Weitere Konstruktionsmängel bei VW entdeckt

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Quo vadis? (Foto: Bernd Kasper / pixelio.de)

Diesmal zum Glück nur bei der Rechtschreibung

Aus Interesse am weiteren Verhalten und Vorgehen der VW-Verantwortlichen habe ich mich einmal auf deren Seiten umgeschaut. Dabei fielen mir besonders diese vier Sätze ins Auge:

(1) Wir versichern, dass wir den eingeschlagenen Weg der Aufklärung und
Transparenz konsequent weiter gehen.

(2) Wir garantieren Ihnen, dass Volkswagen alles unternehmen wird, um das
Vertrauen unserer Kunden, der Händler und der Öffentlichkeit wieder zu gewinnen.

(3) Lassen Sie uns eines vorweg stellen:
Das Vertrauen unserer Kunden und der Öffentlichkeit ist und bleibt unser wichtigstes Gut! Wir bedauern zutiefst, dass wir Ihr Vertrauen enttäuscht haben und kümmern uns schnellstmöglich um Ihre Belange.

(4) Wir bei Volkswagen werden alles daran setzen, das Vertrauen, das uns so viele Menschen schenken, vollständig wiederzugewinnen und dafür alles Erforderliche tun, um Schaden abzuwenden.

Da haben die verantwortlichen „Wort- und Schreibingenieure“ von VW es offenbar nicht geschafft, aus den doch relativ einfachen Bauteilen weiter, gehen, wieder, zu, gewinnen, vorweg, stellen, daran und setzen die vier Wörter weitergehen, wiederzugewinnen, vorwegstellen und daransetzen so zu konstruieren, wie es die deutsche Rechtschreibung vorsieht.

Wird nicht stets in Beratungs- und Orientierungsgesprächen und -hinweisen betont, wie wichtig gute Rechtschreibkenntnisse bei der beruflichen Bewerbung sind? Allen denen, die das bisher demotiviert haben sollte, mag diese Nachricht zum Trost gereichen: Bei VW kommt man auch ohne wesentliche Rechtschreibkenntnisse nach oben, zumindest im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Aber das Hauptgeschäft von VW ist ja nicht das Zusammenbauen von Wort-, sondern von Autobestandteilen. Wie gut das allerdings demnächst funktionieren wird, sollte man noch viel genauer verfolgen, als ich es hier mit der – zugegeben nebensächlichen – Schreibung gemacht habe.

[Quellen: Sätze 1 und 2, Sätze 3 und 4]


Ach, fast hätte ich es vergessen: In zweien der VW-Satzmodelle fehlt auch noch jeweils eine kleine „Schraube“, sprich: ein Komma. Und zwar keines von den vielen „freiwilligen“, die man seit der Reform „setzen kann oder nicht“, sondern ein „Nach-wie-vor-Pflichtkomma“. Die Aufgabe, die entspechenden Stellen zu finden und zu benennen, überlasse ich mal den aufmerksamen Lesern. Wer sie findet, dem verspreche ich eine Leerstelle bei VW.
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3 Kommentare
Dirk Bohlen aus Wesel | 06.10.2015 | 11:11  
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Gottfried (Mac) Lambert aus Goch | 06.10.2015 | 18:09  
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Theo Grunden aus Hamminkeln | 09.10.2015 | 12:54  
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