Ab Ende März dreht sich in Styrum das Windrad

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Beim symbolischen Spatenstich packten (v.l.) Bernhard Albers, Stephan Dohe (beide ESR), OB Ulrich Scholten, Volker Weißhuhn (ESR) und Umweltdezernent Peter Vermeulen an. (Foto: PR-Fotografie Köhring)
 
Das Modell des Windrades vor Augen haben (v.l.) die ESR-Geschäftsführer Stephan Dohe und Volker Weißhuhn sowie Mülheims Oberbürgermeister Ulrich Scholten. (Foto: PR-Fotografie Köhring)

Von RuhrText

Die wichtigste Form der Windenergienutzung sind Windenergieanlagen. Bis Ende März sollen sich im Styrumer Ruhrbogen, im Nordwesten der Stadt nahe des Kolkerhofweges, die Rotorblätter eines Windrades drehen. Die Arbeiten auf der Deponiehalde sind in vollem Gange, der symbolische Spatenstich mit Oberbürgermeister Ulrich Scholten und Umweltdezernent Peter Vermeulen sowie Vertretern der Energiepark Styrumer Ruhrbogen GmbH (ESR), eine gemeinsame Gesellschaft der medl und Gelsenwasser, ist am Mittwochmittag erfolgt.

Das Windrad vom Typ E-82 des Herstellers Enercon wird mit 2,3 Megawatt Nennleistung und einer Gesamthöhe von 150 Metern jährlich etwa fünf Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Damit ist es möglich, rund 2000 Drei-Personen-Haushalte der Stadt (vier Prozent der Einwohner in Mülheim) mit erneuerbarer Energie zu versorgen. Dies trägt auch dazu bei, dass der Ausstoß von 5500 Tonnen Kohlendioxid vermieden wird.

Um den Untergrund zu verdichten und die Boden-Standfestigkeit für das Windrad zu garantieren, muss ein Rüttelstopfverfahren angewendet werden. Bis zum Jahresende wird das Fundament hergestellt. In einem umweltschonenden Spülbohrverfahren werden parallel rund zwei Kilometer Kabel vom Strom-Einspeisepunkt an der Raffelbergbrücke verlegt. Anfang 2018 beginnen der Turmbau und die Anlagenmontage. Ab Ende März soll das Windrad dann bereits in Betrieb gehen und die erste Kilowattstunde grüne Energie produziert werden.

„Die Windenergieanlage ist ein wichtiger und ökologisch sinnvoller Beitrag zum Klimaschutz. Alle notwendigen Genehmigungen und Gutachten - auch für den Transport der Anlagenteile - liegen vor“, sagt ESR-Geschäftsführer Stephan Dohe. Die Genehmigung ist am 21. Dezember 2016 erteilt worden. Die Anzahl der Gutachten neben den Artenschutzuntersuchungen ist gewaltig: Schall-, Schatten-, Baugrund-., Turbulenz-, Wetterradar-Gutachten, optische Wirkung, Brandschutzkonzept, zwei Windgutachten, Avifaunistisches Fachgutachten, landschaftspflegerischer Begleitplan.

Regionaler Flächennutzungsplan

„Die Errichtung der Anlage ist ein wichtiger Baustein der dezentralen Energieerzeugung in unserer Stadt“, so Ulrich Scholten, der damit auch einen Teil des regionalen Flächennutzungsplanes der Planungsgemeinschaft Städteregion Ruhr umgesetzt sieht. Die ESR versichert, dass die energetische Amortisationszeit lediglich ein halbes Jahr dauern wird. Danach - so die ESR-Geschäftsführer Stephan Dohe und Volker Weißhuhn - werde die Energiegewinnung ohne zusätzlichen Energie-Input erfolgen. Mülheimer Bürger können sich in Kürze über eine sich noch im Aufbau befindende Internetseite an der Finanzierung des Projekts beteiligen. Die Höhe der Verzinsung ist noch nicht vereinbart.

Wie so oft bei Projekten dieser Art, regt sich aber auch Widerstand. Eine Eigentümerin eines 700 Meter entfernt gelegenen Hauses nahe des Oberhausener Stadtteils Alstaden hat eine Klage vor dem Verwaltungsgericht gegen den Bau der Anlage eingereicht. Die Entscheidung steht noch aus. Dennoch dreht sich schon bald das Windrad im Energiepark Styrumer Ruhrbogen, zu dem auch bis 2020 eine Photovoltaikanlage am gesamten Südhang gehören soll. Die ESR hat dieses Risiko in Kauf genommen.
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