Defibrillator-Schulung: Dieser Schock kann Leben reden

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Oberärztin Dr. Christina Jeskulke erklärt im Gemeindezentrum St. Georg, wie der Defibrillator funktioniert. Nach der Theorie kommt die Praxis und die Teilnehmer von „Kick“ müssen selbst ran an die Puppe. Fotos (2): Pielorz
Hattingen: kick |

Auslöser war zunächst ein Notfall bei einem Konzert der Hattinger Lions in der St. Georgs-Kirche. Der Mann konnte gerettet werden. Die Hattinger Lions spendierten daraufhin den Kirchen St. Georg und St. Peter und Paul Defibrillatoren. Der Umgang mit ihnen will aber gelernt sein.

Dabei geht es weniger um ein Falschmachen. „Da kann man nichts falsch machen. Falsch wäre es, gar nichts zu tun“, erklärt Oberärztin Dr. Christina Jeskulke aus dem Evangelischen Krankenhaus Hattingen. Sie schult zwei Gruppen auf Einladung von „Kick“. Insgesamt 25 Personen haben sich angemeldet, darunter mit Manfred Berge nur ein Mann.
Wichtig sei es, die Scheu vor dem Defibrillator zu überwinden. „In den Niederlanden sieht man an allen Ecken das grüne Herz mit dem Blitz, das internationale Zeichen für das Vorhandensein eines Defibrillators. Hier ist es noch nicht so weit verbreitet“, erzählt die Ärztin.
Dabei kann das Gerät Leben retten und es gibt Studien, die nachweisen, wie wichtig die Frühdefibrillation ist. „Wenn man die Box öffnet und das Gerät in Betrieb nimmt, erklärt eine Stimme genau, was man machen muss. Wenn so ein Fall eintritt und mehrere Helfer sind vor Ort, kann einer den Notarzt rufen, ein anderer das Gerät holen und wieder andere sich um eine Herzmassage und die Beatmung kümmern. Wenn man allein in so eine Situation kommt, muss man in jedem Fall zuerst den Notarzt alarmieren und dann das Gerät zum Einsatz bringen.“
Zuerst gilt es, den Patienten anzusprechen. Ist er bewusstlos und zeigt sich keine Atmung, dann geht es los: Oberkörper frei machen, Elektroden anlegen. Das Gerät misst den Herzrhythmus und gibt an, ob ein Schock empfohlen wird. Nur in diesem Fall löst der Retter den Schock aus. „Man kann wirklich nichts falsch machen“, versichert die Ärztin.
Dann probieren die Frauen und Manfred Berger den praktischen Einsatz aus. Herzmassage und Beatmung werden geübt. Mit einem Vorzeigegerät geht es dann auch an den Defibrillator.
Sabine Börner war mal Krankenschwester. Sie greift beherzt zu. „Viele Menschen sind zwar neugierig und gucken bei einem Notfall, aber helfen wollen nicht so viele“, meint sie.
Es müsste viel mehr Geräte geben und: „Wichtig wäre die Übung am Defibrillator auch schon bei den Erste-Hilfen-Kursen für die Führerscheinbewerber.“ An manchen Orten wird dies sogar schon gemacht.
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