Liebeserklärung an den Baldeneysee

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Beim Neujahrsempfang des EWRC lauschen die Ruderer dem Gastbeitrag über Brot als Energiequelle. Foto: Bangert
 
Der EWRC zeigt Flagge in Werden, hier beim Gesundheitstag. Foto: Archiv / Bangert

Neujahrsempfang beim Essen-Werdener Ruderclub mit Rück- und Ausblicken

Der See liegt angefroren da, der Blick schweift weit über das andere Ufer, bis hin zur Villa Hügel. Das Panorama ist herrlich, drinnen in der guten Stube sitzen die Ruderer und lauschen den Vorträgen. Der Neujahrsempfang des EWRC bewahrt seinen Nimbus der etwas anderen, weil tiefsinnigeren Veranstaltung.

Da passt es, wenn Vorsitzende Heike Pöppinghaus in ihrem Jahresrückblick besonders darauf hinweist, dass mit einem Open Air zu Pfingsten bei „toller Musik“, selbst der OB war da, Geld für Kinder in Not gesammelt werden konnte. Da bleibt es absolut stimmig, wenn in einem engagierten Gastbeitrag ein Bäckermeister über „sein“ Lebensmittel schwärmt und dann ausruft: „Brot macht klug!“ Niemand wundert sich, wenn Andreas Posten von der Segelriege in einem tiefsinnigen Bericht über einen fünfmonatigen Segeltörn mit farbenfrohen Assoziationen rund um die „grüne Hauptstadt Europas“ spielt, die Ferne lobt und doch mit einer Liebeserklärung an den Baldeneysee endet. Nicht zuletzt ist hier genau der richtige Rahmen für Schulleiterinnen, Missstände in der Betreuung der Flüchtlingskinder aufzuzeigen und gleichzeitig festzuhalten: „Wer schafft es, wenn nicht wir?“


Viele Veränderungen

Heike Pöppinghaus begrüßte im Saal des Essen-Werdener Ruderclubs am Hardenbergufer. Das erste Mal stand sie nun als Vorsitzende am Mikrophon, in Nachfolge von Gerd Steven. Viele Veränderungen durchlief der traditionsreiche „erste Ruderclub hinterm Wehr“ und durchläuft sie noch. Der Vorstand wurde erweitert, nun geführt von Pöppinghaus und Alfred Höltgen: „Wir sind ein Tandem, der Alfred hat aber viel mehr Arbeit als ich. Ohne ihn wäre es nicht so gut über die Bühne gegangen." Da Familie Petry nach Kupferdreh wechselte, übernahm Tanja Wellmann die Gaststätte und hat sich schon bestens eingelebt. Anfang Mai trafen sich die Ehemaligen und ließen sich von Spitzenruderin Ronja Schütte über das aufwändige Training und sportliche Ziele berichten. Mit Olympia hat es nicht geklappt, aber immerhin nahm Schütte an der WM teil. Nun wird sie sich verstärkt ihrem Studium widmen, da bleibt keine Zeit mehr fürs rudern. Die DM musste wegen der Elodea nach Hamburg verlegt werden. Neue Mähboote sollen kommen, so wird hoffentlich die internationale Hügelregatta stattfinden können. Leonie Neuhaus und eben Ronja Schütte waren sehr erfolgreich, Trainer Peter Seidel führte sie zu Bestleistungen. Auf Wanderfahrten lachte trotz angeblicher Garantie nicht immer die Sonne, Sommerfest, Herbstgrillen, Pöppinghaus wurde kaum fertig mit ihrer Aufzählung: „Was haben wir nicht alles gemeinsam unternommen!“

Flüchtlingsklassen

Besondere Gäste sind stets die Leiterinnen beider Gymnasien. Felicitas Schönau war begeistert: „Was für eine traumhafte Lage, das haben nicht viele Clubs.“ Die Zusammenarbeit von Schule und Verein ist sehr gut, die Bedeutung des Sports in Werden sehr groß. Seit zwei Jahren gibt es einen Leistungskurs Sport, er erfreut sich großer Beliebtheit. Für die Zukunft sieht Schönau Herausforderungen: „Wir haben Flüchtlingsklassen, die wir ohne Unterstützung meistern. Die Anforderungen sind hoch, viele der Schüler sind nicht alphabetisiert, können kein Deutsch. Da würde ich mich personelle Unterstützung wünschen. Aber in Werden klappt es dennoch, Schüler und Eltern helfen mit. Aber irgendwann ist die Grenze der Belastung erreicht. Sport ist da wichtig, doch die Hürden sind hoch. Die Flüchtlinge hatten noch nie regulären Sportunterricht - eine interessante und herausfordernde Erfahrung.“
Auch Dr. Christiane Schmidt schwärmte für den Ausblick: „Heute ist es hier wieder besonders herrlich!“ Sport sei auch in ihrem Mariengymnasium das verbindende Element, wenn auch weniger der Wassersport, sondern eher der Ball, den man in die Mitte werfe. Die Zusammenarbeit mit dem EWRC wird noch intensiver geführt, ein Beispiel: „Auf unserem Sommerfest im September wird es eine Challenge geben auf Rudergeräten.“

Der Nachwuchs

Die Jugendabteilung mit den Trainern Cathrin Crämer und Manuel Becker stellte mutmachende Fortschritte vor. Viele neue Jungruderer sind dazu gestoßen. Inzwischen ist wieder eine recht große Nachwuchsabteilung zusammen, die fleißig alles mitnahm, was sich in der Umgebung an Regatten anbot. Cathrin Crämer berichtete von unzähligen Erfolgen der Kinder, die nun eine richtige Regatta-Mannschaft stellen können. Der neue Jugendtrainer Manuel Becker möchte mit vier B-Jugendlichen einen starken Vierer aufbauen, der bei den Landesmeisterschaften in Krefeld erfolgreich auftreten kann. Das war Musik in den Ohren, fand Heike Pöppinghaus: „Toll, dass wir eine so gute Jugendabteilung haben. Das unterstützen wir gerne!“
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