„Gute Schule 2020“ startet in BO und WAT

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Eine Delegation aus Verwaltung und Politik mit Oberbürgermeister Thomas Eiskirch an der Spitze informierte sich in dieser Woche vor Ort über den Bauablauf. (Foto: Stadt Bochum)

Die Landesregierung hat gemeinsam mit der NRW.BANK das Programm „Gute Schule 2020“ aufgelegt, um Kommunen bei ihren Investitionen in die örtlichen Schulen zu unterstützen. Die Förderung ermöglicht den Städten, die Schulgebäude zu modernisieren, Fachräume zu sanieren und die digitale Infrastruktur sowie Ausstattung an den Schulen zu verbessern. An der Annette-von-Droste-Hülshoff-Schule geht es nun los.

Das Förderprogramm hat ein Volumen von landesweit insgesamt zwei Milliarden Euro. Davon fließen rund 49 Millionen Euro nach Bochum. Den Auftakt macht die Sanierung der naturwissenschaftlichen Räume der Annette-von-Droste-Hülshoff-Schule. Eine Delegation aus Verwaltung und Politik informierte sich unlängst vor Ort über den Bauablauf.

400 Millionen Euro bis 2020

„Es ist eine der wichtigsten Aufgaben, eine Schul- und Bildungsinfrastruktur zur Verfügung zu stellen, die Schülern und Lehrern eine wertschätzende Lernatmosphäre bietet“, sagt Oberbürgermeister Thomas Eiskirch. „Es gibt aktuell keinen anderen Bereich, in den in Bochum so viel Geld geflossen ist und fließen wird.“ 240 Millionen Euro seien es von 2010 bis 2016 gewesen. „Bis 2020 werden es insgesamt 400 Millionen sein“, so Eiskirch. „Das Land unterstützt uns mit ,Gute Schule 2020‘ dabei, noch mehr für Bochum machen zu können. Gemeinsam stärken wir so den Bildungsstandort NRW.“
Nachdem Planung, Ausschreibung und Vergabe der Arbeiten erfolgt sind, ist an der Annette-von-Droste-Hülshoff-Schule nun Baustart in den so genannten „NW-Räumen“. Dort werden unter anderem Elektro-, Wasser- und Gasinstallationen, Mobiliar, Verdunkelungsanlagen, Böden, Wände und Türen erneuert.

Sanierung bis zum Herbst

Interaktive Boards mit Beamer-Technik ersetzen künftig die traditionellen Tafeln. Die Lehrerarbeitstische werden für den Einsatz moderner Bild- und Datentechnik aufgerüstet. Im Herbst soll die Sanierung abgeschlossen sein. „Das nachhaltige Programm unterstützt unsere Arbeit in den MINT-Fächern und trägt dazu bei, unsere Schule auch in den nächsten Jahren gut als Haus des Lernens und des Wohlfühlens aufzustellen“, freut sich Barbara Wiesemann, Leiterin der Realschule.
Als weitere Projekte folgen planmäßig in 2017 der Sanierungsbeginn ebenfalls der naturwissenschaftlichen Räume an der Graf-Engelbert-Schule sowie der Lehrschwimmbecken an der Heinrich-Böll-Gesamtschule, der Grundschule Kornharpen und der Gräfin-Imma-Schule. Die Projektliste umfasst darüber hinaus bis 2020 unter anderem, Flächen für die offene Ganztagsbetreuung auszubauen, Außensportanlagen zu erneuern und Ersatzschulbauten zu errichten.

