Auf dem Kleinen Markt in Kleve gibt es über das ganze Jahr 'Gecken', die vom Frühling bis zum Herbst ihre Streiche spielen

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Kleve: Narrenbrunnen | Wer von der Großen Straße die Kirchstraße hinauf geht, gelangt an die gotische Stiftskirche am Kleinen Markt. Es geht an fünf Granitstelen mit Köpfen vorbei, die einander nass spritzen, wenn die Brunnenaktivität eingeschaltet ist. Es ist der Narrenbrunnen. Wenn man weiß, was hinter den komischen Köpfen steckt, wird man den Narrenbrunnen respektieren
Wenn man diese Figuren sieht, kann man darüber fantasieren, was die Bedeutung von ihnen ist. Es gibt leider kein Informationsschild darüber. Die Stadt Kleve berichtet im Internet darüber. Aber wer weiß das?
Die Künstlerin des Narrenbrunnens, Frau Anette Mürdter aus dem schwäbischen Winterbach, hat sich beim Wettbewerb der Stadt bei ihrem Entwurf darüber Gedanken gemacht. Die Stadt hatte für die Errichtung eines Kunstobjektes auf dem Kleinen Markt für den Wettbewerb das historische Thema "Narren" gewählt und an die über 600-jährige Tradition gedacht.
1381 wurde in Kleve der ‘Order van ‘t Gecken-Geselshap‘ geboren. 1393 wurde diese wieder aufgehoben. Vor der Stiftskirche auf dem Kleinen Mark wurde 1881 das Lohengrin Denkmal errichtet und 1908/9 zum Kaiser-Wilhelm-Platz versetzt, weil es Platz für das Hohenzollerndenkmal mit Reiterstand des großen Kurfürsten machen musste. 1909 enthüllte Kaiser Willem II dieses Denkmal. Nun steht es an der Schlossstraße.
Der Kleine Markt ging leer aus. Anlass zur Errichtung eines Kunstwerkes an dieser Stelle ist, dass dieser vor 600 Jahren der historische Versammlungsplatz der Klever Gecken-Gesellschaft war.
Anette Mürdter gestaltete ihr Kunstwerk mit fünf hellgrauen Granitstelen und sieben Bronzeköpfe. Aus fünf von ihnen spritzt Wasser. Die Stelen sind so aufgestellt, dass sie innerhalb eines Dreiecks stehen, die Form des Kleinen Marktes. Sie sind alle gleich hoch. Das symbolisiert die Auffassung des Vereins: Gleichheit und Bruderschaft, wie 400 Jahre später während der französischen Revolution.
Der Klever Geckengesellschaft bestand aus einem König und sechs Ratsleute. Die sieben Köpfe symbolisieren diese. Man kann es ihnen ansehen. Ihre Gesellschaftsordnung war jedoch nicht gleich. Die Höhe der Köpfe an den Stelen deutet darin den ungleichen Stand der Mitglieder an. Jeder Kopf hat eine gelungene närrische Ausstrahlung. Fünf von ihnen haben eine Düse im Mund. Nun schweigen die Narren auf dem Kleinen Markt, aber wenn die Wasserleitung eingeschaltet wird, fängt der richtige Spaß an. Dann sprühen sie einander ins Gesicht.
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3 Kommentare
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Norbert Leenders aus Kleve | 09.03.2016 | 17:54  
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Eelco Hekster aus Kranenburg | 09.03.2016 | 18:23  
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Christian Tiemeßen aus Emmerich am Rhein | 09.03.2016 | 19:52  
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