Materborn ohne Pfarrer: Werden jetzt die Weichen für eine Fusion gestellt?

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(Foto: Fotomontage: Tim Tripp)

Bekommt die Pfarrgemeinde Heilige Familie in Materborn nach dem Amtsverzicht von Christoph Grosch einen neuen Pfarrer? Das Bistum Münster antwortet auf diese Frage: Propst Johannes Mecking wird vorübergehend die Pfarrverwaltung übernehmen

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Vergleiche mit der biblischen Geschichte „David gegen Goliath“ konnten im Februar 2012 viele Gläubigen der Pfarrgemeinde „Zur Heiligen Familie“ gerne zustimmen. Der Stellen- und Strukturplan des Bistums Münster für das Kreisdekanat Kleve sah damals in seinem Entwurf eine Fusion der Pfarrgemeinde „Zur Heiligen Familie“ Materborn-Reichswalde und der Klever Gemeinde St. Mariä Himmelfahrt vor. Pfarrgemeinderat und der Kirchenvorstand der Pfarrgemeinde hatten die Fusion abgelehnt. Und Münster knickte ein. "Eine unmittelbare Fusion steht nicht bevor und wird auch nicht vom Bistum verordnet.", konnte damals der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Edmund Raadts verkünden. In der ausgehandelten 5-Punkte-Erklärung steht aber auch: "Langfristig bleibt das Bistum bei seiner Planung einer Fusion mit der Pfarrgemeinde St. Mariä Himmelfahrt Kleve".
Daran fühlen sich möglicherweise viele Gemeindemitglieder erinnert, weil das Bistum Münster nach dem Weggang von Pfarrer Christoph Grosch der Pfarrgemeinde keinen neuen Pfarrer verspricht. "Propst Johannes Mecking wird vorübergehend die Pfarrverwaltung übernehmen. Er wird mit dem Seelsorgeteam vor Ort schauen, welche Konsequenzen die Entpflichtung haben wird", so Pressesprecher Dr. Stephan Kronenburg. Propst Johannes Mecking weilt zurzeit noch im Urlaub. Vertreter Stefan Notz sagte, dass die Gremien der Gemeinde die Arbeit fortführen werden. „Es gibt einen funktionierenden Pastoralplan und das Pastoralteam hat die Dinge im Griff. Die Gottesdienste und seelsorgerischen Tätigkeiten sind gewährleistet“, so Notz.

"Dann brennt hier der Baum" 

Werden jetzt die Weichen für eine Fusion gestellt? Davor hat man in Materborn große Angst.
Die Zeichen stehen nach wie vor auf Ablehnung. Wie die NRZ von Vertretern der Gremien hörte, gibt es „überhaupt keine Zustimmung“ für eine mögliche Zusammenführung mit der Stiftspfarre: „Wenn das passieren sollte, dann ist das Ehrenamt in Materborn kaputt. Schauen sie sich nur an, was Mecking in Kleve gemacht hat. Da läuft nichts mehr“, so ein Mitglied der Gremien, welches nicht genannt werden möchte: „Münster hat bereits sehr unklug mit der Entscheidung gehandelt, Mecking als Pfarrverwalter einzusetzen. Mecking ist der völlig falsche Mann. Sollte Münster wirklich jetzt durch die Hintertür die Fusion vorantreiben wollen, dann brennt hier der Baum. Dann wird es einen enormen Widerstand geben.“
Aus den katholischen Gremien ist zu hören, dass Pfarrer Christoph Grosch ganz hervorragende Arbeit in Materborn und Reichswalde geleistet habe. Er habe Menschen begeistern können und sei ein hervorragender Redner gewesen. Es sei schade, dass er jetzt gehen müsse. Schü.-/AG
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