Wattenscheid im Blick

In Wattenscheid gibt es zwei Schulen, die ebenfalls vom Aktionsprogramm „Naturwissenschaftliche Unterrichtsräume“ profitieren: die Hellweg-Schule, Lohacker Straße 13, und die Maria Sibylla Merian-Schule, Lohacker Straße 15. Die Baumaßnahmen erfolgen in den Jahren 2019 und 2020.
Außerdem wird die Sportplatzanlage des Schulzentrums Westenfeld modernisiert. Geplant sind ein Kunststoffrasenspielfeld mit einer Nettospielfläche von 100 mal 64 Metern, eine Kunststoffrundlaufbahn, eine Kunststoffsprintstrecke, eine Weitsprunganlage sowie eine Kugelstoßanlage. Baubeginn soll im kommenden Jahr sein. Auch die Regenbogenschule, Preins Feld 3, profitiert. Für 2018/2019 ist die Sanierung des Lehrschwimmbeckens vorgesehen.
Der Rat der Stadt hatte in seiner Dezember-Sitzung 2016 dem vorgeschlagenen Programm zugestimmt. Ziel ist dabei, in Bochum die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten, die „Gute Schule 2020“ bietet, auszuschöpfen und die zusätzlichen finanziellen Ressourcen bestmöglich einzusetzen. Die Stadt will bei den Projekten für „Gute Schule 2020“ alle Bezirke und alle Schulformen berücksichtigen. Das Förderprogramm ermöglicht kleinere Reparaturen ebenso wie größere Bauvorhaben; so zählen zu letzteren auch Ersatzneubauten. Das Gesamtprogramm für Bochum umfasst daher sowohl anstehende Neuerungen wie dringend erforderliche Großprojekte. Es schließt bereits für die kommenden Jahre im städtischen Etat vorgesehene Haushaltsmittel ein und ergänzt das laufende Brandschutz- und Hochbausanierungsprogramm sowie geplante Vorhaben nach dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz, worunter energetische Sanierungen fallen.

Fünf Schwerpunkte

Festgelegt als Schwerpunkte für „Gute Schule 2020“ hat die Stadt den Ausbau der digitalen Infrastruktur für alle weiterführenden Schulen (sechs Millionen Euro), das Aktionsprogramm „Naturwissenschaftliche Unterrichtsräume“ (zehn Millionen Euro), das Schulsportstättenprogramm (elf Millionen Euro), das Flächenausbauprogramm für den offenen Ganztag an Grundschulen (fünf Millionen Euro) und weitere große Sanierungsprojekte mit einem Gesamtvolumen von 18 Millionen Euro, etwa für die Sanierung des Schulzentrums Gerthe.

Leistungsstarker Datenzugang

Ein leistungsstarker Datenzugang ist unverzichtbarer Bestandteil eines zukunftsträchtigen Schulunterrichts. Voraussetzung dafür ist eine Breitbandanbindung - möglichst über Glasfaser - jeder einzelnen städtischen Schule. Die vorhandenen Netzleitungen der Schulen sind für heute und in Zukunft zu setzende Standards nicht mehr ausreichend. Daher erhalten die städtischen Schulen flächendeckend eine zeitgemäße Datenanbindung (Kabel-Infrastruktur, Serverarchitektur, LAN-/W-LAN-Ausbau). Die Strukturen für den Ausbau richten sich nach den pädagogischen Medienkonzepten der einzelnen Schulen und bündeln sich in einem Medienentwicklungsplan. Dieser dient auch als Verwendungsnachweis, den die Stadt Bochum als teilnehmende Gemeinde an dem Programm „Gute Schule 2020“ erbringen muss.

Verteilung der Fördermittel
Die landesweite Verteilung der Fördermittel in Höhe von rund zwei Milliarden Euro richtet sich nach den Schlüsselzuweisungen der Gemeindefinanzierungsgesetze 2011 bis 2015 und der Schulpauschale des Gemeindefinanzierungsgesetzes 2016. Hiernach sind für Bochum rund 49 Millionen Euro vorgesehen; für den Programmzeitraum 2017 bis 2020 sind dies umgerechnet jährlich etwa 12,25 Millionen Euro. Die NRW.Bank fungiert bei „Gute Schule 2020“ als Kreditgeber, die Kommunen wie Bochum als Kreditnehmer. Das erste Jahr ist tilgungsfrei, darüberhinausgehende Tilgung und Zinsen übernimmt das Land. „Gute Schule 2020“ kann mit bereits bestehenden anderen Programmen kombiniert werden.
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