NEUE GALERIE GLADBECK FOTOGRAFIE Anja Jensen - Thomas Wrede 13. November 2015 – 8. Januar 2016

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    Gladbeck: Neue Galerie im Rathauspark, | Eröffnung: Freitag, 13. November, 19.30 Uhr
Zur Eröffnung sprechen: Ulrich Roland, Bürgermeister der Stadt Gladbeck
Die Einführung hält Prof. Dr. David Galloway

Anja Jensen (Hamburg) und Thomas Wrede (Münster) inszenieren ihre großformatigen und farbintensiven Fotografien an realen Orten. Beide lassen sich von den örtlichen Begebenheiten inspirieren und nutzen diese für ihre Bildfindungen. Sie erzeugen mit wenigen Mitteln spannungsreiche, unheimliche und magische Bildwelten, die am Anfang oder Ende einer Geschichte stehen könnten. Während Anja Jensen mit realen Personen an unterschiedlichen Orten der Welt arbeitet, inszeniert Thomas Wrede in Sandgruben und an weiten Stränden seine Wirklichkeitsmodelle.

Doch wer den Fotografien von Anja Jensen und Thomas Wrede bisher nur in Katalogen begegnet ist, der kennt sie nicht wirklich. Erst in der Ausstellung entfalten sie ihre besondere Bildwirkung, lenken Blickachsen, fordern gleichzeitig Nähe und Ferne ein. Der asymmetrische Ausstellungsraum der Neuen Galerie Gladbeck bietet den beiden Fotografen eine besondere Bühne, nicht zuletzt, weil er die Bildachsen verschiebt und damit ein ästhetisches Aneinander- Vorbei-Schauen evoziert. Die visuellen Fallen von Thomas Wrede ebenso wie die mitwissenden Blicke der Akteure von Anja Jensen schaffen eine Metaebene, auf der es nicht mehr nur um Perzeption und Wahrnehmung, sondern um Wahrheit und – vielleicht auch politische – Realität gehen könnte.

ANJA JENSEN

Die Künstlerin Anja Jensen setzt sich in ihren fotografischen Arbeiten und Installationen mit dem Szenario des Überwachtwerdens und Überwachens auseinander und verwandelt die Bildorte in „eingefrorene“ Tatorte. Seit 2001 inszeniert sie weltweit in der Dämmerung und im Schein von künstlichem Licht magisch verrätselte und an Filmstills erinnernde Bildwelten. Häufig ist es die unheimliche Atmosphäre eines Ortes aus der heraus Jensen ihre Ideen, Stück für Stück zu einer imaginären Geschichte verdichtet. Gleich einer Feldforschungssituation schafft die Künstlerin ein Vertrauensverhältnis zu ihren Akteuren – als „Experten für diesen Ort “ – und lässt sich von deren Lebensgeschichten inspirieren.

In der Gladbecker Ausstellung zeigt Anja Jensen neueste Arbeiten, die in den vergangenen Jahren vor allem auf den Nordseeinseln Amrum und Föhr entstanden sind. In diesen Werken spielt die emotional beladene Natur nicht selten die Rolle des Trägers einer unheilvollen Vision. Dramatische Küstenhimmel und endlose Meeresweiten korrespondieren mit der Gefühlslage der Protogonisten und verheißen nichts Gutes; der Held und sein „Wetter“ – auch verstehbar als gesellschaftliches Klima – sind in diesen schön-schaurigen Bildfindungen untrennbar miteinander verwoben und evozieren im Betrachter ein Geflecht düsterer Spekulationen.

Anja Jensen (geb. 1966) studierte u.a. an der Kunstakademie Münster bei Ulrich Erben (Meisterschülerin). Seit 1994 nahm Anja Jensen an zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen teil und wird von der Kölner Galerie Anja Knoess und der Münchner Galerie f5,6 vertreten.

Wichtige Einzelausstellungen: Museum Kunst der Westküste, Alkersum (2012), Museo de Arte Contemporanéo MAC, Santiago de Chile (2008). Wichtige Einzelpräsentationen: Art Cologne (Förderkoje 2008), Soloprojekt Art Basel (2011).
Wichtige Gruppenausstellungen: Kunsthalle Münster (2012); Kunstmuseum Wuhan, China (2009); Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen (2008); Santralistanbul, Istanbul (2008); Zhu Qizhan Art Museum Shanghai, China (2007); Culture and Arts Center, Incheon, Südkorea (2007); Martin-Gropius-Bau Berlin (2005).
Wichtige Foto-Festivals: Köln (2014), Prag (2010), Krakau (2007).

