Drei Neue im Kurhaus

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Professor Dr. Harald Kunde gemeinsam mit dem Düsseldorfer Künstler Michael Reisch vor einer der Neuerwerbungen.
 
Das Museum Kurhaus in der Dämmerung mit dem Kunstwerk "Mückenhaus" das nun ebenfalls im Besitz des Museums ist.
Kleve: Museum Kurhaus |

Mit Werken von Stephen Prina, Joseph Beuys und einem Auszug aus der Sammlung der Eheleute Wörner startet das Museum Kurhaus in das nächste Jahr.

Von TIM TRIPP

Auch im neuen Jahr begeistert das Museum Kurhaus erneut mit einer gelungenen Kunstmischung mit Künstlern der Gegenwart, der Kunstgeschichte und der klassischen Moderne. „Das sind unsere drei Säulen,“ so Prof. Dr. Harald Kunde, Direktor des Museum Kurhaus Kleve. Den Auftakt dabei macht der amerikanische Künstler Stephen Prina aus Illinois. Der 61-Jährige Amerikaner stellt in den Mittelpunkt seiner Ausstellung sein neues Projekt „galesburg illinois+“. Dabei wird der Ort nicht im klassischen Sinne beschrieben oder bebildert, sondern anhand von kulturellen, politischen und historischen Referenzen nach und nach dargestellt. Die Darstellungen reichen von Abraham Lincoln über Dorothea Tanning bis hin zu John Cage. Die raumfüllenden Installationen von Prina verwenden dabei nicht nur die Malerei sondern auch die Musik. Die Musik ist neben der Malerei und Fotografie seine zweite Leidenschaft, die er in diesem Projekt verbindet. Ein roter Faden ist dabei deutlich zu erkennen. Dabei sind die Geschichten, die er mit diesen Installationen verbindet, nicht immer real, meist sehr fiktiv. Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle St. Gallen in der Schweiz. Ein zweites Highlight im Ausstellungsjahr bildet der 30. Todestag des im Kleverland aufgewachsenen Künstlers Joseph Beuys. Am ersten Mai startet die Ausstellung unter dem Titel „Joseph Beuys - Werklinien“. Gewidmet ist die Ausstellung dem Frühwerk von Beuys und dem originalen Atelier, das von 1957 bis 1964 im damals leeren Klever Kurhaus bestand. Durch umfangreiche Umbauarbeiten ist das Atelier seit 2012 wieder begehbar geworden. Bisher bot sich keine angemessene Würdigung dieser bedeutenden Wirkungsstätte. Die Ausstellung konzentriert Schwerpunkte, die sehr eng mit dem Klever Umfeld verbunden sind: das Büdericher Ehrenmal, die Werke um Anarsis Cloots und das Projekt Westmensch. Das übergroße Kunstwerk in Büderich wird dazu einen Platz in der Ausstellung finden. „Durch Umwelteinflüsse der letzten Jahre wird das Kunstwerk restauriert. Bevor es wieder montiert wird, wird es Teil der Ausstellung sein. Es ist eine einmalige Chance,“ so Prof. Dr. Harald Kunde. Der zweite Teil der Beuysausstellung wird von Anfang Juli bis Mitte September unter dem Titel „Wer nicht denken will, fliegt raus - Handlungsanweisungen nach Beuys“ präsentiert. Ausgehend von dem provokanten Beuysschen Ausspruch, der durch eine Postkartenedition große Verbreitung fand und der auch in der materiellen Form einer kreidebeschriebenen Schiefertafel vorhanden ist, versammelt die Ausstellung künstlerische Positionen der Gegenwart. Wie schon durch Beuys selbst, der durch den hinzugefügten Stempel-aufdruck „sich selbst“ jede Rechthaberei gegenüber anderen in eine unablässige Selbstbefragung verwandelte, werden auch die zehn eingeladenen Künstlerinnen und Künstler auf die umfassenden Herausforderungen der aktuellen Weltlage mit unkonventionellen Mitteln der Infragestellung und Selbstbefragung reagieren. Im Herbst zeigen die beiden Klever Museen Werke aus der Sammlung von Rose und Gustav Wörner. Rose Wörner verstarb im Frühjahr diesen Jahres. Sie war eine der größten Förderinnen und Mäzeninnen der Klever Museen.
Das Garten- und Landschaftsarchitektenpaar aus Wuppertal trug auch zur Wiederherstellung der Klever Parkanlagen in den 70er und 80er Jahren einen großen Teil bei. Beide trugen eine umfangreiche Kunstsammlung mit aus mehreren Jahrhunderten europäischer Kunstgeschichte bestehenden Werken zusammen. Dazu gehören mittelalterliche Miniaturen und Inkunabeln, Handzeichnungen des Barocks, Vogel-, Blumen-, und Gartenstiche, sowie Rheinansichten des 18. und 19. Jahrhunderts. Ergänzt wird die Sammlung durch Jugendstilobjekte sowie moderne Druckgraphiken, Malereien und Plastiken des 20. Jahrhunderts. Zu den Neuerwerbungen zählen neben dem bereits bekannten „Mückenhaus“ von Michael Sailstorfer ebenso 30 Werke von Tara Mahapatra sowie ein Aquarell von Barbara Nicholls.
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