Der Wunder-Lauf: Für Flüchtlinge und mit...

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Als wollten sie um ihr Leben rennen - die Hüttmannschüler. Schließlich ging es um vieles...Fotos: Gohl
 
Na, was ist hier denn hier für ein Getrampel um den Niederfeldsee...Wer stört meine Ruhe!
"Bunte" Hüttmann-Schüler mit Aha-Erlebnissen um den Niederfeldsee – Allbau packt zu!

Letzter Schultag: 11 Uhr: Der Himmel ist veilchenblau. Ein Kuchenstück großer Mond lugt auf den glitzernden Niederfeldsee. Klärchen strahlt mit herrlicher Oktoberwärme. Als wäre die Postkartenidylle noch nicht perfekt, laufen 348 Schüler mit glühenden Gesichtern immer wieder um den See. Moment! Eltern, Großeltern heften sich an ihre Fersen. Und Lehrer. Als wollten sie um ihr Leben rennen. Fast. Es geht um ihre Schule…

Auf der Wiese steht Barbara Linden. Die Hüttmann-Schulleiterin ist immer wieder Anziehungspunkt von den Schülern.
Die sind so bunt – farbiger geht’s fast nimmer. Auch 36 Flüchtlingskinder ohne Deutschkenntnis - plus 37 Kinder mit sonderpädagogischer Unterstützung versuchen ihr Laufglück um den See.
Für jede Runde gibt es einen bunten Strich auf den Arm. Es dreht sich um einen Sponsorenlauf der besonderen Art.

Die Hüttmann Gemeinschaftsgrundschule ist eine der ältesten Altendorfer Schulen. Nicht reich. Aber reich an unterschiedlichem Schülersegen mit 29 unterschiedlichen Nationalitäten. Da heißt es: „Kinder wie Eltern brauchen klare Strukturen. Die muss man ihnen immer wieder erklären, transparent machen. Und gegenseitige Rücksichtnahme“, bilanziert Linden.

Hört sich plausibel an. Scheint zu klappen. Denn vor dem Lauf wurden im Vorfeld Oma, Opa, Eltern, Nachbarn „angebettelt“, für jede gelaufene Runde zwischen 10 und 50 Cent zu zücken. Der Allbau wollte sich überzeugen: Klappt’s? Keine Frage. Dann legte er eine größere Schüppe Geld drauf.

Und wie die Kleinen wetzen. Evanur, Klasse 4, zeigt stolz seinen Arm der Rektorin: „Ich habe schon vier Runden gemacht.“ „Prima, lauf weiter!“
Verschwitzt halten Bilal und Fabian an. „Bereits acht Runden, Frau Linden. „Topleistung!“ Auch das Spitzenkönnen der Schulleiterin. Sie kennt alle Kinder mit Namen.

„Bilal ist ein kleiner Frechdachs. Aber ein ganz süßer!“ Macht das Rennen denn Spaß? „Klar, weil ich jogge. Wir machen das für die armen Leute, die nach Deutschland kommen. Aber auch für uns.“ Alle Achtung, der acht-Jährige kam vor drei Jahren aus Mazedonien. Sein Deutsch ist spitze! Freund Fabian macht das Laufen Freude, „weil man danach dünner wird. Ich will eine tolle Figur haben.“

Die zarte Hafsa, acht-jähriges Flüchtlingskind, schmiegt sich eng an Barbara Linden. „Die Kleine ist noch nicht ein Jahr in Deutschland, konnte kein Wort Deutsch. Aber es wird stets besser. „Ich möchte jeden Tag viele Hausaufgaben bekommen“, wünscht sich Hafsa.

Wofür also die erlaufenen Euro? „Gemeinsam legten Eltern, Lehrer fest, dass die Hälfte auf das Konto des Fördervereins überwiesen wird. Damit der Schulhof verschönert wird. Von der anderen Hälfte wird Sprach- und Arbeitsmaterial für die Flüchtlingskinder der Seiteneinsteiger-Klasse gekauft.“

Klar, Detlef Winnacker, Lehrer, der den Lauf organisierte, lief geschmeidig wie ein junger Gott Runde für Runde mit. Von 10.30 bis 11.30 Uhr. Dann wurde die Letzte eingeläutet. Tolles Training samt Team: Keiner hatte schlapp gemacht.
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1 Kommentar
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 05.10.2015 | 18:03  
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