Die dunkle Seite des Web - das Darknet

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Der Tor-Browser als Einstieg
 
Grams - die Suchmaschine
Von Beatrix Gutmann

Immer öfter hört man vom Darknet (dunkles Netz). Dieser Begriff geistert durch die deutschen Medien und auch die Staatsanwälte bekommen inzwischen Wind davon. Das Darknet ist der Teil des Internets, der sich technologisch abschirmt, von Suchmaschinen nicht erfasst werden kann und die Identifizierung von Nutzern erschwert. In dem Zusammenhang ist der Tor-Browser die am weitest verbreitet Software.
Die Begriffsdefinition von Wikipedia.

Im Darknet findet man also vorzugsweise illegale Produkte. Die Seiten, die sich in dieser Suchmaschine befinden, findet man üblicherweise nicht über Google oder Bing. Der Handel mit Drogen, Waffen oder falschen Ausweispapieren floriert hier ungehemmt. Mittlerweile ist es zur professionellen E-Commerce-Plattform ausgereift, die Tagesumsätze von einer halben Millionen Dollar und mehr erzielt. Das alles wird über 20-25 illegale Marktplätze abgewickelt, die durchaus für die deutsche Szene von Bedeutung ist. Dazu bedienen sich die Händler der Mechanismen, die auch im legalen Netz gut funktionieren. Es gibt Rabatte, Aktionen und Promotions, die Händler lassen sich bewerten und die Käufer können sich einen guten Überblick über die Qualität der Waren und der Händler verschaffen. Im Grunde funktioniert alles genauso, wie im „richtigen Web“.

Wozu wurde das Darknet geschaffen?

Das eigentliche Ziel war es, sich Strafverfolgungen zu entziehen. Tauschdienste wie Napster oder Kino.to haben hier munter Daten ausgetauscht und natürlich nicht das Urheberrecht beachtet. Was relativ harmlos begann, ruft selbstverständlich auch andere Aktivisten auf den Plan. So entstand nach und nach ein Netz voller illegaler Waren. Interessant ist es vor allem für Whistleblower und Journalisten. Auch Edward Snowden hat über die Tor-Software kommuniziert.

Wie gelangt man ins Dark Net?

Bei der TU-Dresden gibt es eine Anleitung , wie man unerkannt im Internet surft. Das ist erst einmal nicht illegal.
Am besten durchgesetzt hat sich die Verschlüsselung mit der Tor-Software, denn das Darknet ist nicht für jeden aufrufbar. Die IP-Adressen der Anwender werden verschleiert und die Verbindungsdaten anonymisiert, somit lassen sich keine Rückschlüsse auf den Nutzer schließen. Es gibt keine Server, die Daten können nur mit bekannten IP-Adressen ausgetauscht werden. Man muss also das Zertifikat von Freunden besitzen, um mit Ihnen in Kontakt zu treten. Der Anonymisierungsdienst Tor unterstützt das Onion Routing, eine Anonymisierungstechnik die die Daten über verschlüsselte Proxyserver transportiert. Eine recht komplizierte Angelegenheit, die über kryptische Buchstaben- Zahlen-Kombinationen mit der Endung .onion funktioniert, die für normale Browser unsichtbar ist. Diese Adressen sind jedoch nicht statisch und wechseln häufig.
Es gibt keine Suchmaschine in dem Sinne, man muss also die Seiten kennen, die man ansteuern möchte.

Welche Marktplätze gibt es?

Der Marktführer im Darknet ist Alphabay, ein Marktplatz mit mehr als 100.000 Produktlistings. In Deutschland gibt es ca. 20 Darknet Märkte, die relevant sind. Manchen kann man nur mit einer Einladung beitreten, ähnlich dem Logenprinzip.
Im Herbst letzten Jahres wurde der bekannte Marktplatz „Silk Road“ von der amerikanischen Polizei stillgelegt. Das war einer der Plätze, auf denen Drogen angeboten wurden. Es gibt allerdings weitere Marktplätze, die dieses Geschäft nach wie vor erfolgreich betreiben.
Für Drogen und Waffen gibt es die Suchmaschine „Grams“, die im Tornetz aufrufbar ist. Es handelt sich aber um eine reine Produktsuche mit Linklisten nach Relevanz zu den Angeboten.
Was findet man alles im Darknet?
Drogen sind beliebt, es gibt allerdings auch verschreibungspflichtige Medikamente, Tutorials für Cyberkriminelle, Falschgeld, gehackte Kreditkartendaten und auch Waffen werden angeboten. Am beliebtesten ist der Drogenmarkt, vor allem Party- Aufputsch- und Entspannungsdrogen wie Cannabis, Speed oder Ecstasy werden gehandelt. Forscher schätzen, dass hier täglich zwischen 300.000 und 600.000 US Dollar Umsatz erreicht werden.
Es wird auch Kinderpornographie getauscht und auch Waffen werden im kleinen Stil gehandelt. Raubkopien erhält man in allen möglichen Formen wie auch Falschgeld.
Zahlung übers Bankkonto oder per Paypal?
Die nächste Hürde ist die Bezahlung der Waren. Damit keine Bank in die Transaktionen integriert wird, zahlen die Nutzer mit Bitcoins www.bitcoin.de Die Währung ist schwer zurück zu verfolgen und dient der Anonymisierung.

Ist das Darknet nur was für Kriminelle?

Eigentlich wurde das Darknet ursprünglich geschaffen, um Menschen den Zugang zum normalen Internet zu ermöglichen, die in Zensurländern wie z.B. China leben. Auch für Journalisten und Whistleblower ist das Tor-Netzwerk ideal um anonym ihre Meinung zu äußern und vor allem, um verschlüsselte Daten auszutauschen. Über das Darknet wurden zur Zeiten der arabischen Revolutionen Informationen über das totalitäre Regime ausgetauscht. Damit wurde beigetragen, die Diktatoren zu stürzen. Somit ist das Darknet auch ein Schutzraum für Whistleblower.

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4 Kommentare
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Peter Krämer aus Bochum | 26.03.2016 | 10:48  
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Antonio Di Nauta aus Duisburg | 26.03.2016 | 20:01  
Beatrix Gutmann aus Essen-Süd | 27.03.2016 | 19:43  
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Hans-Martin Scheibner aus Xanten | 31.03.2016 | 20:29  
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