Aufstellung des Bebauungsplan für gate.ruhr, AV 3/7 in Marl Hamm beschlossen

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gate.ruhr - die neue Victoria: So lautet der Name des künftigen Industrie- und Gewerbe­gebietes, das in den nächsten Jahren auf dem Gelände des Bergwerks Auguste Victoria (AV) entstehen soll. (Foto: rag)
 
Die vorgesehende Fläche (Foto: RAG Montan Immobilien)

Der Stadtplanungsausschuss hat die Aufstellung des Bebauungsplan Nr. 239 der Stadt Marl für den Bereich der ehemaligen Schachtanlage Auguste Victoria 3/7 nordwestlich der Carl-Duisberg Straße beschlossen. Unter dem Namen gate.ruhr will die Stadt gemeinsam mit der RAG Montan Immobilien GmbH, das ehemalige Gelände der Zeche Auguste Victoria zur Industrie- und Gewerbefläche entwickeln. Im Jahr 2020 soll die Vermarktung beginnen. Die Logistiksflächen auf AV 3/7 werden zu einen grossen Zuwachs des Lkw Verkehr auf der Karl Duisbergstrasse um Sickingmühle und der A 52 führen.

Die vorgesehende Fläche

Das Plangebiet ist die ehemalige Schachtanlage Auguste Victoria 3/7 und das direkt nördlich gelegene Gelände des ehemaligen BASF Kraftwerks mit angrenzendem Hafen. Zusätzlich sind die Zollvereinsiedlung und der aktuell unbeplante Siedlungsbereich an der Lessingstraße in den
Geltungsbereich eingegliedert. Das Waldstück zwischen der BAB 52 und der ehemaligen Schachtanlage bilden die südliche Grenze des Geltungsbereiches.
Die ca. 90 ha große Montanbrache soll einer neuen Nutzung zugeführt werden. Die geplante industrielle und gewerbliche Nutzung profitiert von der trimodalen Anbindung an das Fernstraßennetz, dem Schienennetz sowie dem Bundeswasserstraßennetz. Die Fläche ist räumlich mit dem Chemiepark verknüpft und hält einigen Abstand zu vorhandenen Siedlungsflächen. Der Standort ist einer von wenigen großen zusammenhängenden Potentialflächen für Industrie- und
Gewerbenutzung in NRW.

Im Jahr 2020 soll die Vermarktung beginnen

Das Ende der Bergaufsicht für die Grundstücke der Schachtanlage und des Hafengebietes ist für das Jahr 2020 geplant. Die ehemalige Kraftwerksfläche sowie die nördliche Bergehalde stehen dagegen nicht unter Bergaufsicht. Im Zuge des Abschlussbetriebsplanverfahrens werden die Hafenund die Bergwerksflächen weitestgehend saniert, so dass unmittelbar nach Beendigung der Bergaufsicht mit der Erschließung und Vermarktung der Grundstücke begonnen werden kann.
Hierzu ist die vorherige Schaffung von Planungsrecht nötig. Dieses Planungsrecht soll in Form eines Bebauungsplanes für das gesamte Plangebiet geschaffen werden, welcher voraussichtlich in mehreren Teilabschnitten entwickelt wird.

„Umklappen“ der Halde

Bereits abgeschlossen ist die Strukturplanung für das in vier Teilflächen gegliederte, 90 Hektar große Areal. Darin ist vorgesehen, im ersten Schritt die Entwicklung der nördlichen Hälfte von gate.ruhr voranzutreiben. Die Hafenfläche, die Teilfläche der Bergehalde sowie die Kraftwerksfläche sollen saniert werden und könnten ab 2020 als Industrie- und Gewerbegebiet zur Verfügung stehen.
„Umklappen“ der Halde ermöglicht schnelle Erschließung
Der Plan sieht vor, die Erdmassen von der Plateau-Halde am Hafenweg abzutragen und auf die ehemalige Kraftwerks­fläche umzuschichten, um so den Höhenunterschied vom mehreren Metern zwischen Bergehalde, Hafenfläche und Kraftwerksfläche auszugleichen. Eine ungewöhnliche Methode, die zwei Probleme auf einmal löst und den Aufwand minimiert. Mit dem Umklappen der Haldenfläche wird das Gelände nivelliert. Zugleich wird durch das lageweise Überdecken der Beton­fundamente einen stabilen, gleichmäßig verdichteten Baugrund auf der Kraftwerksfläche hergestellt. Im Rahmen der Machbarkeitsstudie wird zurzeit geprüft, ob und zu welchen Kosten das Umklappen der Halde umgesetzt werden kann. Das bedeutet auch das der gesamte Baumbestand auf der Halde gefällt wird.

Die Logistiksflächen werden zu einen grossen Zuwachs des Lkw Verkehr auf der Karl Duisbergstrasse und der A 52 führen.

Der Standort Marl macht es nötig, die Verkehrs­planung zu überarbeiten. Denn westlich des angrenzenden Chemieparks errichtet die Metro Group derzeit ein Logistikzentrallager, das noch in diesem Jahr in Betrieb genommen wird. Größenordnungen, die eine Alternative zur bisherigen Verkehrsplanung erforderlich machen: Es war mal geplant, gate.ruhr über die Nordstraße durch den Chemiepark zugänglich zu machen.

Die Größe des Plangebietes von annähernd 90 ha sowie dessen integrierte Lage direkt angrenzend an den Chemiepark und den Wesel-Datteln-Kanal mit der Möglichkeit einer Anbindung an die vorhandene schienengebundene- und Bundesautobahn-Infrastruktur bilden gute Voraussetzungen
für die Entwicklung des Standortes zu einem industriell geprägten Gewerbegebiet.


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