Anders Wohnen in Speldorf: Ab 2018 wird gebaut und im Sommer 2019 wollen die Mieter einziehen

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Sie haben sich schon für einen Einzug ins AWIS-Haus an der Friedhofstraße entschieden.

Noch ist auf dem 3300 Quadratmeter großen Wiesengrundstück an der Friedhofstraße in Speldorf nichts vom Projekt „Anders Wohnen in Speldorf“ (AWIS) zu sehen. „Doch das hier ist eine Wiese mit Zukunft“, sagt Renate Vetter.

Die Speldorferin gehört zu den bisher 15 Mülheimern, die im Sommer 2019 in ein Gemeinschaftswohnhaus der Mülheimer Wohnbaugenossenschaft (MWB) als Mieter einziehen wollen.

„Wir haben als interessierte Bürger 2013 an einem Workshop in der Heinrich-Thöne-Volkshochschule teilgenommen, bei dem es um unterschiedliche Formen des gemeinsamen und generationsübergreifenden Wohnens ging“, erinnert sich Karl-Heinz L’Hoest an die Ursprünge von AWIS.

Lieber gemeinsam statt einsam

„Die Gemeinschaft soll bei unserem Wohnprojekt im Vordergrund stehen, so dass wir jetzt schon dabei sind, uns bei unseren Vereinstreffen und bei gemeinsamen Aktivitäten, wie etwa einem Spiele-Nachmittag, persönlich kennen zu lernen und aufeinander einzustimmen“, erzählt Heide Sander. Sie engagiert sich nicht nur bei Awis, sondern auch im Speldorfer Netzwerk der Generationen.
„Wir wollen gemeinsam mit anderen wohnen, aufeinander achten und uns auch in den Stadtteil hinein öffnen. Das soll aber nicht in Kochtopf-Guckerei ausarten. Jeder wird in seiner eigenen Wohnung wohnen und die Tür zumachen können“, betont L’Hoest. So wird es neben den geplanten 28 Wohnungen im AWIS-Haus an der Friedhofstraße auch einen Gemeinschaftsraum, einen gemeinsamen Garten und eine gemeinsame Tiefgarage für die Mieter geben. „Wir werden dort nicht gemeinsam kochen, aber wir könnten uns dort zum Beispiel zu einem Literaturkreis oder zu einem Filmabend treffen oder auch einen gemeinsamen Theater- oder Konzertbesuch planen“, schaut Renate Vetter in die Zukunft.

Auf die MWB-Genossenschaft gebaut

Obwohl sich der AWIS-Kreis anfangs auch mit den Optionen von Eigentumswohnungen und der Gründung einer eigenen Wohngenossenschaft oder einer Trägergesellschaft des bürgerlichen Rechtes beschäftigt hatte, entschied man sich am Ende doch für ein finanz- und organisationstechnisch tragbares Gemeinschafts-Miet-Wohn-Projekt in Regie der 1898 gegründeten Mülheimer Wohnungsbaugenossenschaft, die in Mülheim bereits mehr als 4500 Wohnungen im Bestand hat.

„Bei den Gesprächen mit dem MWB-Vorstand ist uns klar geworden, dass wir uns hier einen zuverlässigen, bewährten und auch sozial kompetenten Partner ins Boot holen“, unterstreicht Renate Vetter.

Familie mit Kindern erwünscht

Auch wenn eine Kaltmiete von 9 bis 11 Euro für Wohnungen zwischen 52 und 104 Quadratmetern nicht gerade gering ist, weist Karl-Heinz L’Hoest darauf hin, dass es im AWIS-Haus an der Friedhofstraße, die direkt in die Duisburger Straße mündet, auch geförderte Wohnungen mit einer ermäßigten Miete von etwa 6 Euro pro Quadratmeter geben wird. „Auch wenn wir unter den Mietern, die sich bisher der Mülheimer Wohnungsbaugenossenschaft und unserem Verein angeschlossen haben, eine breite Alterspanne von 22 bis 74 haben, fehlt uns zurzeit noch eine junge Familie mit Kindern“, erklärt Renate Vetter. Für sie ist „es kein Zufall, dass ein Wohnprojekt, wie das unsere, gerade in dieser Zeit des demografischen Wandels entsteht. Denn in unserer Stadtgesellschaft gibt es leider immer mehr einsame alte Menschen.“
Wer sich für das Projekt „Anders Wohnen in Speldorf interessiert“, kann sich unter: www.awis-ev.de oder per E-Mail an: info@awis-ev.de informieren. Telefonische Auskünfte bekommt man unter der Rufnummer: 0208-8214208. Thomas Emons
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