Anja Jensen erhielt für ihr künstlerisches Schaffen zahlreiche Preise und Stipendien, darunter das Märkische Stipendium für Bildende Kunst (2006). 2016 folgt Anja Jensen einer Einladung zum Deutschlandjahr nach Mexiko und wird Deutschland mit zwei Fotoprojekten in Mexiko City vertreten.

THOMAS WREDE

Der Ausgangspunkt der künstlerischen Arbeit von Thomas Wrede ist immer wieder die Sehnsucht nach der Natur und die Frage nach ihrer medialen Vermittlung. In den Fotografien der „Real Landscapes“ sucht Wrede die Grenzen zwischen Modell und Wirklichkeit auf. In diesen Arbeiten wird die Welt als eine Art Modellbausatz wiedergegeben, als eine Inszenierung mit großer Geste im kleinen Maßstab, zwischen Idylle und Katastrophe.

Spielzeugautos und kleine Modellhäuser werden auf den Stränden der Nordseeinseln und Sandgruben so platziert, so dass aus einer Pfütze ein See und aus einem Erdhaufen ein Gebirge entstehen. Die fotografische Täuschung wird nicht durch digitale Bearbeitung, sondern durch das Fehlen von Größenverhältnissen in der realen Landschaft hervorgerufen. Doch das Abbild vom Abbild führt nicht zur Realität, sondern zu einer Reflexion der Abbildung als Fiktion der Wirklichkeit.

Manfred Schneckenburger schreibt zu den „Real Landscapes“ von Thomas Wrede: „Was Wrede aus ein paar Metern Hügel, wenigen Quadratmetern Sand und einigen Spielzeughäuschen herausholt, sind Bilder von bestürzter Klarheit, aber auch Szenarien für hintergründige Psychodramen, mit (keineswegs zufälligen) Erinnerungen an die Landschaftsmalerei Giotto bis C.D. Friedrich… Dazu gehören aber auch Bilder, in denen sich Lebensstile verdichten:
Beständig unterwegs sein, nie ankommen, Abbruch und Aufbruch in eins.“

In der Neuen Galerie Gladbeck zeigt Thomas Wrede fünf Fotografien aus „Domestic Landscapes“ und eine Fotografieserie mit Fototapeten in deutschen Wohnungen. Zwei seiner neue Arbeiten fast vor Ort entstanden: in einer Sandgrube in Bottrop-Kirchhellen.

Thomas Wrede (geb. 1963 in Iserlohn/Westfalen) studierte an der Kunstakademie Münster (Meisterschüler 1991) und bei Dieter Appelt in Berlin. Seit 2015 lehrt er als Professor für Fotografie und Medien an der Hochschule der bildenden Künste Essen. Thomas Wrede wird durch die Galerien Mike Karstens (Münster), Wagner + Partner (Berlin) und Beck & Eggeling (Düsseldorf) vertreten.
Seit 1996 nahm Wrede an zahlreichen internationalen Ausstellungen teil.
Wichtige Einzelausstellungen: Museum Kunst der Westküste, Alkersum (2010), Kunsthalle Bielefeld (2010); Wallraf-Richartz-Museum, Köln (2007).
Wichtige Gruppenausstellungen: Akademie der Künste Berlin (2014), Nationalmuseum für Geschichte und Kunst, Luxemburg (2013), Seoul Museum of Art, Südkorea (2011) und Kunstmuseum Wuhan, China (2009).
Seit 1998 zeigt Wrede regelmäßig Einzelausstellungen in New York, San Francisco und Los Angeles.

Aktuelle Ausstellungen: Fotografiefestival ParaPhoto 2015, artissima, Turin, kuratiert von Davide Giglio (Hauptkünstler). Galerie Beck & Eggeling, „Ein Baum ist ein Baum ist ein Baum…“ (Gruppenausstellung)

Pressetext

Neue Galerie Gladbeck, Bottroper Str. 17, 45964 Gladbeck
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag von 15-20 Uhr.
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