Ein großes Familientreffen

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Inga Osterwald wurde gegen den ETB hart angegangen. Foto: Bangert
 
Die Grün-Weißen hatten gegen den TuSEM II keine Chance. Foto: Bangert

Grün-Weiß Werden beim Final 4 der Handballer im Sportpark Löwental

Das große und bunte Wochenende des Essener Handballkreises ist vorbei, bot begeisternden Kindersport, Pokalkracher, tolle Unterstützung von den Rängen, bewegende Momente und so ziemlich alles rund um den Handballsport.

Mittendrin beide Werdener Mannschaften, die mit unterschiedlichen Voraussetzungen im Halbfinale antraten. Die Damen waren da Favorit, holten sich später den Vizetitel, während die Herren keine Chance hatten, aber über einen tollen dritten Rang jubeln konnten.

Feierliche Stimmung

Kreisvorsitzender Stephan Sülzer zog ebenfalls ein zufriedenes Fazit: „Ich bin begeistert. Über 1800 Zuschauer kamen an den beiden Tagen in die Halle. Wahnsinn. Besonders die Spiele der kleinen Handballer haben mir das Herz erwärmt. So viel Eifer, so viel Lust aufs Spielen. Das hat mich schon sehr beeindruckt. Es war auch eine sehr würdige Meisterehrung der besten Jugendteams. Die Stimmung war wirklich feierlich, ein berührender Moment. Das werden unsere jungen Handballer nie vergessen!“
Das Final4 war ein großes Familientreffen. Zwar boten weder die Halbfinals noch die Endspiele des Pokalwettbewerbes sportliche Spannung, doch die komprimierte Form in einer Halle an einem Wochenende ist in den Herzen der Handballer angekommen. Dabei ist Sülzer keinesfalls naiv: „Ich weiß, dass so mancher diesen Termin scheut. Wir haben auch Kritik einstecken müssen. Zumindest teilweise auch durchaus berechtigt. Hier arbeiten halt Menschen. Doch wenn ich in die strahlenden Kinderaugen sehe, ist all‘ dies vergessen.“

Netter Saisonabschluss

Die Herren waren gegen den TuSEM II arger Außenseiter. Trainer Dirk Bril musste wieder auf einen Großteil der Stammsieben verzichten. So wichtige Stützen wie die Keeper Patryk Bily und Hubertus Feldhege, aber auch zentrale Spieler wie Malte Mallach und Sven Pfeffer fehlten doch sehr. Torwart-Oldie Ralf Klose blickte der Herkulesaufgabe tapfer entgegen und unkte über die Zahl der Gegentore: „Hauptsache unter 50 bleiben…“ Dies voraus: es gelang, wenn auch knapp. Es kam wie befürchtet, Werden lag schnell mit 3:10 hinten. Nun war Dennis Kerger dreimal erfolgreich, doch mit drei Treffern in Folge zog der TuSEM bis zur Pause auf 21:9 davon. Der zweite Abschnitt begann mit einem durch Michael Dewald verwandelten Siebenmeter, Brendan Bous legte sogar nach. Aber dann zeigte der Favorit den es beherzt immer wieder versuchenden Werdenern ihre Grenzen auf. Gleich sieben TuSEM-Tore in Serie machten aus einem 24:12 eine derart klare Führung, dass alle Diskussionen beendet waren. Die letzten sieben Minuten hatten es in sich. Brendan Bous und zweimal Marco Gummersbach verkürzten noch auf 18:39, doch dann brachen alle Dämme und Werden kassierte noch sechs Dinger. Unterm Strich war es ein netter Saisonabschluss für die Grün-Weißen, die sich bei diesem Gegner nun wirklich keine Illusionen über die wahren Kräfteverhältnisse gemacht hatten. Der TuSEM wurde wie nicht anders erwartet auch Pokalsieger.

„Jetzt bitte Abpfiff!“

Die Werdener Damen starteten mit einem Sieg ins Final4. Landesliga-Aufsteiger SG ETB / Altendorf konnte zunächst gut mithalten, konnte bis zur 15. Minute mit 6:6 das Spiel völlig offen gestalten. ETB deckte frühzeitig Werdens Spielmacherin und Torschützin Inga Osterwald zu, nutzte die lockere Leine der Schiedsrichter weidlich aus. Osterwald musste so manche Attacke überstehen, ließ sich davon aber nicht zunächst beeindrucken und kam am Ende zu sieben Treffern. Kurz vor Spielende fiel sie dann doch verletzt aus. Zur Pause führte das Team der beiden Trainer Andre Gutjahr und Carsten Völker-Osterwald bereits mit 11:7, ging frohen Mutes in den zweiten Durchgang. Hier wurde es richtig deutlich, die HSG konnte die Führung bis zur 45. Minute auf 18:10 ausbauen. Diese wurde dann bis zum Schlusspfiff sicher verwaltet.
Am Sonntag forderten die Werdener Damen im Endspiel den Nordrheinligaaufsteiger SG Überruhr heraus. Erwartungsgemäß waren die Damen der HSG auf lange Sicht chancenlos. Aber der furiose Start hatte es in sich. Überruhr traf erst in der vierten Minute, bis dahin hatte Eva Nowicki ein 2:0 herausgeworfen. Eine schöne Momentaufnahme, Werdens Handball-Ikone Heinz Dressler platzte heraus: „Jetzt bitte Abpfiff!“ Es wäre zu schön gewesen. Auch nach dem frühen verletzungsbedingten Ausfall von Nadine Roth ließen die HSGlerinnen, nun ohne jede Auswechselspielerin, keineswegs die Köpfe hängen. Werden kämpfte gegen den hoch überlegenen Gegner engagiert bis zum Spielende und bekam viel Anerkennung und Lob für die gezeigte Leistung. Überragend Charlotte Falke, die aushilfsweise im Tor mit ihren unorthodoxen, aber höchst effektiven Paraden die Überruhrer Angreiferinnen immer wieder verblüffte.
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