RWO: Traditionsduell mit ganz viel Wehmut

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Zweitliga-Fußball zwischen Alemannia Aachen und Rot-Weiß Oberhausen. Gar nicht mal so lange her. Hier duellieren sich Moritz Stoppelkamp für RWO (rechts, heute 1860 München) und der damalige Aachener Nico Herzig (heute SV Wehen-Wiesbaden) am 13. September 2009. Oberhausen gewann daheim mit 1:0 durch ein Tor von Mike Terranova. Foto: Firo
Oberhausen: Stadion Niederrhein Lindnerstraße | VON MARC KEITERLING

Alemannia Aachen gegen Rot-Weiß Oberhausen. Ein Traditionsduell im Fußballwesten. Am Samstag um 14 Uhr ist dabei auch ganz viel Wehmut im Spiel.



Zwei Clubs, die in den letzten Jahren mit Karacho abgestürzt sind, treffen aufeinander. Sie tun dies im „neuen“ Tivoli-Stadion. Eine Arena, die rund 33.000 Zuschauern Platz bietet. Und einen der großen Sargnägel für die Aachener darstellt. RWO, seit Sommer 2012 ein meist durchschnittlich platzierter Viertligist, ist es seit dem Zweitliga-Abstieg 2011 noch vergleichsweise gut ergangen. Jedenfalls im Vergleich zur Alemannia.
In der Spielzeit 2003/04 kämpften beide Vereine um den Aufstieg in die Bundesliga. Am 32. Spieltag empfing Rot-Weiß die Schwarz-Gelben im Stadion Niederrhein und verspielte mit der 1:2-Heimniederlage vor 11.200 Zuschauern beinahe alle Chancen auf die erste Liga. Oberhausen am Ende der Saison Fünfter, Aachen Sechster.
Für die Kleeblätter kam es in der Folge nie mehr besser, für die „Printen“ schon. Im Sommer 2006 kehrte das Team aus der Kaiserstadt nach 36 Jahren in die Bundesliga zurück und machte mit diesem Triumph vielen Traditionsvereinen Mut. Auch nach langer Abstinenz kann eine Rückkehr ins Oberhaus gelingen. Fortuna Düsseldorf und Eintracht Braunschweig konnten zwischenzeitlich ähnliches bewerkstelligen.
„Wenn es dem Esel zu gut geht, tanzt er auf dem Eis“. So ging die Geschichte für die Grenzstädter weiter. Abstieg aus Liga eins nach einem Jahr. Kurze Zeit später erlag man dem Reiz, sich an der Welle von Stadion-Neubauten zu beteiligen und ließ den neuen Tivoli für mehr als 50 Millionen Euro errichten. Zu diesem Zweck wurde die Alemannia Stadion GmbH, welche ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der vereinseigenen Alemannia Aachen GmbH darstellte, gegründet.
Noch auf dem alten Tivoli schaffte die Alemannia in der Spielzeit 2008/09 den vierten Zweitliga-Platz und schrammte knapp an der Bundesliga-Relegation vorbei. Mit dem Umzug ging es dann in einem rasenden Tempo bergab.
Das Stadion wurde zum „Millionengrab“, da die Heimstärke der Alemannia aus der „alten Bruchbude“ nicht in die Arena übertragen werden konnte und die Betriebskosten davonliefen.
Am Ende der Saison 2011/12 stieg Aachen ab, kurze Zeit später war der Verein zahlungsunfähig. Es folgte das in Oberhausen bestens bekannte Durchreichen, von Spielklasse zwei ging es ohne Halt runter in die Viertklassigkeit.
Bei rund 5.000 Zuschauern haben sich die Besucherzahlen am Tivoli inzwischen eingependelt. Zum Traditionsduell könnten es eventuell ein paar mehr werden. Der Tabellenzwölfte erwartet den Tabellenachten. Da ist für Wehmut in dem seelenlosen Bau ganz viel Platz - auch weil rund 27.000 Plätze frei bleiben werden...
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Knut-Olaf Müller aus Emmerich am Rhein | 31.10.2013 | 17:24  
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