Zurück in alte Strukturen: Neue Evangelische Großgemeinde sucht Namen

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Alle vier evangelischen Kirchengemeinden in Wattenscheid, zu denen das Gemeindezentrum Alte Kirche und die Friedenskirche (im Hintergrund) gehören, werden Pfingsten 2017 zu einer Gemeinde zusammengeschlossen. Mehr zu den Planungen erläuterten die Pfarrer der Gemeinden jetzt bei einem Termin im Gemeindezentrum Alte Kirche.
 
Wie soll die neue Evangelische Kirchengemeinde in Wattenscheid heißen? Das wollen die Pfarrer Monika Vogt (v.l.), Christian Meier, Ute Riegas-Chaikowski, Holger Dirks, Frank Dressler und Uwe Gerstenkorn wissen.

Pfingsten 2017 wird die Vereinigung der vier Evangelischen Kirchengemeinden Wattenscheid, Wattenscheid-Günnigfeld, Wattenscheid-Höntrop und Wattenscheid-Leithe mit einem Gottesdienst in der Friedenskirche gefeiert. Doch noch fehlt ein Name für die neue Gemeinde. Daher möchten die Gemeinden die Öffentlichkeit einbinden und rufen dazu auf, Vorschläge einzureichen.

Ein paar Bestimmungen gilt es dabei aber zu beachten. „Es darf kein Name sein, der schon existiert. Laut Kirchenrecht muss er aus Gründen der Gleichberechtigung neu sein“, erklärt Pfarrerin Monika Vogt von der Evangelischen Kirchengemeinde Wattenscheid. Damit fällt dieser Name flach, auch wenn er alle vier Gemeinden umfassen würde. Genau diese drei Begriffe sollen aber trotzdem in dem Namen enthalten sein, ergänzt um einen Bestandteil, der vor das Wort Kirchengemeinde gesetzt werden soll. „Das können eine biblische Person oder ein biblischer Ort sein“, erläutert Pfarrer Uwe Gerstenkorn von der Gemeinde Höntrop. Auch andere Ideen sind möglich, aber in jedem Fall sollte der Name einen kirchlichen oder religiösen Bezug haben.
Vorschläge nehmen die Gemeinden bis zum 31. August unter der E-Mail-Adresse info@evkw.de oder per Post an die jeweiligen Gemeindebüros entgegen. „An diesem Tag trifft sich die Steuerungsgruppe aller Gemeinden“, erläutert Pfarrerin Ute Riegas-Chaikowski von der Gemeinde Leithe. Sie wird die Vorschläge prüfen, um sie dann in die gemeinsame Presbyteriumssitzung zu geben, während der im September eine Entscheidung über den neuen Namen der Gemeinde gefällt werden soll.

Beschluss im November

Die Presbyterien waren es auch, die – jeweils einzeln – im November 2015 den Zusammenschluss der vier evangelischen Gemeinden Wattenscheids, die zum Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid gehören, beschlossen haben. Grund dafür seien unter anderem die sich verändernden Strukturen im Kirchenkreis und der Rückgang der Gemeindeglieder, so Vogt. „Der Kirchenkreis ist in den 1960er Jahre für 250.000 Menschen gemacht worden. Im Moment sind es 85.000 Gemeindeglieder“, ergänzt Riegas-Chaikowski.
„Wir sind einer der letzten Räume, der sich im Kirchenkreis zusammenschließt“, weiß Pfarrer Christian Meier von der Gemeinde Günnigfeld. 18.000 bis 19.000 Glieder wird die neue Gemeinde dann haben. Zurzeit sind es etwa 6.500 in Höntrop, 7.500 in Wattenscheid und jeweils 2150 in Leithe und Günnigfeld. Meier und Pfarrer Frank Dressler von der Gemeinde Wattenscheid erinnern daran, dass es früher in Wattenscheid nur eine Gemeinde gab, bevor die Stadt größer wurde. „Wir gehen ein Stück weit zurück in alte Strukturen“, so Meier.

Zusammenarbeit

Schon jetzt arbeiten die vier Gemeinden zusammen. „Wir planen gemeinsam Gottesdienste, sprechen uns ab, wenn es um Personal oder Gebäude geht, und vor zwei Jahren haben wir gemeinsam das Jubiläum ,400 Jahre evangelische Kirche in Wattenscheid' gefeiert“, erklärt Pfarrer Holger Dirks von der Gemeinde Höntrop.
Die Fusion der Gemeinden wird sich auf die Verwaltungsstrukturen auswirken. „Es wird ein Leitungsteam und ein Gemeindebüro geben“, macht Vogt deutlich. Zwar steht dessen Ort noch nicht fest, aber „es soll zentral in der Innenstadt sein“, so Gerstenkorn, während Dirks ergänzt, dass man mit der Zusammenlegung längere Öffnungszeiten ermögliche. Auch weitere Angebote, wie die Kinder- und Jugendarbeit der Gemeinden, sollen nach der Vereinigung aufrecht erhalten werden.

Kein Personalabbau

Zudem soll mit der Fusion kein Personalabbau verbunden sein. „Die neue Gemeinde ist die Rechtsnachfolgerin der alten. Jeder Arbeitsvertrag bleibt bestehen“, betont Vogt. Langfristig könnte es aber schon darauf hinauslaufen, dass die Mitarbeiter reduziert werden, denn wie Meier erklärt: „Wenn jemand in Ruhestand geht, wird die Stelle vielleicht nicht neu besetzt.“
Um die Gemeindeglieder über die weiteren Planungen bis und nach dem Zusammenschluss am 4. Juni 2017 zu informieren, wird es im Herbst in allen vier Gemeinden Versammlungen geben.
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