Hund, Katze und Einhorn

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Mit riesengroßen Händen soll den Kindern, die kleine Hamster darstellen, verdeutlicht werden, dass kleine Nager oft Angst vor großen Dingen haben.
 
Auch ein Hase braucht viel Platz, um sich ausreichend bewegen und hoppeln zu können.
Die Kinder der KiTa „Phantasia“ lernen den Umgang mit Tieren



Was ist der Unterschied zwischen einem Haus- und einem Wildtier? Mit welchen „Tieren“ kann ich kuscheln und um welche muss ich mich kümmern, dass es ihnen gut geht? Diese und andere Fragen konnten die Kinder der KiTa Phantasia (ASB) nun einer Tierpädagogin stellen, die den Kindern den richtigen Umgang mit Tieren demonstrierte.

Eigens für das Event war Anne Liebetrau aus Köln nach Frohnhausen gekommen. Mit im Gepäck hatte sie eine Reihe von Kuscheltieren, einen kleinen Vogelkäfig und zwei riesengroße Stoffhände. Mit diesen Utensilien wollte die Tierpädagogin, stationiert im Tierheim Köln Dellbrück (Tierheim vom Bund gegen den Missbrauch von Tieren), den neugierigen Mädchen und Jungen erklären, wie sich Tiere fühlen, wenn sie zum Beispiel nicht artgerecht gehalten werden oder wenn, weil der Süßfaktor so unglaublich hoch ist, sie ständig und überall angefasst oder geknuddelt werden.
„Dieses Aufklärungsarbeit machen wir nun schon seit dem Jahr 2014“, erklärt Liebetrau. „Im Zuge dessen sind wir in Kindergärten, Kindertagesstätten und weiterführenden Schulen unterwegs. Auch bieten wir Führungen für Kinder bei uns im Tierheim an. Wir wollen den Kindern schon im jungen Alter erklären, dass, wenn man ein Haustier besitzt, man sich auch gut darum kümmern muss. Zum Beispiel wenn man in den Urlaub fährt oder wenn das Tier auch mal krank wird. Tiere haben ebenfalls Gefühle wie wir Menschen und darauf muss geachtet werden. Es soll also Empathie und Verantwortung vermittelt werden.“
Nachdem alle Kinder in der Turnhalle der KiTa Platz genommen haben, fragte die Tierpädagogin zunächst reihum wer denn ein Haustier zu Hause hat. Neben einer Katze wurde auch ein Fisch genannt. Dann erklärte Liebetrau, dass unterschiedliche Tiere auch unterschiedliche Bedürfnisse haben und wie man sie am besten hält. Bei einem Hund zum Beispiel muss man darauf achten, dass man mehrmals am Tag Gassi geht und es mit nur Füttern oder lieb haben nicht getan ist.

Eine artgerechte Haltung und Sorgfalt sind bei der Tierhaltung unerlässlich

„Und Tiere haben auch eine Sprache. Wenn der Hund zum Beispiel mit dem Schwanz wedelt ist er gut gelaunt, wenn er den Schwanz einkneift hat er Angst und wenn er knurrt, gefällt ihm etwas nicht. Auch kann es vorkommen, dass ein Hund, wenn ihm die Behandlung absolut nicht gefällt, beißt. Das heißt aber nicht automatisch, dass der Hund böse ist“, so die Frau vom Tierheim. Zudem sollte man darauf achten, wie man verschiedene Tiere hält. Hamster zum Beispiel sind Einzelgänger und es macht ihnen nichts aus alleine zu leben. Bei Papageien ist es ganz anders: Alleine sein ist sehr schädlich für sie. Auch bei Wohnungskatzen ist es viel besser, wenn sie zu zweit sind, da sie sich gegenseitig beschäftigen können uns keine Langeweile aufkommt. Bei Freigängern ist das wieder etwas anderes.
Die Aktion „Umgang mit Tieren“ war Teil eines gruppenübergreifenden Projekts zum Thema Tiere. Im Vorfeld hat die Rollende Waldschule der Kita auch schon einen Besuch abgestattet.
„Wir sind sehr glücklich, dass der Besuch zustandegekommen ist“, so auch die Leiterin der KiTa, Tina Walter. „Nicht nur die Kinder haben sich schon im Vorfeld sehr gefreut, sondern auch die Eltern und die Fachkräfte unserer Einrichtung waren begeistert. Dank unserer Mitarbeiterin Helga Hovestadt, die das Angebot von Anne Liebetrau im Internet gesehen hat, konnte der Termin vereinbart werden.“ Walter betonte zudem, dass es für Kinder wichtig ist, Berührungspunkte mit Tieren herzustellen. Das Miteinander als soziale Komponente ist nicht nur untereinander wichtig, sondern auch im Verhalten gegenüber Tieren. „Es ist wichtig Tiere einschätzen zu können, also eine Art Gefahrenprävention und ein Empathieempfinden für Tiere aufzubauen.“

Kinder sollen schon in jungen Jahren den Respekt vor Lebewesen lernen

Zum Schluss hatte die Tierpädagogin noch ein besonderes Ass im Ärmel. Anhand der oben schon erwähnten riesigen Hände demonstrierte sie den Kindern, wie zum Beispiel kleine Tiere wie Hasen, Hamster oder Meerschweinchen ihre Umwelt wahrnehmen: Hält man einen Hamster in beiden Händen, kommen ihm diese enorm groß vor. Eigentlich alles kommt ihm enorm groß vor, da er im Vergleich zu uns Menschen einfach nur winzig ist. „Und deshalb müssen wir umso vorsichtiger sein, weil wir ihn nicht verletzen wollen. Und wir müssen uns auch bewusst machen, dass, wenn wir zum Beispiel ein so kleines Tier aus dieser Höhe fallen lassen, es sich leicht etwas brechen oder anderweitig wehtun kann. Und wir sollten auch daran denken, dass so kleine Tiere Angst haben, wenn etwas so Großes wie wir auf ihn zukommen oder ihn hochheben“, schließt Liebetrau.
Und weil der Besuch von Anne Liebetrau für die Einrichtung ehrenamtlich war, haben sich die Kinder als kleines Dankeschön noch etwas besonderes ausgedacht: In zwei großen Kartons, die liebevoll bemalt und bebastelt waren, hat jeder einzelne von ihnen von zu Hause ein bisschen Futter für die Tiere im Tierheim mitgebracht. Vor allem über die vielen Leckerlis werden sich die Tiere sicher gefreut haben.
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