Duisburgerin schafft Anschluss: „Flüchtlinge mitnehmen“: Mehr als 50.000 Buttons sind verteilt

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Zu bestimmten Uhrzeiten können Studenten eine Person kostenlos auf ihrem Ticket mitnehmen. (Foto: Caritas Bistum Essen)
 
Rebecca Radmacher hatte die Idee zum Projekt „Flüchtlinge mitnehmen“. (Foto: Caritas Bistum Essen)
Daumen hoch für diese Aktion: Mit dem „+1“-Button können nicht nur Studenten ganz leicht und ohne großen Aufwand helfen. Wer den blauen Anstecker trägt, zeigt, dass er bereit ist, Flüchtlinge auf seinem Ticket für Bus und Bahn kostenlos mitzunehmen. Ins Leben gerufen wurde die Aktion von der Duisburgerin Rebecca Radmacher (23). In etwa einem halben Jahr verteilte sie gemeinsam mit ihrem Team mehr als 50.000 Buttons.

Eine gute Idee verbreitet sich schnell: Mittlerweile unterstützen Freiwillige aus elf Städten das Projekt „Flüchtlinge mitnehmen“. Radmacher, die selbst jeden Tag während ihres Studiums von Duisburg nach Bochum fuhr, ist seit vielen Jahren ehrenamtlich engagiert. „Oft werden Flüchtlinge von Einrichtung zu Einrichtung geschickt. Wenn Sie Freunde oder Verwandte in anderen Städten besuchen wollen, ist das für sie sehr teuer“, so Rebecca Radmacher. „Studenten zum Beispiel können mit ihren Semestertickets aber zu bestimmten Zeiten eine Person kostenlos im ÖPNV mitnehmen. Während meines Praktikums bei der Youngcaritas im Ruhrbistum kam mir dann die Idee, dass man diese Menschen irgendwie zusammenbringen müsste.“

Unterstützung durch das Bistum

Gesagt, getan. Die Caritas im Bistum Essen unterstützte die Idee und half Rebecca Radmacher das Projekt auf den Weg zu bringen. Mit Infoständen an verschiedenen Unis im Ruhrgebiet machte sie auf die Initiative „Flüchtlinge mitnehmen“ aufmerksam, entwickelte die blauen „+1“ -Buttons, damit sich Reisende am Bahnsteig sofort erkennen. „Wir gehen auch regelmäßig in Flüchtlingsunterkünfte und erklären dort das Projekt“, so Rebecca Radmacher. Es gibt einen Flyer mit Abbildungen und Erklärungen in Englisch, Französisch, Russisch, Arabisch und Serbisch. „Die Verständigung klappt immer irgendwie. Mit Händen und Füßen oder auch der Mithilfe von anderen Reisenden“, sagt Rebecca Radmacher. „Und zur Not gibt es ja auch immer noch den Google Übersetzer.“

Nach Abschluss ihres Studiums der Sozialen Arbeit ist Rebecca Radmacher mittlerweile fest angestellt bei der Youngcaritas im Ruhrbistum. Ihr Projekt kommt an, die Idee soll weiter verbreitet werden. „Es ist zum Beispiel denkbar, dass es in Zukunft eine Plattform gibt, wo Mitnehmer und Mitfahrer sich verabreden können und nicht erst am Bahnhof zueinander finden“, so Radmacher. Seit kurzem wird „Flüchtlinge mitnehmen“ auch offiziell von der Bundesbeauftragten für Migration, Flüchtlinge und Integration Aydan Özoguz gefördert.

„Wichtig ist es, vor der Fahrt selbst zu überprüfen, wann man mit seinem Ticket jemanden kostenlos mitnehmen kann“, sagt Rebecca Radmacher. Für Studenten gilt dies zum Beispiel unter der Woche ab 19 Uhr und am Wochenende ganztägig im jeweiligen Verkehrsverbund. „Jeder der mitmachen möchte, kann sich gerne bei uns melden und die Buttons bestellen oder abholen.“

Weitere Informationen zum Projekt gibt es unter www.fluechtlinge-mitnehmen.de

Als gesellschaftlicher Träger im Bereich Wohlfahrt profitiert die Caritas vom Lotto-Prinzip. Rund 40 Prozent der Spieleinsätze der Tipper bei Westlotto gehen an das Land Nordrhein-Westfalen, das daraus wiederum das Gemeinwohl fördert. Mehr als 654 Millionen Euro sind auf diesem Weg allein im vergangenen Jahr zusammengekommen.
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Manuela Burbach-Lips aus Dortmund-City | 26.04.2016 | 09:32  
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