, weil dort diese Betreuung gar nicht angeboten wird. Seitens des Fachbereichs Schule habe ich die Rückmeldung erhalten, dass zukünftig eine Betreuung über den Förderverein außerhalb des Schulgebäudes unproblematisch wäre.
Dies ist einerseits selbstverständlich, andererseits für uns überhaupt keine Option, weil in dem reinen Wohngebiet, in dem die Heckerschule liegt, keinerlei geeignete Räumlichkeiten erreichbar sind. Das jetzige Betreuungsangebot
ist für uns Eltern essentiell.

Ein frischer Wind

Die Heckerschule hat seit vier Wochen mit Susanne Heidersdorf eine sehr engagierte (kommissarische) Schulleitung, die sich bereits an allen 10 Kindergärten in der Nähe vorgestellt hat. Die Rückmeldungen waren bislang sehr positiv. Es weht ein frischer Wind. Wir als Elternschaft engagieren uns stark, um die Heckerschule mit ihrem ausgezeichneten Schulstandort,
den sehr guten Räumlichkeiten, dem wunderschönen Schulgarten, der Leseförderung, dem Schwerpunkt Schule und Kultur, der angeschlossenen Turnhalle und der familiären Atmosphäre zu positionieren. Durch verstärkte Außenwerbung sind wir guten Mutes, die Zahl der Anmeldungen weiter zu steigern.

Generationenwechsel

Aktuell ist die Jahrgangsstufe 1 zweizügig, was in der Beschlussvorlage völlig unerwähnt bleibt, und 103 Schülerinnen und Schüler besuchen die Heckerschule – sie ist also keineswegs von einer Schließung bedroht.
Umso mehr verärgert es uns, dass die mitten in die Zeit der Grundschulanmeldungen fallende Beschlussvorlage hier unser Engagement zunichte zu machen droht.
Zunehmend findet südlich der Ruhr ein Generationenwechsel statt. Aktuelle Baumaßnahmen wie z.B. „Grüne Harfe“ tragen ebenfalls dazu bei, dass immer mehr junge Familien mit Kindern in unseren Stadtteil ziehen und somit ein Zuwachs der Zahl der Grundschulkinder zu erwarten ist.
Die Statistik der Stadt Essen zur Geburtenentwicklung weist einen Anstieg der Geburtenrate in Werden von über 50 Prozent zwischen 2009 (jetzige Erstklässler) und 2014 aus. Hiervon wird auch die Heckerschule profitieren.

Flüchtlinge

In aktuellen Veranstaltungen wird weiterhin sehr deutlich, dass in naher Zukunft zahlreiche Flüchtlinge beschult werden müssen.
So sprach beispielsweise Herr Renzel in einer Sitzung am 3. September in Werden von fehlenden Schulplätzen in allen Schulformen. Angesichts dessen die Vierzügigkeit der Fischlaker Schule und der Heckerschule auf eine Dreizügigkeit zu begrenzen, halten wir für verfehlt.

Tag der offenen Tür

Im Namen der Eltern lade ich Sie sehr herzlich ein, sich am Tag der offenen Tür ein Bild von unserer Schule und ihrer Zukunftsfähigkeit zu machen.
Das Engagement aller an dem Schulleben Beteiligter drückt sich auch in diesem seit langem geplanten „Tag der offenen Tür“ aus. Dieser findet am Samstag, 19. September, von 10 bis 12 Uhr statt.
Hier wird den künftigen Erstklässlerinnen und Erstklässlern sowie ihren Eltern die Heckerschule präsentiert.

Ich freue mich in dieser für uns so wichtigen Angelegenheit auf Ihre Antwort.
Mit freundlichen Grüßen,
Ingo Frommhold
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