Aus für Linie 132 - Öffentliche Sitzung am Donnerstag

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Der Entwurf des Nahverkehrsplanes trifft nicht überall auf Zustimmung: Vor allem die Mintarder sind sauer. Nach der geplanten Streckenänderung der Linie 151 sorgt nun auch die Streichung der Linie 132 für Unmut.

„Die Unterschriftenlisten gegen die Streichung der Buslinie 132 liegen in Mintard aus. Noch kann jeder unterschreiben“, fordert Wolfgang Budde vom Verein „Wir in Mintard“ (WIM) seine Mitbürger auf.
„Wir können es nicht hinnehmen, dass uns jetzt auch noch die Direktverbindung zur Innenstadt gestrichen wird“, sagt Budde gegenüber der MW.
„Sind wir ein Stadtteil von Mülheim oder Niemandsland?“, fragt sich Budde. Die Situation vergleicht er mit einer: „Keine direkte Verbindung nach Kettwig, keine direkte Verbindung nach Ratingen-Breitscheid und jetzt auch noch die Streichung der Direktverbindung nachMülheim.“

Kein Anleger und keine direkte Buslinie

Budde verweist darauf, dass bereits der Anleger nicht mehr angefahren werde und „das, obwohl wir einen hohen Freizeit- und Erholungswert bieten. Von den kulturellen Veranstaltungen ganz zu schweigen.“ Wo bleibe die soziale Komponente, fragt sich Budde: „Wie sollen Ältere ohne Auto und Frauen mit Kinderwagen jetzt in die Stadt kommen? Das Umsteigen fällt gerade diesen Gruppen nicht leicht.“

Ausschuss tagt am Donnerstag, 13. Juni

Budde appelliert auch an die Mülheimer: „Bitte unterstützen sie uns.“ Am Donnerstag, 13. Juni, werde WIM die Unterschriftenliste den Mitgliedern des Ausschusses ür Wirtschaft, Stadtentwicklung und Mobilität übergeben.
„Ich werde in der Sitzung unsere Argumente vortragen“, kündigt Budde an. Die Sitzung beginnt um 16.30 Uhr. Geplanter Ort: Sitzungsraum B.115 (Historisches Rathaus). Er freue sich aber, dass zumindest einige Parteien die Probleme erkannt hätten und hofft auf ein Umdenken.


Die CDU-Fraktion beantragt:

"Der Ausschuss für Wirtschaft, Stadtentwicklung und Mobilität beschließt:
Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, ob es möglich ist, die Buslinie 151 weiterhin von Kettwig kommend unterhalb des Kahlenberges bis Stadtmitte zu führen. Weiterhin sollte die Straßenbahnlinie 104, wie ursprünglich vorgeschlagen, von Essen kommend nur bis zur Wertgasse fahren. Die Andienung der Bismarckstraße über die Zeppelinstraße und Steinknappen sollte von einer neuen Buslinie übernommen werden.

Begründung:
In der WStMA-Sitzung am 22.11.2012 wurde seitens des Gutachters vorgeschlagen, die Straßenbahnlinie 104 an der Wertgasse enden zu lassen. Der Vertreter der Bezirksregierung Düsseldorf, Herr Vollstedt, schlug in dieser Sitzung vor, diese Linie bis Hauptfriedhof fahren zu lassen; dann sei er mit den übrigen Vorschlägen einverstanden. Allerdings ist er von diesem Kompromiss wieder abgerückt und fordert nun die Verlängerung dieser Linie bis zum Flughafen. Da er von seinem Vorschlag abgerückt ist, müsste die Verwaltung folgerichtig zu ihrem ursprünglichen Vorschlag zurückkehren.

Darüber hinaus begrüßen die Anwohner der Bismarckstraße die Andienung durch eine Buslinie, da der Bus an der Bordsteinkante hält und sie nicht zum Einsteigen quer über die Straße laufen müssen. Außerdem wird weiterhin die gute Erreichbarkeit der Max-PlanckInstitute mit dieser Buslinie abgesichert.
Mit dieser neuen Buslinie würde auch das Neubaugebiet u.a. mit dem Wohnpark Witthausbusch erschlossen.

