Gemeinsam Spaß haben - Neues Projekt soll Flüchtlingskinder leichter integrieren

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Gemeinsam mit Silke Schacht haben die Kinder viel Spaß. (Foto: PR-Foto Köhring/SM)

Seit Anfang des Jahres befindet sich auf dem ehemaligen Minigolf und Tennisplatz an der Holzstraße eine Flüchtlingsunterkunft. Im März hat der Dümptener Turnverein ein Projekt ins Leben gerufen, bei dem knapp 30 Kinder im Alter von zwei bis 15 Jahren gemeinsam Sport treiben.

Von Fabian Kloster

Jeden Dienstag zwischen 13.30 und 15 Uhr spielt die Leiterin des Sportprojektes Silke Schacht mit den Kindern von Flüchtlingen in der Unterkunft an der Holzstraße. Die Kinder turnen, lernen spielerisch Deutsch und singen gemeinsam Kinderlieder. "Die Kinder sollen hier nicht zu Supersportlern gemacht werden, sondern einfach zusammen Spaß haben", erklärt Silke Schacht.

Die Kinder robben und laufen über Holzbänke, fahren auf einem kleinen Stück Stoff "Schlittschuh", toben zusammen und helfen sich bei den Übungen untereinander. Mit Spielen wie Tier-Memory werden die Kinder spielerisch an die Sprache herangeführt. Dabei zeigt Silke Schacht den Kindern ein Bild mit einem Tier drauf. Die Kinder müssen den Namen des Tieres erraten und dann zum passenden Bild, welche an den Wänden im gesamten Raum verteilt sind, rennen. Als Belohnung gibt es am Ende der Spielstunde Schokolade für die Kinder.
"Angelehnt an das Kinderturnen sollen die Kinder zum einen spielerisch lernen und zum anderen eine Gemeinschaft entwickeln", so Alexandra Schreiber, Geschäftsführerin des Dümptener Turnvereins. Am Angebot nehmen immer unterschiedlich viele Kinder teil. "Heute sind die meisten im Raum nebenan und lassen sich schminken", erzählt Silke Schacht.

"Die Kinder sollen nach den Erlebnissen der Flucht spielen, toben, sich bewegen, gemeinsam tolle Erlebnisse haben und einfach nur Kind sein", so Alexandra Schreiber. Gerade bei den Kindern komme das Angebot auch gut an. "Anfangs hatten wir geplant eine Stunde mit den Kindern zu spielen. Die Kinder haben aber so viel Spaß, dass wir die Zeit um eine halbe Stunde aufgestockt haben".
Sozialdezernent Ulrich Ernst begrüßt dieses Engagement sehr. "Es gibt viele Vereine die sich in der Stadt engagieren, aber der Dümptener Turnverein ist immer ganz vorne mit dabei und leistet eine tolle Arbeit". Der Sozialdezernent freut sich, dass der Sport einmal mehr einen Beitrag leistet, dass sich die Flüchtlinge in ihrer neuen Heimat möglichst schnell einleben.

Beim Thema Integration hat sich Alexandra Schreiber gefragt, was sie selbst tun könnte. "Ich finde das Sport einfach eine tolle Möglichkeit dafür ist. Gerade hier finden sich ja alle Nationen wieder und lernen miteinander umzugehen." Das habe das Fussball-Projekt in Dümpten im letzten Jahr gezeigt. "Am Wenderfeld machen insgesamt 43 Flüchtlinge beim Fussball mit. Davon sind 15 Kinder". Die Nachfrage sei so groß gewesen, dass gleich zwei Gruppen entstanden sind. "Die Flüchtlinge freuen sich einfach über das Angebot".

In der Flüchtlingsunterkunft leben aktuell 200 Menschen, überwiegend aus Syrien. Insgesamt hat die Unterkunft für 400 Menschen Platz. Von den dortigen Flüchtlingen sind 60 Prozent alleinreisende Männer. Diese sind aber in seperaten Hütten untergebracht. Schon beim Bau der Unterkunft, hat die Stadt den engen Kontakt zu den Anwohnern gesucht. Sozialdezernent Ulrich Ernst: "Wir haben mit den Anwohnern gesprochen und auch Telefonnummern zur Verfügung gestellt, wenn etwas sein sollte".

Ganz fertig ist die Unterkunft an der Holzstraße aber noch nicht. "Wir möchten zum Beispiel auf dem Außengelände noch gerne Wege zu den Hütten bauen", so Ulrich Ernst. Mitte Juli sollen dann alle Arbeiten abgeschlossen sein.
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