In Kleve, aus Kleve und für Klever gemacht

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  Ons Cleef, der Eingangssong der Funker Twens sollte die Bodenständigkeit dieser Veranstaltung repräsentieren. Bodenständig wurde es dann auch, aber nicht viel mehr. Versprach doch Moderator Christoph Kepsers Small-Talk mit SPD Schatzmeisterin Barbara Hendricks, die fast jedes Wochenende in Kleve ihre katholisch, demokratische Einstellung ausleben kann, auf Grund ihrer ehrlichen Antworten sehr interessant zu werden. Gläubig sei sie, aber nicht religiös, der Papst sei ihr egal, deswegen bliebe sie von Entäuschungen verschont. Und an Angela Merkel bewundere sie die Art, Männer unblutig wieder los zu werden. Damit hatte Sie den Applaus des "erlesenen" Publikums auf ihrer Seite. Aber schon beim zweiten Gesprächspartner Hochschul Chefin Prof. Marie-Luise Klotz war schon nicht mehr viel neues zu erfahren, außer ihrer Vorliebe zu sexy Namen von Studiengängen wie "Bio Science and Health."
Mathegenie Lars Pritzlaff mit 16 Lebensjahren vielleicht noch ein wenig schüchtern, brachte auf Grund der Fragestellung nur ja oder nein heraus, auch bei den anderen Talkern schienen die Moderatoren lediglich ein gemütliches Pläuschchen anzustreben. Ob Drachenboot-Fahrerin Jana Hohl (15 Jahre), Klangfabrik-Chef Michael Dickhoff, immer die Gelegenheit nutzend, Werbung in eigener Sache zu machen, oder Georg "Jopi" Winnen, der als Nikolaus kam und sich von Friederike Eberhard ein Gedichtlein aufsagen lies, konnten nur mit humorvoller Art punkten. Jopi gab sich als Nikokomiker in gebrochenem Niederländisch, wie der Klotz die Klötzchen, sprich Hochschule, zu geben, oder sich am fehlenden Innenausbau der von außen verschönerten Stadthalle auszulassen. Da konnten auch Fußballer Thomas van de Löcht, „König der Löwen“ Musical-Technikdirektor Daniel Hütten, immerhin vom Angelhaken zum Löwenkönig gewachsen, sowie der Ameland-Organisator Fred Krusch der drohenden Ermüdung der Veranstaltung keine Wende geben. Einzig die Germania Girls mit einer tollen Choreografie im Oktoberfest Nimbus heizten den Leuten ein. Wahrlich eine höchst ansprechende Leistung, auch für Nicht-Karnevalisten.
Dann die Skype Live-Schaltung nach Israel zu dem ehemaligen, an diesem Tag seinen 64. Geburtstag feiernden Senior Kurhaus-Direktor Guido de Werd, riß niemanden vom Hocker, auch wenn er Parallelen in der langen Geschichte von Jerusalem und Kleve sah.
Dann kam er endlich der Moment, der die Geister erweckte, vier Jungs aus Kleve, mit leicht Gocher Verstärkung, erklommen die Bühne. Von Rolatorrockern keine Spur, obwohl Ur-Starfighter Werner Neumann und Bürgermeister-Drummer Theodor Brauer schon die 60 längst überschritten haben. Mit Hilfe von Karl-Heinz (Charly) Reger und Claus Bayer waren sie nach ein paar Anlaufschwierigkeiten in ihrem Rock und Roll Element. Überzeugend wirkte Werner Neumann im Gesang und Bass, schloß man die Augen, war die längst vergessene Zeit wieder da. Manche Damen der feinen Gesellschaft hielt es nicht mehr in ihren Sitzen, sie schwangen das Tanzbein und brachten Stimmung in die steife Stadthalle.
Coverversionen von „I feel fine“, „satisfaction“, „hang on sloopy“, “twist and shout” „I’m believer“, „mr. tambourine man“ und anderer Hits der 60er waren fast genauso gut wiedergegeben wie vor fast 50 Jahren im Klever Kolpinghaus oder beim Revival vor 20 Jahren im Bierkeller. Dieser Auftritt entschädigte das zahlende oder nicht zahlende Publikum und lässt auf mehr Sternenkämpfer Auftritte hoffen. Aber hoffentlich ohne Umbau..........( Siehe Schwarzbuch F.J. Strauß)
Hier sollte auch ruhig mal an die Seele der Starfighters, an den verstorbenen Helmut Schreiner, der Kultur nach Kleve brachte, gedacht werden.
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2 Kommentare
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Christian Tiemeßen aus Emmerich am Rhein | 09.12.2012 | 09:50  
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Lokalkompass Kleve 2 aus Kleve | 09.12.2012 | 14:13  
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