Taxi Tünnißen hat Insolvenz angemeldet: Hiobsbotschaft für 111 Mitarbeiter kurz vor Weihnachten

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Die Fahrzeuge des Taxi-Unternehmens Tünnißen werden auch in Kleve weiter zum Stadtbild gehören. (Foto: Klaus Schürmanns)

Die 111 Mitarbeiter tragen die Hiobsbotschaft kurz vor Weihnachten mit Fassung, nachdem das Taxiunternehmen Tünnißen mit Hauptsitz in Goch jetzt beim Amtsgericht Kleve Insolvenz anmelden musste. Am Donnerstag trafen sich die Fahrer und Bürokräfte zu einer Mitarbeiterversammlung, wo Geschäftsführer Michael Tünnißen seine Mannschaft auf eine klare Botschaft einschwor: „Wir werden unsere Kunden in vollem Umfang weiter bedienen.

Dabei möchten wir noch schneller, besser und serviceorientierter werden“, gibt der Unternehmer sich kämpferisch. Das Wichtigste: „Die Mitarbeiter stehen hinter mir.“
Die Ursachen für die Insolvenz seien vielschichtig, doch sieht Tünnißen einen wesentlichen Faktor in der Einführung des Mindestlohns. „Im Prinzip halte ich den Schritt für richtig. Unser Problem war allerdings, dass wir die Preise wegen einer Preisbindung nicht so schnell erhöhen konnten, wie es nötig gewesen wäre. Das hätte uns viel Ärger erspart.“ Dieser Umstand sei dem Betrieb wirtschaftlich zum Verhängnis geworden.
Aktuell zahlen Kunden 1,70 Euro pro Kilometer. Neben Privatkunden bedient Taxi Tünnißen öffentliche Auftraggeber wie den Kreis Kleve, für den es am Wochenende die Nightmover-Fahrten übernimmt und zudem Schüler aus dem Kreis Kleve zu Förderschulen transportiert, sowie Haus Freudenberg und den LVR – auch dort fährt Tünnißen Krankentransporte im gesamten Kreis Kleve und Kreis Wesel.
Zu dem Leistungsangebot des Unternehmens gehören weiterhin Flughafen-Transfers, Personal-Fahrdienstleistungen, die Rollstuhl-Spezialbeförderung sowie ein Shuttle-Service für Paddler für den Transport von Kanufahrern auf der Niers zwischen den einzelnen Bootsanlegestellen.
Das Insolvenzverfahren wird voraussichtlich im Januar 2017 eröffnet; bis dahin will Insolvenzverwalter Dirk Hammes zunächst eine betriebswirtschaftliche Bestandsaufnahme vornehmen. Trotz der dramatischen Situation bemüht sich der Rechtsanwalt nach Kräften, Optimismus zu verbreiten: „Ich sehe bei Tünnißen viel Potenzial für eine Sanierung – vor allem im Hinblick auf die langjährigen Mitarbeiter des Unternehmens, die sich ihrem Arbeitgeber gegenüber jetzt sehr loyal verhalten.“
Man wolle das bestmögliche Ergebnis für die Gläubiger erzielen, und dies sei nun einmal der Erhalt des Unternehmens. „Wir werden nun erst einmal prüfen, inwiefern die laufenden Verträge mit den festen Auftraggebern kostendeckend sind."
Nächste Woche soll es erste Gespräche mit einem Übernahme-Interessenten geben. Hammes: „Namen kann ich natürlich noch nicht nennen. Aber es handelt sich um einen Interessenten, den die Tünnißen-Mitarbeiter kaum als feindliche Übernahme empfinden dürften.“
Die überwiegend geringfügig beschäftigten Mitarbeiter seien indes über das Insolvenzgeld abgesichert, das über drei Monate fortgezahlt wird.
Auch Hammes will sich zu den tieferen Ursachen für die Krise zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht äußern, so viel könne man aber festhalten: „Der Preis und Konkurrenzdruck der Taxi-Unternehmen untereinander ist enorm. Das ist ein bekanntes Phänomen. Kristin Dowe

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Andreas Dengs aus Essen-Süd | 26.11.2016 | 13:50  
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