Europäischer Protesttag: Behinderte bei der Finanzierung abgehängt

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LWL-Sozialdezernent Matthias Münning. (Foto: LWL)

Ein modernes Teilhaberecht für Menschen mit Behinderungen wird immer unwahrscheinlicher, weil seine Finanzierung nicht gesichert ist. Daran hat der Sozialdezernent des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), Matthias Münning, zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen am Dienstag (5.5.) in Münster erinnert.

Die Bundesregierung habe entgegen dem Koalitionsvertrag die Weichen für eine Entlastung der Kommunen um fünf Milliarden Euro jährlich nicht mit der Behindertenhilfe, der so genannten Eingliederungshilfe, verknüpft. Münning: "Der Zug soll also die Menschen mit Behinderungen nicht mitnehmen. Ihr Waggon wurde abgehängt."

Träger der Eingliederungshilfe wie der LWL stünden vor sehr großen Herausforderungen: "Allein die Zahl der Menschen mit geistiger Behinderung, die über 60 Jahre alt sind, wird sich in den nächsten 20 Jahren vervierfachen. Die Zahl der jungen Menschen mit geistiger Behinderung nimmt seit Jahren stark zu. Die Zahl der Menschen, die im Laufe ihres Lebens schwer erkranken und anschließend behindert werden, nimmt zu. Wenn die Gesellschaft eine gute Leistung im Sinne der UN-Konvention für Menschen mit Behinderung will, dann müssen den Trägern der Eingliederungshilfe die erforderlichen Mittel bekommen."
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