Aus Alt mach Neu und mehr! - Solidarität und Hilfe im Kamener Reparatur-Café

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JKC-Leiter Ferit Altas (l.) schätzt den Austausch, die Solidarität, die Vielfalt der Geschichten und Geräte sowie das Helfen und Zusammentreffen der Generationen beim Reparatur-Café. (Foto: privat)
Kamen: JKC |

Gerade wenn die Brieftasche nicht so locker sitzt, ist der Defekt eines technischen Gerätes im Haushalt mehr als ärgerlich. Wegwerfen ist umweltschändlich, die Neuanschaffung teuer - aber was tun wenn man selber für das Reparieren handwerklich zu ungeschickt ist?

Abhilfe bietet das „Reparatur-Café“ jeden dritten Samstag im Monat im JKC Kamen, Poststraße 20, zwischen 10 und 18 Uhr. Bei Kaffee und Kuchen können sich Bürger von ehrenamtlichen Reparaturexperten gratis helfen lassen. Werktzeuge und Spenden für Ersatzteile werden gerne gesehen.
„Die Atmosphäre ist locker und man kommt schnell ins Gespräch über die alten Sachen, deren Geschichte und die Geschichte der Eigentümer dahinter“, erklärt Ferit Altas, Leiter des JKC, der das Kommuniaktive und das Zusammenkommen der Generationen beim Hilfe-zur-Selbsthilfe-Konzept mag. Der Jugendarbeiter schmunzelt: „und was ich hier schon an Bergarbeitergeschichten gehört habe, das ist besser als jedes Drehbuch.“
Angefangen hat alles damit, dass sich die Aktiven im Jugendzentrum regelmäßig zum Instandsetzen des Inventars getroffen haben. „Unser 43 Jahre alter Flipper funktioniert wieder, der Monitor kann abends ausgeschaltet werden, der Drucker druckt und die Karaoke-Anlage für die Kinder geht wieder“, strahlt Altas.
Dass man als Bürger nicht machtlos seinem Schicksal ausgeliefert sein muss, sondern selber handeln kann und dass man in der Gemeinschaft Lösungen finden kann, das sind nur zwei Lektionen von denen das Reparatur-Café zeugt. Viele nutzen das Angebot. Vom Fahrrad und kaputten Stuhl über Computer-Hardware und -Software bis hin zum geliebten Toaster finden etliche Gegenstände ihren Weg ins JKC. Schwere Geräte können nach Anmeldung unter Tel. 02307 / 15214 sogar abgeholt werden.
„Es gibt mittlerweile unter den Helfern richtige Profis. Ein Unterstützer hat über etliche Jahre Betriebsanleitungen gesammelt. Das hilft uns gerade bei älteren Geräten. Ansonsten können wir auf einen TV- und Radioexperten, einen ehemaligen Elektriker der GSW, einen Lehrer und Computerexperten, Jugendliche, die sich mit Fahrrädern auskennen, eine Expertin für das Nähen und auf andere fleißige Helfer bauen“, sagt der JKC-Leiter. Weitere Ehrenamtliche werden noch gesucht.
Ferit Altas weiß: „Wenn die Besucher dann hinterher erleichtert und mit einem Lächeln wieder nachhause gehen, dann hat sich wieder mal alles gelohnt.“
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