Neues Buch von Willi Bredemeier: Kritisch und unterhaltsam

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Dr. Willi Bredemeier ließt am Donnerstag, 16. Oktober, im Historischen Küsterhaus aus seinem Buch „Ein Anti-Heimat-Roman“ vor. Foto: Menke
Hattingen: Küsterladen | von Maren Menke

Die Wandlung des Ruhrgebiets machte Dr. Willi Bredemeier zur Thematik seines Buches. Am Donnerstag, 16. Oktober, liest er ausgewählte Passagen vor, Interessierte sind dazu um 19 Uhr ins Historische Küsterhaus in Blankenstein eingeladen.

„Ein Anti-Heimat-Roman ‑ Bildungsreisen durch ein unbekanntes Land 1943-2014“ lautet der Titel seines Werkes, das in diesem Jahr erstmals in einer Auflage von 2.000 Stück veröffentlicht wurde.
Der Hattinger Autor führt seinen Protagonisten darin durch sieben Jahrzehnte, von der Kindheit auf einem norddeutschen Bauernhof mitten hinein in den Strukturwandel des Ruhrgebiets. „Dabei erlebt er unter anderem den Niedergang der proletarischen Arbeiterkultur rund um Kohle und Stahl“, erläutert der 74-Jährige. „Außerdem wird der Aufstieg des Dienstleistungsgewerbes und das Entstehen der Bildungslandschaft der neuen Universitäten thematisiert.“ Der Roman enthalte viele autobiografische Elemente, sagt der gebürtige Dortmunder, der zunächst als Industriearbeiter und Versicherungsmakler tätig war und schließlich sein Abitur nachholte, um an der Ruhr-Universität Bochum zu studieren.

Ein Anti-Heimat-Roman

Das führte ihn und seine Ehefrau Gerda, die als Lehrerin für Mathematik und Religion arbeitete, damals auch nach Hattingen, wo sie ihre beiden Kinder großzogen und auch bis heute geblieben sind. „Die Stadt Hattingen spielt in dem Roman aber dennoch keine besondere Rolle“, so Bredemeier.
Die politische und wirtschaftliche Entwicklung, vor allem aber auch die Bildungsrevolution werden realitätsnah berichtet, es würde sich dennoch nicht um ein Sachbuch handeln. „Ich bin selber ein kritischer Beobachter dieser Wandlung gewesen und teile meine subjektive Meinung mit.“ Das erkläre auch unter anderem den Titel des Romans, der schließlich von vornerein wenig romantische Landschaftsbeschreibungen und Ähnliches erwarten lässt.
„Entstanden ist das Buch ursprünglich im Jahr 2010 für einen Schreib-Wettbewerb, den ich aber leider nicht gewonnen habe“, sagt Dr. Willi Bredemeier, der preisgekrönter Kurzgeschichtenautor ist und auch schon eine Reihe von Sachbüchern veröffentlichte. Drei Monate habe er an der ersten Fassung des Romans geschrieben. Schließlich passierte ein halbes Jahr nichts und weitere zwei Jahre dauerte die weitere Überarbeitung. „Danach machte ich mich auf die Suche nach einem passenden Verleger“, so Bredemeier, der zunächst Sozialwissenschaften studierte und schließlich an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften promovierte. Seine sichere und gut bezahlte Planstelle an der Ruhr-Universität gab der Wahl-Hattinger in den 80er-Jahren auf und machte sich selbstständig. Unter anderem schrieb er für die Westfälische Rundschau, betreute Projekte für Großkunden und war auch in der Marktforschung tätig. „Den Schritt zur Selbstständigkeit habe ich nie bereut“, sagt er heute zufrieden. Seit 1986 veröffentlicht er zudem die Fachzeitung „Password“, die einmal monatlich an einen festen Abonnementenkreis versandt wird. „Zu dieser Zeitung gehört auch ein Internetportal, dass ich täglich überarbeite.“ Und solange er noch Spaß daran habe, würde er das auch weiterhin machen.
Übrigens: Ein weiteres Buch ist schon in Planung. Sobald sich der Hattinger von einer Schulterverletzung erholt hat, möchte er sich in einem Roman kritisch und satirisch mit dem Thema Wissenschaft auseinandersetzen. „Auch das werde ich mit Ruhe angehen und mir die nötige Zeit dafür lassen.“

Lesung:

Datum: Donnerstag, 16. Oktober, um 19 Uhr
Veranstaltungsort: Historisches Küsterhaus, Burgstraße 3, Hattingen-Blankenstein
Veranstalter: Buchhandlung Küsterladen und Evangelische Erwachsenenbildung Ennepe-Ruhr
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