Türkische Seniorinnen genießen das Zusammensein

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Mükerrem Kücük und Despina Paraskevoudi-Wilbert (obere Reihe von links) haben eine Oase für türkische Seniorinnen geschaffen.
 
Füreinander da sein für ein gutes Gefühl - das macht die türkische Seniorengruppe in Essen-Altendorf aus.
Von Carmen Dluzewski
In der Seniorenbegegnungsstätte der Stadt Essen in der Gesamtschule Bockmühle an der Ohmstraße in Essen-Altendorf können Seniorinnen mit Zuwanderungsgeschichte sich treffen. Etwas ganz Besonderes stellt diese Einrichtung dar, denn hier können Senioren einmal so richtig unter sich sein. Und was tun sie dann? Das, was Seniorinnen am Liebsten tun – tolle Gespräche führen, sich austauschen, informieren, für einander da sein und nach dem Motto „Essen hält Leib und Seele zusammen“ miteinander die eine oder andere Leckerei ausprobieren.
Eine der zwei guten Seelen und Leiterin der Gruppe ist Despina Paraskevoudi-Wilbert von der Integrationsagentur des Diakoniewerk Essen. Die Dipl.-Pädagogin weiß, wie wichtig diese Treffen für die muttersprachliche Gruppe sind. Die Seniorinnen sprechen die gleiche Sprache, haben die gleichen Erfahrungen und somit teilen sie sich viele Gemeinsamkeiten. „Ich merke bei unseren Treffen jedes Mal, wieviel den Damen diese Treffen bedeuten. Denn jede von ihnen hat ihren Alltag zu bewältigen, was nicht immer einfach ist. Die Treffen sind kleine Oasen“.
Dass die Seniorinnen auch sprachliche Unterstützung brauchen, liegt daran, dass viele von ihnen nicht die Sprache gelernt haben oder nicht berufstätig waren und sich dementsprechend schwer mit der Sprache getan haben. Dafür steht zum Glück Mükerrem Kücük, die Interkulturelle Konfliktvermittlerin und Gesundheitslotsin der Gruppe zur Verfügung: „Es ist mir eine ganz besondere Freude, für die Menschen da zu sein und auch als Gruppenleiterin zu agieren“ erzählt Mükerrem Kücük, „durch die vielen tollen Gespräche kann man richtig merken, wie eine Last von den Seniorinnen abfällt“.
So wird von den beiden Leiterinnen so einiges organisiert: Ausflüge z. B. zum Folkwang-Museum, Besuch von Gesundheitstagen, Teilnahme an Aktionen im Stadtteil, selbst Sportangebote, wie Sitzgymnastik oder tanzen standen schon auf dem Programm. Referenten zu Themen, an denen alle älteren Bürger interessiert sind, wurden auch schon eingeladen, wie z. B. einem Vortrag zum Hausnotruf oder dem neuen Pflegegesetz, selbstverständlich mit muttersprachlicher Unterstützung durch Mükerrem Kücük. Gemeinsam überlegen sich die Besucherinnen aber auch, welche Aktionen sie einmal gerne machen möchten. Kulturelle Bräuche aus Deutschland werden ebenfalls gefeiert: „Wir haben sogar schon einmal zusammen Karneval gefeiert“ lacht Mükerrem Kücük. „Ich kann hier für zwei Stunden meinen Stress, den ich zuhause habe, vergessen“ betont eine Dame und sofort stimmen ihr alle nickend zu. Spontan sein können die älteren Damen ebenfalls: kaum stimmt eine Dame ein fröhliches Lied an, stehen mehrere auf um zu tanzen und sich ein Tablett greifen, auf dem der Takt geschlagen wird! Eine sehr schöne Aktion, die sich ergibt, wann immer den Damen danach zumute ist. „Wir sind offen für alle Nationalitäten“ erzählt Despina Paraskevoudi-Wilbert „alle sind herzlich willkommen.“ Wer die Seniorengruppe einmal kennenlernen möchte, kann gerne einfach montags oder mittwochs um 15.00 Uhr in der Ohmstr. 32 vorbeikommen, ob allein, mit Freundin oder Tochter, alles ist möglich. Weitere Informationen gibt es unter www.diakoniewerk-essen.de, Integrationsagentur.
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