Bau-Gruppe Trialog baut Mehrgenerationenwohnhaus

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Dies ist die Planungs-Skizze für das Mehrgenerationenwohnhaus an der Düsseldorfer Straße in Hilden. (Foto: Privat)
 
Zum Familienfest lädt Trialog am kommenden Samstag ein (Foto: Trialog)

Etwa zwanzig Menschen unterschiedlichen Alters sitzen um einen großen Tisch im Nachbarschaftszentrum im Hildener Süden. Vor ihnen liegen Stapel mit Papieren: Zeichnungen und Konzepte, Tabellen und Protokolle. An der Wand pinnt eine Zeitschiene und über die Leinwand läuft eine Präsentation.

Es geht um das Energiekonzept des geplanten Mehrgenerationenwohnhauses der Gruppe Trialog auf der Düsseldorfer Straße in Hilden, Richtung Düsseldorf-Benrath.

Alf Gündel vom Ingenieurbüro hkl präsentiert mehrere Varianten zur Deckung des Wärme- und Strombedarfs. Die Gruppe favorisiert eine Wasser-Wärmepumpe in Kombination mit Photovoltaik und Solarthermie. „Ganz unabhängig vom Stromnetz werden wir so nicht,“ erklärt Michael Spillner, Sprecher der AG „Bauen“ des Wohnprojekts, aber wir würden einen Großteil unseres Energiebedarfs auf umweltfreundliche Weise gewinnen, ohne auf fossile Brennstoffe zurückgreifen zu müssen.“ Es solle nicht irgendein Haus werden, das die Gruppe Trialog Hilden auf der Düsseldorfer Straße baut. Die Idee ist, einerseits nachhaltig und andererseits bezahlbar zu bauen.

Das Startkapital

Auch deswegen hat sich die Gruppe für ein Genossenschaftsmodell entschieden. Um eine Wohnung zu beziehen, bezahlen die Mitglieder und zukünftigen Bewohner des Projektes einmalig eine Genossenschaftseinlage, die das Eigenkapital der Genossenschaft bildet. Nach Einzug zahlen sie dann ein monatliches Nutzungsentgeld, das einer dem Mietmarkt entkoppelten Miete entspricht. „Ein bisschen Startkapital braucht man schon,“ räumt Matthias Müller-Orthey, Mitglied in der AG „Finanzen“ und Moderator der Gruppe, ein. „Aber wenn man sich den Immobilienmarkt in Düsseldorf und Hilden ansieht, dann wird deutlich, dass Investition und Aufwand verhältnismäßig sind. Und anders als bei einem Kauf ist man weniger festgelegt, denn wenn man auszieht, erhält man die zu Beginn eingezahlte Einlage zurück. Im Moment jedoch will von Auszug noch keiner was wissen.“
„Im Moment geht es Schlag auf Schlag,“ erläutert Manfred Gertz aus dem Sprecherrat der Gruppe. Wir wollen den Bauantrag am liebsten noch in diesem Herbst einreichen. "Dann können wir vielleicht 2020 einziehen. Wenn alles gut läuft." Damit alles gut laufen kann, ist noch viel zu tun. Jede Woche steht eine wichtige Entscheidung an: Anzahl und Größe der Wohnung, Verteilung der Wohnungen im Haus und Wohnungsgrundrisse, Gestaltung der Außenanlage, Mobilitäts- und Energiekonzept. Doch wer trifft die Entscheidungen und wie werden diese herbeigeführt?

Mehrheitsentscheid

„Jeder, der Mitglied ist und ins Haus einziehen will, kann mitentscheiden“, erklärt Ilse Klöppelt, ebenfalls Mitglied des Sprecherrates. "Jedes Mitglied hat eine Stimme. Die Entscheidungen werden in thematischen Arbeitsgruppen vorbereitet und dann der Gruppe präsentiert. Zu den grundlegenden Entscheidungen, wie zum Beispiel das Energiekonzept, werden der Gruppe von Fachleuten mehrere Varianten vorgestellt und Vor- und Nachteile abgewogen. Meistens werden die Entscheidungen mit großer Mehrheit – wenn nicht sogar einstimmig gefällt", so Klöppelt. „Aber grundsätzlich gilt das Mehrheitsprinzip. Nur wenn es darum geht, neue Mitglieder aufzunehmen, entscheiden wir einstimmig. Schließlich wollen wir miteinander leben.“

Ein Rückzugsort

Und wie stellt man sich dieses Miteinander vor? Im Haus ist Raum für gemeinschaftliche Aktivitäten eingeplant. Ein großer Gemeinschaftsraum und im Innenhof ein Gemeinschaftsgarten. Laubengänge, von denen die Wohnungen abgehen, laden zu Gesprächen ein. Aber das sei nicht alles. Es ginge auch darum, Ressourcen zu teilen. So soll ein gemeinsames Büro und ein kleiner Waschsalon eingerichtet werden und die Idee ist, auch Autos und Lastenfahrräder gemeinsam zu nutzen. Andererseits soll die Gemeinschaft auch nicht überstrapaziert werden. „Wenn ich von der Arbeit komme, brauche ich oft erstmal Ruhe,“ Bettina Orthey lacht. „Und um sich zurückzuziehen, gibt es ja die eigene Wohnung mit Garten, Balkon, Terrasse oder Wintergarten.“

Eine große Gemeinschaft

Bisher sind etwa die Hälfte der Wohnungen vergeben. „Wir suchen vor allem noch Menschen mit Kindern - Familien, aber auch alleinerziehende Eltern oder andere Patchworkkonstellationen,“ informiert Ingrid Gertz-Rotermund, Sprecherin der AG „Öffentlichkeitsarbeit“. Dafür hat die Gruppe extra große Wohnungen eingeplant und freigehalten. Die Gruppe hat Lust auf Kinder und will Familien nicht nur „dabei haben“, sondern auch im Alltag unterstützen. „Unter anderem können Eltern auch abends mal weg. Es ist ja praktisch immer jemand zuhause,“ lacht Ingrid Gertz-Rotermund.

Die Gruppe macht verschiedene Angebote, bei denen Interessierte das Projekt kennenlernen und sich informieren können.

Sommerfest

Am Samstag, 9. Juni, findet von 14 bis 16 Uhr auf dem Grundstück, Düsseldorfer Straße 150 ein Familienfest statt.

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