Jetzt Nistkästen auf den Winter vorbereiten

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Nistkastenpflege ist praktizierter Artenschutz: Parasiten wie Läuse oder Milben in altem Nistmaterial können Jungvögel schwächen. Im Spätsommer empfiehlt der Deutsche Jagdverband Naturliebhabern deswegen, ihre Vogelhäuschen zu reinigen. Die Wintergäste freuen sich über ein sauberes Heim. (Foto: DJV/Tierfotoagentur.de/T.Harbig)

Im Spätsommer – wenn die Jungen flügge sind – machen sich die Zugvögel auf den Weg ins warme Winterdomizil. Ein guter Zeitpunkt für den Jahresputz: Der Deutsche Jagdverband (DJV) empfiehlt Vogelliebhabern, Jägern und Naturfreunden jetzt den Jahresputz in Nistkästen. Am liebsten beziehen Wintergäste wie Kleiber oder Spatz ein ungezieferfreies und leeres Vogelhäuschen.

„Erst klopfen, dann öffnen“ sollte das Motto vor dem Hausputz lauten. Wenn die Sommermieter raus sind, nisten sich gern Siebenschläfer und Fledermaus ein. Damit bereits eingezogene Wintergäste keinen Schreck bekommen, empfiehlt es sich, sich erst bemerkbar machen und dann vorsichtig den Kasten zu öffnen. Dann gilt es: das alte Nistmaterial entfernen, den Kasten mit heißem Wasser oder einer Kochsalzlösung ausspülen und anschließend gründlich trocknen lassen. Damit es im Winter innen warm bleibt, freuen sich Vögel über Sägespäne oder Heu. Auf chemische Reinigungsmittel und Sprays sollte zum Wohle der Vögel verzichtet werden.

Nötig ist das „Ausmisten”, weil manche Singvögel zweimal im Jahr brüten und das alte Nest überbauen. Zudem überwintern Läuse, Milben und Federlinge liebend gern in altem Nistmaterial. Sie können im Folgejahr die Jungen schwächen. Werden alte Nester im Herbst nicht entfernt, kann es im Frühjahr eng werden.

Praktischer und spannender Artenschutz

Nistkästen bauen, aufhängen und pflegen: Das ist praktischer und spannender Artenschutz. Für höhlenbrütende Singvögel schaffen Jäger die nötigen Strukturen, die sie in freier Natur nicht mehr finden. Jede Vogelart hat bestimmte Ansprüche an ihren Brut- und Winterruheplatz. Vom Menschen geprägter Landschaftswandel, monostrukturierte Wälder und wenig Altholz sind Grund dafür, dass immer weniger natürliche Baumhöhlen und Nistnischen vorhanden sind. Engagierte Jäger schaffen ehrenamtlich Abhilfe: Jährlich rund 270.000 Nistkästen helfen durchschnittlich mehr als 800.000 Jungvögeln sicher aufzuwachsen.
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