GEschafft: Demo der Rechten kommt nicht bis Gelsenkirchen!

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  Gelsenkirchen: Ernst-Käsemann-Platz |

Es war gegen 21.40 Uhr am Freitagabend, 1. Mai, als die Nachricht durchsickerte, dass die Essener Polizei den Aufmarsch der Rechten auflöst und die Rechte Szene zurück geleitet würde zum Krayer Bahnhof, an den Ausgangspunkt des Geschehens. In diesem Moment entlud sich wirklich eine geballte Ladung Spannung in den Wartenden, die sich auf der Steeler Straße in Höhe der Schemannstraße den rechten Demonstranten entgegen stellten und Applaus schallte durch die Dunkelheit.

Auge in Auge mit dem Wasserwerfer


Dabei war die Stimmung je dunkler es wurde, immer bedrückender geworden. Hinzu kam der Anblick eines Wasserwerfers der Polizei, der in Richtung der Gegendemonstranten ausgerichtet war.

OB Baranowski beweist Mut


Umso ermutigender war es als Oberbürgermeister Frank Baranowski wie zufällig über die Steeler Straße schlenderte und sich direkt gegenüber des Wasserwerfers in die erste Reihe der Gegendemonstranten stellte, die noch darauf warteten, dass jeden Moment volksverhetzende Slogans ertönen würden. Bleibt nur zu hoffen, dass seine Bekanntheit ausgereicht hätte, die Situation nicht eskalieren zu lassen.

Interkulturelles Fest auf dem Ernst-Käsemann-Platz


Denn während auf dem Ernst-Käsemann-Platz das Fest des Interkulturellen Stammtisches Rotthausen seinen Gang nahm, gab es viele Gelsenkirchener, die pendelten zwischen dem Fest und der Szene, die sich kurz hinter der Stadtgrenze abspielte. „Wenn Du nur auf dem Platz bleibst, dann siehst Du doch nichts,“ erklärte ein älterer Herr einem wohl befreundeten Ehepaar. „Hier ist besser, aber kann sein, dass Du hier was auf die Mütze kriegst.“

Rechte, Hooligans oder Links-Autonome?


Zwischenzeitlich galt es auch zu raten, zu welcher Gruppierung die verschiedenen Gruppen gehörten.„Sind das etwa Rechte, die hier auf ihre Gesinnungsgenossen warten?“ spekulierte der Eine, während der Andere hinter den Herren mit den verspiegelten Sonnenbrillen eher Hooligans vermutete. Beruhigend waren beide Möglichkeiten nicht.

Ein Sonderzug für die Faschos?


Als dann noch das Gerücht die Runde machte, dass die Polizei die rechten Demonstranten in einen Zug gesetzt hätte, der sie direkt nach Rotthausen zur S-Bahn bringen sollte, stürmte eine Horde zum Teil Vermummter an den friedlich auf dem Käsemann-Platz Feiernden vorbei und sorgte für Unruhe.

Anwohner sitzen sprichwörtlich in der 1. Reihe


Langweilig wurde es jedenfalls nicht. Die Anwohner des Platzes machten es sich auf dem Bürgersteig bequem, holten ihre Gartenstühle vor das Haus und ließen sich bei Kaffee und anderen Getränken von dem Programm auf dem benachbarten Platz unterhalten, während sie die Szenerie beobachteten.

Ausnahmezustand auf der Erzbahntrasse


Selbst harmlose Radler, die auf der Erzbahntrasse unterwegs waren, gerieten in Verdacht. „Die Polizei hat mich doch tatsächlich angehalten, weil meine Schalke 04-Bauchtasche verdächtig ausgebeult ist,“ schilderte ein Radler, der sich nur die Beine vertreten wollte. Er gab die sportliche Einlage nach der Begegnung auf und mischte sich stattdessen unter die Gegendemonstranten.

Ein Scherz, wenn es nicht so bitter wäre


Währenddessen sorgte der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Gelsenkirchen und Wattenscheid, Rüdiger Hoecker, für Lacher als er seine Rede begann mit den Worten: „Ich bin dann mal ins Internet gegangen...“ Was dann folgte war leider nicht mehr zum amüsieren, denn er schilderte seine dortige Begegnung mit der Rechten und deren Gesinnung.
Während sich auf der Steeler Straße die wartenden Gegendemonstranten die Zeit mit Fußballspiel vertrieben, sorgten Günther Bargel, die „Jambees“ und andere für gute und bunte Unterhaltung.

Die Würde des Menschen ist unantastbar


Nicole Olbrich von der Kinder- und Jugendarbeit der evangelischen Kirche in Rotthausen erinnerte daran, dass Jeder von uns in einem anderen Land Ausländer ist und für sich das Recht des Gastes in Anspruch nehmen möchte. Bürgermeisterin Martina Rudowitz, die auch dem Interkulturellen Stammtisch verkörpert zeigte sich „stolz, dass so viele Menschen hierher gekommen sind.,,, Wir streiten für Vielfalt und nicht Einfalt und sollten nie vergessen: Die Würde des Menschen ist unantastbar!“
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