Palliativ-Netzwerk kümmert sich um schwerstkranke Patienten

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Die Landfrauen hatten zur Diskussion des Themas „Palliatv-Netzwerk Niederrhein“ ins Kolpinghaus Kleve eingeladen.
Kleve: Kolpinghaus | Eingeladen hatten die Landfrauen. Ihr Thema: Die Versorgung schwer kranker Menschen und die Möglichkeiten, die das neu gegründete Palliativ-Netzwerk Niederrhein bei der Versorgung bieten kann.


Das Interesse am Thema war groß. Nicht nur Mitglieder der Landfrauen, sondern viele weitere Interessierte verfolgten die Ausführungen im Kolpinghaus.

Marlene Linke, langjährige Medizinjournalistin, macht sich seit vielen Jahren für schwerkranke und sterbende Menschen stark. Unter anderem gründete sie den Verein „Gemeinsam statt einsam“, dessen Mitglieder auch die Versorgung schwerkranker Menschen sicherstellen. Hauptanliegen ist den Vereinsmitgliedern allerdings die palliativmedizinische Begleitung der Kranken. Kernprobleme dieser Kranken sind unter anderem Luftnot, Angst und Schmerzen. „Ich stehe auf dem Standpunkt, dass wir dieses Leiden nicht mehr hinnehmen können. Der Druck muss von unten kommen“, appellierte Marlene Linke an die Anwesenden, Initiative zu ergreifen. Was sie in all‘ den Jahren besonders berührt habe, sei die Tatsache, dass sich die Sterbenden erst dann, wenn das Leiden zu Ende war, mit ihrer Situation auseinandersetzen konnten.

Dr. Michael Pelzer, Rindern, griff das Thema Palliativ-Netzwerk-Niederrhein auf. Er machte deutlich, dass gerade die unheilbar erkrankten Patienten einer besonderen Fürsorge bedürfen. Unter anderem gehe es darum, die Patienten medizinisch, pflegerisch und spirituell bestmöglich zu versorgen. Angst, Luftnot und Schmerzen - alle Drei seien heute stark linderbar. Im Netzwerk sei es so, dass ein Palliativmediziner für den Patienten zuständig sei - auch für die Versorgung des Patienten mit den benötigten Medikamenten.
Die Zuhörer wandten ein, dass gerade die Versorgung mit den notwendigen Schmerzmitteln, die oft unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, zu wünschen übrig ließe. Hier konnte Dr. Pelzer beruhigen, machte deutlich, dass im Netzwerk Ärzte mit dem entsprechenden Fachwissen ausgestattet seien. Wichtig sei die Einbindung des Hausarztes: „Angedacht ist eine Netzstruktur - die Versorgung geschieht durch den Hausarzt, aber wir wollen unterstützen.“
Maria Reinders, Hospiz am Klever Krankenhaus: „Wir sehen unseren Auftrag darin, dass künftig eine koordinierende Leitstelle da ist - aber Sie müssen noch etwas Zeit und Geduld haben.“

Insgesamt 14 Mediziner haben die Zusatzausbildung Palliativmedizin durchlaufen. „Es gibt auch keinen Pflegedienst mehr, der nicht über entsprechend ausgebildetes Personal verfügt“, so Pelzer. Die Palliativmedizin im Moerser Krankenhaus sei rund um die Uhr besetzt, Tel. 02841/1 07 41 32. Im Klever Krankenhaus gäbe es noch keine solche Abteilung, die Patienten würden in der Regel ans Gocher Krankenhaus verwiesen - dort gibt es eine onkologische Abteilung. Maria Reinders führte aus, dass seit Jahren die Einrichtung einer Palliativabteilung am Gocher Krankenhaus diskutiert werde. Im Notfall gelten die Notrufnummern 116 117 für den hausärztlichen Notdienst, und die 112 für dringende und akute Fälle.

Patienten und Angehörige, die Fragen zum Palliativ-Netzwerk haben oder die Kontakt aufnehmen möchten, wenden sich an

Maria Reinders, Hospiz am Klever Krankenhaus, Tel. 02821/4 90 11 13

an Frau Richter, Palliativ-Netzwerk, 8 bis 18 Uhr, Tel. 0162/5151888

oder an die Praxis Dr. Michael Pelzer, 02821/33 40.
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Christiane Bienemann aus Kleve | 02.02.2013 | 17:54  
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