MBI sieht Vorschlag kritisch

Die MBI lehnt die derzeitige Streichung der Linien 151 sowie 132 ab. Vor dem oben genannten CDU-Vorschlag warnt die MBI: "Doch die nicht unwesentliche Fragen der Rückzahlung von vielen Millionen Fördermitteln bei Stilllegung von StraBa-Strecken ist ungeklärt", heißt es in einer Mitteilung der MBI. "Sinn macht nur noch die Aufstellung eines gemeinsamen, abgestimmten NVPs, der für alle Städte gilt. Bezahlbar sind die jetzigen parallelen Planungsorgien ohnehin nicht mehr. Und wie alleine das Beispiel des unrechtmäßig im Alleingang von Mülheim stillgelegten Flughafenasts der 104 zeigt, kann das eigenbrötlerische Verhalten auch nur eines Städtchens im Revier die gesamte Regional- oder Landesplanung blockieren und durcheinander wirbeln! Also: Die Zukunft eines billigeren und besseren ÖPNV im Ruhrgebiet liegt im schnellstmöglichen Abbau parallelen „overheads“ und in einheitlicher Planung für zumindest das westl. Ruhrgebiet. Wenn das nicht bald ernsthaft in die Wege geleitet wird, kürzen die bankrotten Städte jede nach anderen Kriterien den ÖPNV so zusammen, dass nur ein Gesamttorso übrigbleibt, insgesamt wenig billiger, aber noch uneffektiver."

BIG ruft zu Teilnahme an der Sitzung auf

Eine bessere Erreichbarkeit nicht nur der Broicher Mitte, sondern auch des Schulzentrums Broich und weiterer Bildungseinrichtungen in der Stadt, fordert die BIG, die Broicher Werbegemeinschaft.

Der Vorsitzende der Interessen-Gemeinschaft, Hans A. Wunder, führt aus, das es ein Anliegen und satzungsgemäßer Auftrag ist, die Kaufkraft im Stadtteil Broich zu sichern. Ältere Leute aus den südlichen Wohngebieten müssen die Möglichkeit haben, in der Broicher Mitte mit Bus oder Bahn Ärzte zu erreichen. Gemeint sind damit die Gebiete Broicher Waldweg mit dem Wohnstift Uhlen-horst, sowie Böllerts Höfe und Strippchens Hof.

„Das ÖPNV-Angebot muss auch oder gerade für den Stadtteil Broich optimiert werden. Die über den Brandenberg geführte Buslinie 135 soll laut Plänen der Verwaltung ersatzlos gestrichen werden. Dabei ist es wichtig, den älteren Mitbürgern und den Schülern hier einen Vollservice zu bieten, beziehungsweise den bestehenden Personennahverkehr attraktiver zu gestalten. Auch für diejenigen, die heute noch mit dem Auto zur Mitte oder in die Stadt fahren.

Erarbeitet haben die Mitglieder der BIG-Planungsgruppe „Masterplan für den Stadtteil Broich“ Alternativor-schläge. So könnte zum Beispiel die Buslinie 124 ab der Haltestelle Brandenberg über die Straße Brandenberg, Broicher Waldweg, über die Broicher Mitte weiter zum Hauptbahnhof geführt werden. Als weitere Alternative schlägt die BIG vor, die Buslinien 134 und 135 zu einer Ringlinie zusammen zu schließen.

In der Planungsgruppe arbeiten nicht nur Vertreter der BIG-Mitgliedsbetriebe, sondern auch die anderen vier Broicher Kooperationspartner und Broicher Bürger mit.

Zur nächsten Sitzung des Ratsausschusses für Wirtschaft, Stadtentwicklung und Mobilität am Donnerstag, 13. Juni, hat die BIG beantragt, das Broicher Konzept zu beraten. Die Sitzung ist öffentlich und findet um 16.30 Uhr im Raum B 115 im Historischen Rathaus statt. Für die Planungsgruppe hat die BIG das Rederecht beantragt. Auf eine große Unterstützung durch Anwesenheit bei der Sitzung freut sich die BIG.

Infos zum Fahrplanwechsel finden Sie hier
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