"Gute Aussichten für 2018" - erwartet Kreis-Wirtschaftsförderer Michael Düchting

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Kreis-Wirtschaftsförderer Michael Düchting. (Foto: privat)
Die wirtschaftlichen Rahmendaten zeigen, dass die Wirtschaft im Kreis Wesel auch im nächsten Jahr weiter wachsen wird. Die EntwicklungsAgentur Wirtschaft des Kreises (EAW) ist überzeugt, dass die heimischen Unternehmen gut aufgestellt sind, zeigt aber auch die Herausforderungen auf, die in 2018 zu bewältigen sind.

Die Zahlen sprechen für sich. Seit 2010 ist die Zahl der Arbeitslosen deutlich gesunken. Aktuell liegt die Arbeitslosenquote bei 6,3 %. Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um rund 15.000 gestiegen. Jobmotor ist in den letzten Jahren vor allem die Logistik gewesen.

Insgesamt sind zudem mehr als 250 ha unbebaute Gewerbeflächen seit 2010 vermarktet worden. Genau hier sieht Michael Düchting, Leiter der EntwicklungsAgentur Wirtschaft, aber auch die Herausforderung für das nächste Jahr.

„Für das örtliche Handwerk oder Dienstleister stehen noch ausreichend Gewerbeflächen zur Verfügung, auch wenn nicht immer der Wunschstandort realisiert werden kann. Gerade aber für flächenintensive Ansiedlungen – wie im Bereich der Logistik – werden die Flächen knapp“, sagt Düchting. „Eine unserer größten Aufgaben wird es mithin sein, im Rahmen der Diskussionen über den Regionalplan Ruhr ausreichende und vor allem marktgängige Expansionsflächen auch in diesem Bereich einzufordern.“

Als wesentliche Aufgabe sieht Düchting auch, die Unternehmen bei ihren Innovationsplänen zu unterstützen.

„Seit Jahren liegt die Exportquote unserer Betriebe deutlich über dem Landesschnitt“, sagt Düchting. „Viele Unternehmen im Kreis haben sich spezialisiert und sind so zu Hidden Champions geworden.“ Diese Stärke muss weiter gefördert werden.

Als Motor hierfür sieht er unter anderem die Hochschule Rhein-Waal und ihrem angeschlossenen Kompetenzzentrum für 3D-Druck, das zu den größten seiner Art in Deutschland zählt. Die Zusammenarbeit mit der Hochschule möchte Düchting daher weiter ausbauen.

Ein weiteres Kernfeld für die wirtschaftliche Entwicklung sieht Düchting im Tourismus. Im vergangenen Jahr wurden knapp 730.000 Übernachtungen in den Beherbergungsbetrieben im Kreis Wesel gezählt. Noch ist das Jahr 2017 nicht abgeschlossen, aber bis Oktober hatte der Kreis bereits 6,2 % mehr Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damit setzt sich der positive Trend fort, der seit zehn Jahren zu beobachten ist. In diesem Zeitraum erhöhten sich die Übernachtungszahlen um knapp 37 %.

Das aus den Niederlanden bekannte Knotenpunktsystem für Radfahrer wird auch im Kreis installiert und im nächsten Jahr fertig gestellt. Das Knotenpunktsystem wird sich schon bald über den gesamten Niederrhein erstrecken und den Kreis für Radtouristen noch attraktiver machen.

Auch mit dem Ausbau von Touren- und Erlebnisangeboten rund um das Trendthema Wandern, mit Hoteleröffnungen in Xanten und Rheinberg und mit neuen Reisemobilstellplätzen in Moers und Kamp-Lintfort erwartet die Region eine weitere Steigerung der Tages- und Übernachtungsgäste. Im Rahmen der gemeinsamen Klausurtagung der Tourismusförderer im Kreis Wesel wurde im November das Ziel gesetzt, mit der Entwicklung und dem qualitativ hochwertigen Ausbau neuer touristischer Angebote die touristische Wertschöpfung im Kreis Wesel zu erhöhen.

Die Niederrhein Tourismus GmbH plant, für 2018 einen Markenprozess für den Niederrhein zu starten, mit dem die Stärken der Region in den Fokus gestellt werden sollen und der Begriff Niederrhein mehr emotionale Bedeutung erhält.
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