Neues Hospiz strahlt ins ganze Land

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Weniger ist mehr: Der Eingang des neuen Hospiz am Wallgang.
 
Hospizleiter Sebastian Roth (re.) führte die GFL-Ratsvertreter durchs Haus und beantwortete viele Fragen.
Das neue Hospiz am Wallgang ist nach Ansicht der GFL-Fraktion ein Leuchtturmprojekt, das weit ins Land NRW hineinstrahlt. Bei einem Besuch am Montag Abend (7. November) zeigten sich die Ratsvertreter beeindruckt von der Einrichtung: Die Größe des Hauses, seine moderne Ausstattung und die geschmackvolle Einrichtung bis in die Details seien einzigartig.

„Außergewöhnlich", „sehr schön“, „Vorzeigeadresse" - so lauteten einige Kommentare von GFL-Politikern nach der Führung durch Sebastian Roth. Der Hospizleiter startete vor zwei Wochen mit seinem Team, das zunächst sechs Gäste in ihren Einzelzimmern begleitet. Anfang 2017 sollen die insgesamt 14 Plätze belegt und das Personal auf 20 Fachkräfte angewachsen sein. „Wir haben bereits erfreulich viele Anfragen von Krankenhäusern, niedergelassenen Ärzten und Patienten", so Roth, „deshalb gehen wir davon aus, dass wir bald ausgelastet sein werden.“ Der Standort in Lünen solle vorzugsweise Lünern zugute kommen - von begründeten Ausnahmen abgesehen.

Zwar dient ein Hospiz der palliativ-hospizlichen Begleitung von Menschen in deren letzten Lebenswochen. Sterben und Tod sind deshalb stets gegenwärtig. Doch diese harte Realität überstrahlt die Adresse gekonnt. Auf allen drei Etagen dominieren geschmackvolle Einrichtungen, moderne Ausstattungen und geschmackvolles Ambiente. "Ja, hier stimmt jedes Detail", sagt Roth im Kaminzimmer zwischen gemütlichen Polstermöbeln, "dafür hat Frau Spellerberg mit Herzblut gesorgt."

Constanze Spellerberg (48) - das ist der Name der privaten Investorin des Hospizes. Die gelernte Krankenschwester führt als Unternehmerin einen Pflegedienst mit 150 Angestellten. Mit dem Hospiz am Wallgang habe sie sich einen Traum erfüllt, sagt Roth. Aber zugleich auch für die Sterbenden, deren letzte Tage nicht in weiß-kalten Zimmer verrinnen. sondern am Meer, in den Bergen oder mitten in Blumenwiesen. Denn eines dieser drei Themen dominiert auf je einer Eta-ge – und zwar von der Bettwäsche über Bilder an den Wänden bis zu den Gardinen in den 14 Einzelzimmern, in denen auch Angehörige übernachten können. Ein Ambiente, das schöne Urlaubserinnerungen wachruft und zum Wohlfühlen einlädt. Apropos wohlfühlen: In der Bibliothek bestechen handbemalte Fliesen aus Italien, die einen Sandsteinkamin umgeben. Elektronische Effekt-Feuer-Kamine bringen gerade in dunklen Tagen Behaglichkeit in alle Etagen.

Die palliativ-pflegerische Begleitung der Gäste übernimmt das multiprofessionelle Team aus examinierten Kräften. Für die palliativ-medizinische Versorgung steht das Palliativnetz Lünen-Werne mit Dr. Lux aus dem St.-Marien-Hospital bereit. Einige Patienten werden auch von ihrem Hausarzt aufgesucht – „sofern die Entfernung das zulässt“, so Roth. Außerdem gehören zwei Hauswirtschaftler, ein Hausmeister, eine Verwaltungskraft sowie einige ehrenamtliche Helfer zum Team.

Etwa 4,5 Mio. Euro investierte die Unternehmerin in ihr Traumhaus. Sie hätte billiger bauen können. Wollte sie aber nicht. Rechnen wird es sich auf Dauer trotzdem. Denn rund 7.000 Euro bezahlt die Krankenkasse pro Gast pro Monat. Damit lässt sich beste Sterbebegleitung anbieten. Und dennoch etwas Geld verdienen.
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