Hoffnung und Hilfe durch das Caritas Baby Hospital in Bethlehem.

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Chefärztin Dr. Hiyam Marzouqa mit einem Patienten. (Foto: Meinrad Schade, Kinderhilfe Bethlehem.)
 
Eine Reisegruppe unter Leitung von Pfarrer Werner Köhl (dritter von rechts) zu Besuch im Baby Hospital Bethlehem. Links im weißen Kittel: Chefärztin Dr. Hiyam Marzouqa. (Foto: Bashir Qonqar, Caritas Baby Hospital)

Der Geburtsort Jesu ist wichtigste Anlaufstelle für kranke Neugeborene und Kinder bis 16 Jahre.

Von Jürgen Steinbrücker und Carmen Sibbing / Kinderhilfe Bethlehem

Bethlehem/Langenfeld/Monheim. „Schauen Sie bitte nicht weg und vergessen Sie uns nicht“, gab die Chefärztin Dr. Hiyam Marzouqa einer Reisegruppe unter der Leitung des früheren Reusrather Pfarrers Werner Köhl mit auf den Weg. „Das Baby Hospital in Bethlehem haben wir auf jeder Reise besucht, das gehörte immer fest zum Programm“, sagt Köhl, der seit 1997 in Monheim lebt und zuletzt im vorigen Jahr Israel und Bethlehem besucht hat.

„Ende der 70er Jahre begann ich mit den Reisen nach Israel, und in den 80ern kam ich auf die Idee, Gruppen durch dieses Land zu führen.“ Die Langenfelder evang. Kirchengemeinde und besonders der Pfarrbezirk Reusrath hat das Baby Hospital viele Jahre mit Spenden unterstützt, die Frauenhilfe jahrelang Babydecken und anderes gestrickt.

Dr. Hiyam Marzouqa, seit 2006 Chefärztin des Baby Hospitals in Bethlehem, liebt ihre Arbeit trotz hoher Belastungen. Sie studierte in Deutschland und kehrte dann zurück, weil sie die Herzlichkeit und Wärme ihrer Heimat vermisste und es im Westjordanland an qualifiziertem Ärztepersonal – vor allem an Kinderärzten - fehlte. Jährlich werden unter der Leitung der Christin Marzouqa 36.500 Kinder behandelt, wobei die Mütter in die Pflege einbezogen werden. Eine Mütterschule sorgt dafür, dass auch nach dem Aufenthalt im Hospital die Pflege und Ernährung dem Krankheitsbild entspricht.

In den 90 Betten, davon sieben auf der letztes Jahr gegründeten Intensivstation,
bleiben die Kinder wenige Tage, in dringenden Fällen können es aber auch drei Monate werden. Häufig werden Neugeborene mit Atemwegserkrankungen, Infektionen und Erbkrankheiten eingeliefert. Das 34 Personen umfassende Ärzte- und Pflegeteam sorgt für eine liebevolle Behandlung und setzt sich auch für das Leben der Kleinsten mit großer Hingabe ein, unabhängig von deren Religion, Nationalität und wirtschaftlicher Herkunft.

Das am Heiligen Abend 1952 von Pater Ernst Schnydrig gegründete Caritas Baby Hospital ist das wichtigste Hospital für etwa eine halbe Million Kinder im Westjordanland.

Neben medizinischen Notfällen hat man auch mit logistischen Problemen zu kämpfen. „Müssen Kinder zum Beispiel wegen chirurgischer Eingriffe in eine nahegelegene Klinik nach Jerusalem verlegt werden, benötigen wir eine Transfererlaubnis für die Straßensperrungen zwischen palästinensischem Autonomiegebiet und israelischem Boden. Für die zehn Minuten Fahrzeit der Transportbewilligung vergehen oft Stunden, die über Leben und Tod der kleinen Patienten entscheiden“, erklärt die Chefärztin.

„Medizinische Hilfe zu leisten ist das Eine, der Umgang mit persönlichen Ängsten um manchmal hoffnungslose Behandlungsverläufe einiger Patienten das Andere. Wenn ich aber sehe, wie oftmals Kinder schwerkrank auf die Intensivstation kommen und diese mit einem Lächeln wieder verlassen können, sogar nach Hause entlassen werden dürfen, motiviert mich das immer wieder von Neuem.“

Spenden: Kinderhilfe Bethlehem im Deutschen Caritasverband e.V.
Konto: IBAN: DE32 6601 0075 0007 9267 55 BIC: PBNKDEFF, Kennwort: Bethlehem.


Kinderhilfe Bethlehem in Zahlen (2013):

Anzahl stationäre Betten: 82
Anzahl Intensivbetten: 7
Anzahl Behandlungen pro Jahr: stationär: 3.729; ambulant: 32.773
Spitaltage pro Jahr: 14.144
Aufwand pro Jahr (inkl. Projekt- und Katastrophenhilfe: 10.100.000 €; davon kommen aus Spenden: 8.700.000 €
Die Kinderklinik verfügt über Aufnahmekapazitäten für bis zu 50.000 Patienten jährlich

Schwerpunkte der Kinderhilfe Bethlehem:

• Medizinische Hilfe: ambulante u. stationäre Behandlung von jährlich rund 36.500 Patienten
• Mütterschule: 43 Schlafplätze für Mütter während des Klinikaufenthaltes ihres Kindes; Unterricht in Babypflege, Ernährung und Hygiene
• Sozialarbeit: Hilfe und Nachsorge für Familien durch Hausbesuche und Beratungsgespräche)
• Projekte: Förderung lokaler Initiativen in den Bereichen Medizin, Gesundheit und Erziehung
• Schwesternschule: Ausbildung von einheimischen Frauen und Männern zu Krankenpflegerinnen und –pflegern.
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