Von Nachrodt nach Grönland: Jürgen Kalf (68) startet morgen in neues Abenteuer

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Jürgen Kalf (68) war bereits im vergangenen Jahr auf seinem Fahrrad von Nachrodt nach und durch Island gereist. (Foto: Kalf)
 
Bevor Jürgen Kalf morgen wieder Richtung Island und Grönland startet, hat er beim STADTSPIEGEL Iserlohn vorbei geschaut.

„Man trifft sich immer zweimal im Leben“ - klingt abgedroschen, im Fall von Jürgen Kalf allerdings kann man darauf zustimmend mit dem Kopf nicken. Der 68-jährige Extremsportler aus Nachrodt reist seit Jahren auf seinem Fahrrad quer durch die Kontinente. Nicht nur arabische Länder wie Syrien hat er dabei kennen und damals schätzen und lieben gelernt. Das Land aus Feuer und Eis hat ihm nun den Kopf verdreht (wir berichteten). Morgen setzt er seine Reise nach Island fort, die ihm im vergangenen Jahr gleich zwei Krankenhausaufenthalte beschert hat.

Schwere Stürze und der - wie er selber berichtet - selbst verschuldete Verlust seiner Tasche samt Geld haben ihn nicht abgeschreckt, weiterzumachen. Fremde Menschen, die ihn in dieser Situation nicht alleine gelassen, sondern geholfen haben, seien ihm auf seiner Reise nämlich ein zweites Mal begegnet. Bis nach Grönland möchte er ab morgen radeln. Aber ihm geht es nicht darum, „einfach nur“ irgendwo anzukommen. Wie von vielen lapidar so dahin gesprochen, trifft die Behauptung „Der Weg ist das Ziel“ bei Jürgen Kalf aber absolut ins Schwarze. Seine unvergesslichen Geschichten werden nämlich auf dem Weg „geschrieben“. Und angekommen, das ist der Lebenshungrige sowieso noch lange nicht.

Zeit, Freiheit und Gesundheit

Bis September, Oktober wird der 68-jährige Rentner unterwegs sein auf seiner rund 9.000 Kilometer langen Tour. Vorher hat er noch beim STADTSPIEGEL Iserlohn vorbei geschaut. "Vor jeder meiner langen Touren denke ich 'warum tust du dir das an'? Nicht wegen der langen Strecke, sondern wegen der Vorbereitungen und Planungen. Ich muss genau kalkulieren, was ich mitnehme. Denn zu viel Gepäck darf es ja nicht sein. Aber dann kann ich es kaum abwarten, loszufahren. Island ist atemberaubend schön mit seiner Natur und den Vulkanen."
Im vergangenen Jahr hat der 68-Jährige den Ausbruch miterlebt samt der Schönheit eines solchen Naturereignisses, aber auch mit seinen schrecklichen Folgen für Mensch und Tier. Er hat in heißen Quellen gebadet, und auch beim großen Schafabtrieb war Jürgen Kalf mit dabei, bei dem die Isländer im frühen Herbst tausende der flauschigen Tiere aus den Bergen wieder hinab ins Tal holen. Nachdem er auf einer Fähre seine Tasche versehentlich zurück gelassen hatte, ihm nicht nur Geld, sondern auch Verpflegung ausgegangen waren, ist er dort auf Menschen getroffen, die ihm sofort geholfen haben. Er erinnert sich: "Während meiner Reise sind mir sie mir sogar ein zweites Mal begegnet." Zweimal war er so schwer gestürtzt, dass er seine Reise abbrechen musste und einige Tage im Krankenhaus in Iserlohn verbringen musste. Trotzdem ist er wieder aufgestiegen und hat seine Abenteuertour fortgesetzt.
Auf seiner Fahrt ab morgen wird er wieder einen Stopp im polnischen Masuren einlegen, denn dort steht das Geburtshaus seines Vaters. Jürgen Kalf: "Ich habe das Kapital der Zeit, Freiheit und Gesundheit, und bin dankbar, das alles machen und erleben zu dürfen. Ich werde mich überraschen lassen, wem ich dieses Mal begegne und was passieren wird."
Wir werden weiter berichten, wie es dem 68-Jährigen auf seiner Reise ergeht.
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