Die Traubenkirschen-Gespinstmotte ist harmlos

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Traubenkirschen-Gespinstmotte (Yponomeuta evonymella) (Foto: Wikipedia)

„Es ist die Traubenkirschen-Gespinstmotte und nicht der Eichenprozessionsspinner“, beruhigen Mitarbeiter der Grünflächenplanung besorgte Marler Bürger. Anrufer und Besucher melden den Fachleuten im Zentralen Betriebshofs der Stadt Marl (ZBH) Gespinste in Bäumen und Sträuchern, die ihnen zurzeit im Stadtgebiet auffallen.

Die Traubenkirschen-Gespinstmotte ist gefräßig – aber harmlos
Momentan handelt es sich bei dem Befall in der Regel um die Traubenkirschen-Gespinstmotte. Für die Nester des Eichenprozessionsspinners ist es etwas zu früh. Der ZBH rechnet nicht mit einem starken Befall von Raupen des Eichenprozessionsspinners in diesem Jahr. Wie der Name schon sagt, befallen die Raupen des Eichenprozessionsspinners ausschließlich Eichen. Die Larven der Traubenkirschen-Gespinstmotte finden sich vor allem an der Traubenkirsche, aber auch an einer Vielzahl von anderen Bäumen und Sträuchern. Im Gegensatz zum Eichenprozessionsspinner ist die Traubenkirschen-Gespinstmotte für Menschen und Tiere völlig harmlos. Der zum Teil extreme Kahlfraß wird von vitalen Gehölzen in der Regel durch einen Neuaustrieb wieder ausgeglichen.

Die Traubenkirschen-Gespinstmotte (Yponomeuta evonymella) ist ein
Schmetterling (Nachtfalter) aus der Familie der Gespinst- und Knospenmotten

Merkmale

Die Falter haben eine Flügelspannweite von 16 bis 25 Millimetern. Die Vorderflügel sind silbrig weiß und weisen fünf Längsreihen von feinen schwarzen Punkten auf. Die rauchbraunen Hinterflügel haben einen dunklen Saum und sind breiter und kürzer als die Vorderflügel. Die feinen und fadenförmigen Fühler erreichen zwei Drittel der Flügellänge. Wenn die Tiere ruhen, werden sie leicht gerollt eng an den Körper gelegt, so dass der Falter fast wie eine Röhre wirkt. Bei der leichtesten Störung hüpfen die Schmetterlinge weg und lassen sich geschickt zu Boden fallen.

Lebensraum

Man findet diese Art in fast ganz Europa von den Flussniederungen bis zur Laubwaldgrenze in Auwäldern, an Bachufern mit Gebüschen und Bäumen sowie in Gärten und Parkanlagen. Die Häufigkeit schwankt mit den Jahren, doch Massenentwicklungen, die zum Kahlfraß der Futterpflanzen führt, sind nicht selten.

Lebensweise

Die Falter findet man von Anfang Juli bis Mitte August. Nach der Paarung, die nur einige Tage bis Wochen nach dem Schlüpfen erfolgt, legen die Weibchen ihre Eier an die Winterknospen der Traubenkirsche ab. Die jungen Raupen überwintern unter den Knospenschuppen und werden mit deren Austreiben im Frühling aktiv. Sie fressen bis Ende Mai oder Anfang Juni und verpuppen sich dann in dicht gepackten Gemeinschaftsgespinsten am Stamm oder der Krautschicht darunter.

Die Larven ernähren sich fast ausschließlich von der Gewöhnlichen Traubenkirsche (Prunus padus). Sehr selten findet man die Raupen auch an Kirsche und Faulbaum. Diese Art ist ein Nahrungsspezialist. Es werden nur die Frühjahrstriebe gefressen, dies ist möglich, da es keine zweite Generation im Jahr gibt.
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