Futtern wie bei Muttern

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vl. Kursleiterin Andrea Cierecki, Karina Harbeck und Julia Feierabend

„Mach ich nach Gefühl“, lautet bei vielen Müttern die Antwort auf die Frage, wie viel von jenem und diesem beim Kochen verwendet werden muss. Dieses „Gefühl“ haben Kochanfänger aber oftmals noch nicht. Hier hilft der VHS Workshops: „Goodbye Hotel Mama“.

Wie viel Salz kommt nochmal in den Salat? Oder wie viel Mehl in den Teig? Für den Kochnachwuchs gibt es zahlreiche Fragen, die bei den ersten Kochversuchen im Raum stehen. Der erste Weg um die Speisen so lecker wie bei Mama hinzubekommen ist natürlich genau diese nach ihren geheimen Rezepten zu fragen. Oftmals entstehen da jedoch noch mehr Fragezeichen beim Kochnachwuchs, wie Jan Renner und Steffi Gabele berichten: „Muttis können manchmal schwer erklären und sind dann auch ungeduldig“, so die Erfahrung von Renner.

Anstatt der Mutti gibt heute Andrea Cierocki Tipps und Hilfestellungen rund ums Kochen. Die Hauswirtschaftsleiterin in einem Seniorenheim hat bei einem Workshop zum Thema „Garnieren und Dekorieren“ gemerkt, dass viele junge Teilnehmer keine Kenntnis von Lebensmitteln haben: „Ich hatte einige Teilnehmer, die noch nicht mal wussten, was ein Radieschen ist“, erklärt Cierocki bestürzt, „die jungen Leute haben eine ganz andere Esskultur. Das musste mal gebrochen werden.“ So ist die Idee zum Workshop „Goodbye Hotel Mama“ entstanden: „Die Teilnehmer lernen hier alle Basics, die es braucht.“

Neben dem Kochen ist Cierocki aber auch der finanzielle Aspekt wichtig: „Am Anfang des Workshops gehe ich mit den Teilnehmern durch, wie viel Geld sie ausgeben würden, wenn sie sich einen ganzen Tag nur von Fastfood ernähren.“ Auf 25 Euro sind die Teilnehmer gemeinsam gekommen: „Wenn ich dagegen Lebensmittel selbst einkaufe und koche, komme ich bei einer normalen Mischkalkulation auf sieben Euro pro Tag.“

Mehr als Rührei und Tomatensuppe


Bei einigen Teilnehmern kam der Anstoß zur Teilnahme von der Mutter selbst, wie zum Beispiel Frank Schulz erklärt: „Meine Mutter hat gesagt: Du wohnst jetzt unterm Dach und hast eine eigene Küche, jetzt musst du auch mal selbstständig werden“, so der 20-Jährige lachend. Obwohl er sehr gerne Kochsendungen guckt, reicht es bei ihm selbst nur „für ein Ei oder Sachen aus der Mikrowelle.“ Gerichte wie selbstgemachte Pasta, Flammkuchen, Currygeschnetzeltes, Tomatensuppe oder eine Quarkspeise stehen bei den wenigsten auf dem Plan.

Umso größer ist die Freude bei allen, als sie um 13.15 Uhr gemeinsam vor einem großen Buffet sitzen und das gekochte Essen probieren dürfen. Eine Rezeptmappe sorgt zudem dafür, dass die Gerichte auch zu Hause gelingen werden. So können die Teilnehmer dann schon bald sagen: Goodbye, Hotel Mama.

Infos:
- Die VHS Moers bietet am Samstag, 19. November, noch einen dritten Workshop von Goodbye Hotel Mama an, bei dem komplette Menüs gekocht werden.
- Der Basic-Kurs findet zudem auch nochmal bei der VHS Rheinberg am Samstag, 12. November, statt.


Alle Fotos: Heike Cervellera
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