Heldt geht in die Abteilung Attacke über

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Horst Heldt kann sich jetzt schon fast entspannt zurücklehnen. Seine Arbeit auf Schalke endet spätestens am 30. Juni. (Foto: Gerd Kaemper)
Gelsenkirchen: Veltins-Arena |

Es ist offiziell: Horst Heldt wird maximal noch bis zum 30. Juni Manager beim FC Schalke 04 sein. Sein Nachfolger wird Christian Heidel, der dieselbe Funktion derzeit noch beim Bundesliga-Konkurrenten FSV Mainz 05 ausübt.

„Clemens Tönnies hat mich heute telefonisch benachrichtigt, als der Aufsichtsrat gewählt hat“, bestätigte Heldt auf Nachfrage, dass er rechtzeitig über sein endgültiges Aus erfahren hat. Zwar sagte Heldt nach dem 1:1 gegen Stuttgart, dass er heute keine Probleme hatte aufzustehen. Doch die Erleichterung war einerseits deutlich sichtbar. Andererseits äußerte sie sich auch in angriffslustigen Aussagen über das Geschehene.

„Jetzt ist eine Entscheidung da, die lange gedauert hat“, ist so zum Beispiel zu hören. Der Noch-Schalke-Manager wandelt auf einem schmalen Grat. Kein Wunder also, dass er hier und da auch noch versöhnliche Töne anschlägt. Sagte Heldt noch Anfang November, dass er „einen Teufel tun“ werde, mit einem potentiellen Nachfolger zusammen zu arbeiten, relativierte er diese Aussage schon fast geflissentlich nach dem Heimspiel am Sonntag. „Jetzt haben wir eine andere Situation. Eine neue, die neu zu bewerten ist. Fakt ist, dass wir nun erst einmal abwarten müssen, wie Christian Heidel alles in Mainz abwickelt. Aber es gibt jetzt einen festen Ansprechpartner und wir werden in den nächsten Wochen gemeinsam mit Clemens Tönnies sicherlich einen Termin finden, um die Themen abzuarbeiten.“

Heldt: Vom Teufel zum Engel in wenigen Wochen!?

Ehe das passiert, „habe ich aber eine Verantwortung dem Klub und den Mitgliedern gegenüber. Der Aufsichtsrat hat heute noch einmal Stellung dazu bezogen, dass ich diese bis Saisonende durchziehen soll.“ Das Saison- und damit einhergehend auch Heldts Ende auf Schalke, soll aber nicht irgendwie zu Ende gehen. „Mein Ziel ist es, die Saison bestmöglich abzuschließen. In meiner Zeit auf Schalke sind wir in fünf Jahren dreimal hintereinander in die Champions League eingezogen. Das ist jetzt auch mein Ziel, die will ich unbedingt wieder erreichen. Und in der Europa League möchte ich auch möglichst weit kommen. Basel ist ja nicht so weit weg“, spielt Heldt auf den Austragungsort des Finalspiels an.

Es ist das erste Mal in dieser Saison, dass Heldt solch konkreten Saisonziele ausspricht - und damit Trainer André Breitenreiter und das Team gewaltig unter Druck setzt. Die kritische Töne werden in der näheren Zukunft wohl öfter wie am Sonntagabend aussehen. „Das 1:1 ist zu wenig. Zu Hause wollen wir gewinnen, aber wir haben im Spiel nach vorne zu viele Fehler gemacht und konnten am Ende nicht mehr zulegen“, sagte Heldt einerseits, um dann auch noch hinzuzufügen: „Die Führung zur Halbzeit war nicht unverdient. Aber dann haben wir es verpasst, nachzulegen. Das ist schade!“ Kein Wunder also, dass der 46-Jährige auch anmerkte: „In Donezk haben wir besser gespielt als heute. Wir müssen uns für das Rückspiel gegen Donezk am Donnerstag steigern, wenn wir uns für das Achtelfinale qualifizieren wollen. Ich glaube aber, dass wir das auch können.“

Heldt: „Es gibt bessere Zeitpunkte, um so etwas abzuarbeiten!“

Zwischenzeitlich unterlässt Heldt aber die spitzen Bemerkungen, um dann offen die Heidel-Abwicklung am Sonntag zu kritisieren. „Es gibt bessere Zeitpunkte, um so etwas abzuarbeiten. Wir haben zwar eine englische Woche, Mainz aber nicht. Wir haben deswegen nicht nicht gewonnen. Aber wir sollten uns jetzt wieder auf das Wesentliche konzentrieren. Die Zukunft ist geklärt, jetzt geht es um die Gegenwart und die sollten wir nicht verschenken.“

Auf die abschließende Frage, ob es einen bestimmten Grund gäbe, dass er ausgerechnet am Sonntagabend nach dem Heimspiel gegen Stuttgart so offen erstmals über die Ziele sprach, sagte er: „Weil heute ein besonderer Tag ist. Warum sollten wir heute nicht offen darüber sprechen?“, und lächelte dabei.
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